Stand: 24.05.2015 von © Gold.de Redaktion MA/SH 0 Kommentare

Zwei Jahre lang haben sich das Bergbauunternehmen Rio Tinto und die Regierung der Mongolei heftig um eine Kupfer- und Goldmine der Superklasse gezankt. Doch nun scheinen sich die Streithähne geeinigt zu haben. Abermals sollen Investitionen in Milliardenhöhe fließen.

Zwei Jahre lang herrschte dicke Luft zwischen der mongolischen Regierung und dem internationalen Bergbauunternehmen Rio Tinto. Stein des Anstoßes: Die gewaltige Kupfer- und Goldmine in Oyu Tolgoi rund 550 Kilometer südlich der Hauptstadt Ulan Bator. Dort sollen geschätzte 37 Millionen Tonnen Kupfer und 1300 Tonnen Gold lagern. Ein Milliardengeschäft.

Kein Wunder also, dass sich die Streithähne um Anteile, Lizenzgebühren, Steuern, Abgaben und andere finanzielle Fragen gezankt haben. Doch nun scheint es, dass Rio Tinto und die Mongolei ihren Streit um die Kupfer- und Goldmine der Superklasse beigelegt haben. Denn abermals sollen jetzt Milliarden in das Projekt investiert werden.

Goldmine der Superklasse: Rio Tinto und Mongolei legen Streit bei

Rückblende Juni 2013: Der Streit um die riesige Kupfer- und Goldmine eskaliert. Nach rund 6 Milliarden Dollar Anschubinvestitionen für die erste Tagebauphase wollte Rio Tinto zu tief in die Taschen gegriffen haben. Die Mongolei dagegen fühlte sich "über den Tisch gezogen". Keine gute Basis für eine weitere Zusammenarbeit. Beim Geld hört die Freundschaft bekanntlich auf. Erst gegenseitige Schuldzuweisungen, dann Funkstille. Die Kupfer- und Goldmine der Superklasse läuft vorerst auf Grund.

Fokus Mai 2015: Die Zeit kühlt alle Gemüter. Demut regiert. Die Streithähne sitzen wieder an einem Tisch. Verhandeln. Ja, sagt Rio Tinto, wir haben zu wenig Entschädigung an die mongolischen Nomaden gezahlt. Ja, sagt die Mongolei, so ein schlechtes Geschäft haben wir mit der Kupfer- und Goldmine nun auch nicht wieder gemacht. Helle Eintracht. Streit beigelegt. Man kommt wieder ins Geschäft.

Rio Tinto wird abermals Milliarden in Kupfer- und Goldmine investieren

Jetzt haben Rio Tinto und die Regierung der Mongolei am Dienstag (18.05.15) schließlich eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der sie ankündigen, eine zweite Phase in der Entwicklung der  Kupfer- und Goldmine in Oyu Tolgoi einleiten zu wollen und das Projekt um einen Untertagebau-Abschnitt zu erweitern. Der gemeinsamen Erklärung zufolge sagte der Premierminister der Mongolei, Chimediin Saikhanbileg:

"Die Mongolei ist wieder im Geschäft"

Dafür wird Rio Tinto allerdings abermals tief in die Taschen greifen müssen. Laut einem Bericht von The China Post vom Donnerstag (20.05.15) wird die Entwicklung des Untertagebau-Abschnittes der Kupfer- und Goldmine dem Bergbauunternehmen weitere Investitionen über 5,4 Milliarden Dollar abverlangen.

Letzten Endes wird sich das Engagement in der Kupfer- und Goldmine aber für Rio Tinto bezahlt machen. Dem Bericht zufolge wird die neuerliche Investition 80 Prozent des Wertes der neuen Untertagebau-Mine erschließen. Laut Unternehmensangaben von Rio Tinto wird die Lebensdauer der Mine 50 Jahre betragen. Im Durchschnitt sollen pro Jahr rund 430.000 Tonnen Kupfer und 425.000 Unzen Gold produziert werden. Als Nebenprodukt fallen zudem Unmengen an Silber und Molybdän an.

Goldmine wird Wirtschaft der Mongolei transformieren

Die Aussöhnung zwischen dem Bergbauunternehmen Rio Tinto und der Regierung der Mongolei wird sich massiv auf die Wirtschaft des Landes auswirken. Bis heute hat Rio Tinto nach eigenen Angaben bereits 1,3 Milliarden Dollar an Steuern, Abgaben, Gebühren und andere Zahlungen an die Staatskasse in Ulan Bator überwiesen.

Wenn die Kupfer- und Goldmine im Jahr 2021 ihre volle Auslastung erreichen wird, geht der Internationale Währungsfonds (IWF) davon aus, dass die Kupfer- und Goldmine ein Drittel des gesamten BIP der Mongolei erwirtschaften wird. Laut der gemeinsamen Erklärung sagte der mongolische Premierminister Saikhanbileg:

"Die Erschließung der Untertagebau-Mine in Oyu Tolgoi wird von großer Bedeutung für die Wirtschaft der Mongolei sein. Davon werden viele zukünftige Generationen der Mongolei profitieren."

Man habe "mit unseren Partnern das Fundament eines neuen und konstruktiven Verhältnisses gelegt, das auf gegenseitigem Vertrauen und Verantwortung für die Zukunft der Mongolei beruht", ergänzte der Premierminister.

Rio Tinto-Geschäftsführer Jean Sébastian Jacques entgegnete: "Unsere gemeinsame Erklärung ist das Ergebnis enormer Führungsqualitäten aller beteiligten Parteien (...) und schafft klare und beständige Rahmenbedingungen für die Zukunft".

Mongolei ist reich an Bodenschätzen - legt sich mit Minenbetreibern an

Die Mongolei ist eines der rohstoffreichsten Länder der Welt. Die gesamten noch unerschlossenen Bodenschätze werden auf einen Wert von rund 1 Billion Dollar geschätzt. Die Mongolei mit ihren rund drei Millionen Einwohnern konnte in den letzten Jahren vom stärksten wirtschaftlichen Wachstum der Welt profitieren. Im Jahr 2011 wuchs die Wirtschaft des Landes um 17,5 Prozent.

Zuletzt war das Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr allerdings auf 7,5 Prozent eingebrochen. Das lag nicht zuletzt daran, dass sich die Regierung in Ulan Bator mit einer Reihe an internationalen Bergbauunternehmen angelegt hatte, die oftmals unter Missachtung von Genehmigungsverfahren und Umweltauflagen im großen Stil Bodenschätze im Tagebau förderten, was bisweilen zu beachtlicher Zerstörung der Umwelt geführt hat.

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