Stand: 01.02.2016 von © Gold.de Redaktion JB/GW 0 Kommentare

Obwohl sich vor dem Wochenende sowohl der Dollar als auch die internationalen Aktienmärkte kräftig erholt haben, blieb dem Goldpreis ein nennenswerter Rücksetzer bislang erspart. Faktoren, die das gelbe Edelmetall im vergangenen Jahr noch belastet haben, sind mittlerweile verschwunden oder haben sich ins Gegenteil verkehrt.

Gold- und Silbermünzen aus den USA bleiben gefragt

Die mitunter heftigen Kursverluste an den internationalen Aktienmärkten haben im Januar den Absatz von physischen Edelmetallen kräftig angekurbelt. Darauf deuten unter anderem die Januarverkäufe der Münzprägeanstalt US Mint hin. Sie produziert und verkauft den American-Eagle Gold und Silber und hat im Januar 124.000 Feinunzen der Goldversion und 5,93 Millionen Feinunzen der Silberversion verkauft (siehe Grafik). Damit wurde die Goldvariante im vergangenen Jahr lediglich im Juli (170.000 Feinunzen) und im September (125.500 Feinunzen) noch häufiger als im Januar 2016 verkauft. Bei den American-Silver-Eagles erwies sich der Januar sogar als absatzstärkster Monat seit Januar 2013. Damals wurden fast 7,5 Millionen American-Silver-Eagles ausgeliefert. Aufgrund von Lieferproblemen erwies sich der Dezember mit 500 Feinunzen Gold bzw. 233.500 Feinunzen Silber als extrem umsatzschwach. Auf Jahressicht ging es mit der Absatzmenge bei Gold von 524.500 auf 801.500 Feinunzen nach oben (+52,8 Prozent), während bei Silber 2015 ein Zuwachs von 44,006 Millionen auf 44,9 Millionen Feinunzen (+2,0 Prozent) und damit ein neuer Rekord aufgestellt wurde.

Extrem gut liefen auch die Goldmünzen -Geschäfte der österreichischen Münzprägeanstalt. Im Jahr 2015 erzielte auch die Münze Österreich, die als Tochter der Österreichischen Nationalbank den "Wiener Philharmoniker" unters Anlegervolk bringt, markante Umsatzzuwächse. Gegenüber dem - zugegebenermaßen schwachen Vorjahr - war für 2015 bei Goldmünzen (Wiener Philharmoniker ) ein Absatzplus von 45 Prozent auf 1,32 Millionen Feinunzen gemeldet worden. Damit verkauften die Österreicher rund 65 Prozent mehr als die US-Amerikaner. Kein Wunder - bei den großen Problemen, die in Europa auf eine Lösung warten.



Lichtblick bei Gold-Futures und Gold-ETFs

Seit Jahren wirkt sich das Angebot und die Nachfrage am physischen Goldmarkt nur in geringem Maße auf die Entwicklung des Goldpreises aus, was natürlich vor allem auf die unterschiedlichen Größenordnungen der Märkte zurückzuführen ist. Von entscheidender Bedeutung sind vor allem die Transaktionen, die an den Terminmärkten (Gold-Futures) und im ETF-Sektor zu beobachten sind. Und hier scheint sich zum Jahresstart ein Trendwechsel abzuzeichnen. Physisch hinterlegte Gold-ETFs verzeichnen wieder Kapitalzuflüsse und Terminspekulanten setzen seit dem Jahreswechsel wieder verstärkt auf einen steigenden Goldpreis. Einen Beleg hierfür lieferte der am Freitagabend veröffentlichte Commitments of Traders-Report der US-Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission, der im wöchentlichen Rhythmus über die Stimmung innerhalb der Goldbranche (Commercials) bzw. unter den Kleinspekulanten (Non-Reportables) und Großspekulanten (Non-Commercials) berichtet.

Letztere sind seit dem Jahreswechsel wieder richtig mutig geworden und haben ihr Long-Exposure nach oben gefahren und zugleich die Short-Seite massiv gekürzt. Dies hat dazu geführt, dass sich die Netto-Long-Position (optimistische Markterwartung) großer Terminspekulanten seit Ende Dezember von 19.102 auf 59.040 (+209 Prozent) kräftig erhöht hat. Zur Erinnerung: Vor exakt einem Jahr fiel der Optimismus großer Terminspekulanten mit fast 189.000 Kontrakten erheblich höher aus und im Dezember 2009 war im Zuge der Finanzkrise sogar ein Wert von mehr als 308.000 Futures registriert worden. Das zeigt: Nach oben ist sowohl beim Optimismus großer Spekulanten als auch beim Goldpreis noch viel Luft. Bleiben sie zuversichtlich oder werden gar noch bullisher, stehen die Chancen auf weiterhin steigende Goldpreise nicht schlecht. Allerdings war auch im vergangenen Jahr bei Gold-ETFs und -Futures im Januar ein ähnlicher "Lichtblick" auszumachen. Das Ende vom Lied ist bekannt: Verkäufe von ETFs und Futures drückten den Goldpreis im Dezember auf den niedrigsten Stand seit über sechs Jahren.

Ausblick für die laufende Woche

Langeweile dürfte an den Goldmärkten in den kommenden Handelstagen aus zwei Gründen nicht aufkommen. Zum einen muss eine wahre Flut an Konjunkturindikatoren überstanden werden, wobei vor allem der Januar-Bericht zur Lage am US-Arbeitsmarkt (Freitag) mit Argusaugen verfolgt werden dürfte. Sollte dieser stärker als erwartet ausfallen, könnten aufkommende US-Zinssorgen dem gelben Edelmetall einen Dämpfer verpassen. Zum anderen sorgt aber auch die Charttechnik für ein hohes Maß an Spannung. In Reichweite befindet sich derzeit nämlich sowohl die 200-Tage-Linie als auch die obere Begrenzung des seit Jahren zu beobachtenden Abwärtstrend. Ein starkes Kaufsignal entstünde, wenn beides signifikant übertroffen wird. Dies wäre bei einem Goldpreis von 1.150 Dollar der Fall.

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