Stand: 23.01.2016 von © Gold.de Redaktion FG/SH 0 Kommentare

Die Finanzmärkte legen bislang einen dramatischen Start in das neue Jahr aufs Parkett. Während die Aktien als auch die Rohstoffe (allen voran der Ölpreis) fast täglich neue Tiefs erreichen und damit weltweit für Panik sorgen, konnten sich die Edelmetalle Gold und Silber in diesem Tumult relativ gut behaupten. Allen voran legte der Goldpreis zwischenzeitlich ordentlich zu und erreichte gestern erneut die kurzfristig entscheidende Widerstandszone um 1.110 US-Dollar. Seit dem Tief Anfang Dezember bei 1.045 US-Dollar steht somit ein erfreuliches Plus von aktuell 5,3 % zu Buche. Ein Ende des mehrjährigen Bärenmarktes ist aber auch weiterhin nicht abzusehen.

Die Erholung reicht bis jetzt nicht aus, um den übergeordneten Abwärtstrend zu kippen. Auch bestätigen die Goldminenaktien den jüngsten Kursanstieg nicht. Vielmehr wurde der repräsentative HUI Goldbugs Index in den letzten Tagen unter seine mehrmonatige Unterstützung auf den tiefsten Stand seit dem Sommer 2002 gedrückt. Die Kapitulation in diesem Sektor geht also weiter, allerdings eröffnen sich hier zunehmend hervorragende antizyklische Einstiegchancen. Bemerkenswert sind in diesem Zusammenhang die südafrikanischen Goldminen. Ähnlich wie zu Beginn des großen Goldbullenmarktes 2001 explodieren hier die Notierungen der Produzenten bereits seit mehreren Wochen nach oben, denn der schwache südafrikanische Rand hat den Goldpreis umgerechnet auf neue Allzeithochs getrieben. Das bedeutet für die dortigen Unternehmen ein deutliches Plus auf der Einnahmenseite. Die Party in Südafrika hat vermutlich gerade erst begonnen, während die Standardaktien zuletzt deutlich nachgeben mussten und mittelfristig nur wenig Perspektive bieten.

Die Deflation wird zu unglaublichen Geldmengen-Ausweitungen führen

Die Verwerfungen der letzten Wochen machen jedenfalls einmal mehr deutlich, wie instabil und von ständigen Liquiditätsspritzen abhängig das gesamte Finanzsystem mittlerweile geworden ist. Ganz kurzfristig dürfte der DAX fürs erste unten angekommen sein, im größeren Bild zeichnet sich aber immer klarer der Beginn eines Bärenmarktes ab.

Die Deflation wütet bereits seit Jahren im Rohstoffsektor und greift nun auch immer mehr auf die Aktienmärkte über. Dies dürfte die Notenbanker im weiteren Verlauf zu neuen bisher nicht gekannten Geldmengen-Ausweitungen animieren. Dies wiederum müsste dann den Startschuss eines neuen Bullenmarktes für die Edelmetalle bedeuten. Noch laufen Gold und Silber in einen fallenden Keil und könnten bis zum Sommer durchaus nochmal schwächer notieren. Beim Goldpreis steht auch weiterhin die Marke von 1.000 US-Dollar im Raum. Nach Abschluss der fallenden Keil-Formation, hat der Goldpreis dann charttechnisch aber das realistische Potential innerhalb von 2-3 Jahren auf 1.500 US-Dollar anzusteigen. Diese Trendwende müsste eigentlich bis zum Sommer 2016 erfolgen.

Die Marke von 1.000 Euro wurde zurückerobert

In Euro gerechnet rutschte der Goldpreis im Dezember zunächst unter die seit zwei Jahren stützende Verbindungslinie der höheren Tiefs. Pünktlich zum Jahresauftakt konnten die Bullen aber diese wichtige Linie zurückerobern. Ein nochmaliger Test in den letzten Tagen verlief ebenso erfolgreich. Damit bewegt sich der Preis für eine Feinunze Gold wieder oberhalb der Marke von 1.000€.

Wochenchart Gold in Euro

Der logarithmische Wochenchart für den Goldpreis in Euro fängt das Kursgeschehen seit dem Hoch am 1.Oktober 2012 bei 1.387 Euro ein. Ohne Zweifel steckt der Goldpreis hier nach wie vor in einer Korrektur, deren Ende erst mit einem Ausbruch über 1.165 Euro nachhaltig besiegelt wäre. Aber schon ein Anstieg über 1.080 Euro würde das Chartbild deutlich aufhellen, denn hier verläuft die übergeordnete Abwärtstrendlinie. Da sich auf der Unterseite durch die höheren Tiefs ebenfalls eine Trendlinie gebildet, läuft der Goldpreis somit in ein großes mehrjähriges Dreieck hinein. Die Lage spitzt sich immer weiter zu und müsste allerspätesten im Sommer zu einem Ausbruch und einer dynamischen Trendbewegung führen. Nachdem die Unterstützung um 970 Euro zuletzt gehalten hat, stehen die Chancen für einen Anstieg bis zum oberen Bollinger Band um 1.050 Euro recht gut.

Tageschart Gold in Euro

Auf dem Tageschart kämpfen die Bullen aktuell mit der Abwärtslinie der letzten beiden Hochpunkte. Es sieht danach aus, als ob sie diesen Widerstand in Kürze überrennen könnten. In diesem Fall wären die nächsten Kursziele zunächst die 200-Tagelinie um 1.025 Euro sowie die Oktoberhochpunkte um 1.060 Euro. Das Kaufsignal beim MACD-Indikator unterstützt den jungen Aufwärtstrend jedenfalls und hat bis zu Extremwerten noch jede Menge Luft. Da der Goldpreis zudem traditionell bis Mitte Februar von seinem günstigen saisonalen Zyklus unterstützt wird, sind in den kommenden Wochen also durchaus Preisanstiege bis ca. 1.060 Euro denkbar.

Neues Nachkauflimit bei 995 Euro

Das mit 935 Euro zuletzt deutlich gesenkte Kauflimit hat nicht gegriffen. Der Tiefstand lag lediglich bei 968 Euro. Sollte Gold in den kommenden Wochen bereits wieder schwächer notieren, wäre die 50-Tagelinie im Bereich um 994 Euro eine gute Auffangstation. Ein Nachkauflimit bei 995 Euro erscheint daher sinnvoll. Insgesamt empfiehlt es sich, mindestens 10 % seines Gesamtvermögens in physischen Edelmetallen zu halten. Es handelt sich dabei nicht um eine Spekulation, sondern um eine nachhaltige Versicherung.

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