Aktuelles Gold / Silber Ratio – London Fixing
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13:09 Uhr (23.05.12) |
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21,98 € |
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1.232,49 € |
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Das Gold-Silber-Ratio: praktisches Hilfsmittel bei Investitionsentscheidungen
Wenn Sie in Edelmetalle investieren möchten, dann sollten Sie das Gold-Silber-Ratio beachten. Obwohl dem Ratio bei der taktischen Asset Allocation - also der Entscheidung, wie das zur Verfügung stehende Kapital kurzfristig auf die verschiedenen Anlagemöglichkeiten verteilt werden sollte - große Hilfe leisten kann, ist diese Kennziffer vielen Investoren unbekannt.
Wir zeigen, wie sich das Ratio in der Vergangenheit verhielt, welche Informationen man ihm entnehmen kann und weshalb man das oft postulierte, "natürliche" Ratio von 15 nicht übermäßig ernst nehmen sollte.
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Einfach gestrickter Indikator mit genau einer wichtigen Aussage
Das Gold-Silber-Ratio ist ein sehr einfach gestrickter Indikator. Er gibt nicht mehr an als das Preisverhältnis zwischen Gold und Silber. Steht der Goldpreis zum Beispiel bei 1000 US-Dollar pro Unze und der Silberpreis bei 20 US-Dollar, dann beträgt das Ratio 50.
Aus der Definition des Ratios ergibt sich bereits die Feststellung, dass man absolute Über- oder Unterbewertungen der Metalle mit Hilfe des Ratios nicht identifizieren kann. Egal, welchen Wert das Ratio annimmt, ob Edelmetalle generell eine gute oder schlechte Investition sind, wird man mit dem Ratio niemals ermitteln können.
Denn ein Goldpreis von 10 US-Dollar pro Unnze und ein Silberpreis von 20 Cent ergäbe ebenfalls ein Ratio von 50. |
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Einfach gestrickter Indikator mit genau einer wichtigen Aussage
Wenn Sie sich aber aufgrund anderer Informationen zu einer Edelmetallanlage entschieden haben, stehen Sie noch immer vor der Frage, wie Sie Ihr Kapital auf die einzelnen Metalle verteilen sollen. 50:50 auf Gold und Silber? Oder 25% auf Gold und 75% auf Silber, da Silber momentan in einem steilen Aufwärtstrend läuft? Bei dieser taktischen Asset Allocation hilft das Gold-Silber-Ratio. Denn je weniger Silber Sie für eine Unze Gold bekämen, desto höher ist Silber relativ zu Gold bewertet. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese relative Überbewertung in der Zukunft abgebaut wird, ist in diesem Fall hoch.
Wie dieser Abbau vonstatten geht, ist allerdings offen.
Denn eine Anpassung des Ratios muss nicht zwingend über Kursanstiege geschehen. Wenn Gold relativ zu Silber überbewertet ist, kann diese Überbewertung auch bei Kursverlusten abgebaut werden. Dazu reicht es, dass Silber in der Zukunft weniger stark fällt als Gold. Die Beachtung des Ratios schützt folglich keinesfalls vor Kursverlusten - es hilft Ihnen aber dabei, zum festgesetzten Kaufzeitpunkt möglichst viel Metall für Ihr Geld zu erhalten.
Was waren die typischen Wendepunkte in der Vergangenheit?
Wichtig ist es, in der Kurshistorie die typischen Trendwendepunkte zu identifizieren. Im Durchschnitt lag das Ratio in den vergangenen 60 Jahren bei 57,6 mit einer Standardabweichung von 17,3. Tiefer als 40 lag das Ratio in den vergangenen 35 Jahren nur an wenigen Tagen. Typische Trendwendepunkte waren in diesem Zeitraum Verhältnisse von 40 und 75 bis 80.
Das Gold-Silber-Ratio pendelte in 35 Jahren hauptsächlich zwischen 40 und 80
Typische Wendepunkte der vergangenen 35 Jahre waren 40 und 75 bis 80
Momentan erscheint Silber relativ zu Gold überbewertet
Derzeit steht das Ratio bei weniger als 37 - also auf einem aus historischer Sicht relativ niedrigen Niveau unterhalb wichtiger Trendwendepunkte. Es gab zwar durchaus Zeiträume, in denen das Ratio noch deutlich tiefer, zum Beispiel bei 20 oder gar nur 15, lag - die Wahrscheinlichkeit für eine Umkehr des momentanen Trends ist jedoch hoch. Eine Übergewichtung von Gold erscheint unter diesem Hinblick chancenreich - denn momentan bekommt man relativ zu Silber besonders viel Gold für sein Geld.
Es gibt kein "faires" Ratio
Doch was ist ein "faires", sozusagen natürliches Ratio, das man als Langfristziel anpeilen könnte? Viele meinen, 15-20 wäre ein solch faires Ratio. Sie beziehen sich damit wahlweise auf historische Gold-Silber-Verhältnisse der vergangenen Jahrhunderte oder auf die Verteilung beider Elemente in der Erdkruste.
Silber ist etwa 20 Mal häufiger in der Erdkruste anzutreffen als Gold.
Wir meinen, das beide Fakten nicht als Orientierungspunkte geeignet sind und es keinen anzustrebenden "Endwert" gibt. Denn das Preisgefüge der Metalle richtet sich nicht nach historischen oder naturwissenschaftlichen Fakten, sondern ausschließlich nach Angebot und Nachfrage. Hier liegt auch schon das erste Problem: Während Gold oft alleiniges Ziel von Prospektion und Minenförderung ist, wird sehr viel Silber nur als Nebenprodukt gefördert. Nicht wenige große Minenbetreiber verkaufen bereits vor Produktionsaufnahme die gesamte erwartbare Silberförderung zu einem festen Preis und sichern sich so konstante, gut planbare Cashflows oder eine Vorfinanzierung der Minenerrichtung. Ein großer Mitspielerauf diesem Markt ist das Unternehmen Silver Wheaton.
Silberangebot ist unelastisch, die Preise schwanken daher stärker
Da Silber für viele Minenbetreiber nur ein Beiprodukt ist, hängt dessen Fördervolumen und damit Angebot nur indirekt von der Nachfrage ab. Steigt der Goldpreis, dann lohnt sich die Ausbeutung zusätzlicher Goldlagerstätten. Steigt der Silberpreis, dann wird keine Kupfermine ihren Ausstoß erhöhen, nur um die Produktion des Beiproduktes Silber anzukurbeln.
Tendenziell ist also das Silberangebot unelastischer als das Goldangebot - also in geringerem Maß abhängig vom Preis.
Dieser Fakt erklärt auch die höhere Volatilität des Silberpreises. Bei steigender Nachfrage kann nicht im gleichen Maß das Angebot erhöht werden: der Preis schießt durch die Decke. Bei sinkender Nachfrage wird das Angebot hingegen nicht nach unten angepasst und der Preis sackt in sich zusammen.
Derivatemarkt beeinflußt die Edelmetallpreise
Eine weitere Variable ist der Derivatemarkt. Die Edelmetallpreise bilden sich an den Terminbörsen, die heutzutage weitgehend zu reinen Derivatebörsen verkommen sind. Nur noch ein Bruchteil der gehandelten Volumina wird tatsächlich physisch ausgeliefert. Die Preise physischen Edelmetalls hängen also maßgeblich mit dem Preis praktisch beliebig vermehrbarer Derivate zusammen.
Groß im Kommen ist der Markt für OTC-Derivate, die praktisch unreguliert sind. Werden die Handelsvolumina börsengehandelter Terminkontrakte noch von staatlichen Stellen kontrolliert, gilt das für OTC-Derivate wie Swaps aber auch OTC-Futures nicht mehr. Diese Derivate sind unter Ausschaltung des physischen Marktes zwischen den Interessenten ausgehandelte Verträge. Ein Rohstofffonds, dessen Wert an den Goldpreis gekoppelt ist, könnte ohne den Kauf einer einzigen Unze Gold auskommen. Er müsste auch keine Goldfutures kaufen, die Einfluß nehmen auf den Goldpreis. Gängig ist die Modellierung dieser Fonds mittels Swaps. Diese Vertragskonstruktionen können eine beträchtliche Edelmetallnachfrage befriedigen, ohne den geringsten Einfluss auf die Edelmetallnotierungen zu nehmen.
Historische Verhältnisse sind untauglich für Zukunftsprognosen
Völlig untauglich als Orientierungswert sind auch historische Gold-Silber-Verhältnisse. Bei der deutschen Goldmark galt ein Ratio von 1 zu 15,5 - für ein Gramm Gold bekam man 15,5g Silber. Diese mehr oder weniger willkürlich festgesetzten Verhältnisse funktionierten schon vor 100 Jahren nicht richtig. Da die Verhältnisse nicht weltweit vereinheitlicht wurden und oft auch nicht den Marktwert der Metalle korrekt widerspiegelten, gab es diverse Möglichkeiten für Arbitragegeschäfte, die letztendlich auch den Untergang des Bimetallismus einleiteten.
Fundamentalanalyse offenbart Chancen für Silber
Auch wenn man kein Ratioziel angeben kann, so sind doch Gedanken über die potentielle Langfristentwicklung des Ratios möglich.
Es ist bekannt, dass Gold gehortet und Silber mehrheitlich verbraucht wird. Silber wird in kleinsten Einheiten in Milliarden Produkten eingesetzt, die nach Ende der Produktlebenszeit als Müll enden. Die Silberbestandteile gehen zum beträchtlichen Teil verloren und werden nicht wiederverwertet. Somit sinkt die verfügbare Silbermenge Jahr für Jahr.
Silber wird verbraucht, Gold wird gehortet
Gold hingegen hat praktisch keine industriellen Anwendungsfelder und wird hauptsächlich als Schmuck und Anlagemetall verwendet. Beiden Verwendungsmöglichkeiten eigen ist die Tatsache, dass sie nicht materialverbrauchend sind. Kaputte Schmuckgegenstände werden großteils wiederverwertet, für Anlagemetalle gilt das gleiche. Die verfügbare Goldmenge steigt also tendenziell Jahr für Jahr. Überspitzt formuliert landet Silber auf der Müllhalde und Gold im Tresor.
Die unterschiedliche Nutzung der Metalle hat langfristig auch Auswirkungen auf das Nachfrage-Angebots-Verhältnis. Das Silberangebot, wie oben dargestellt ohnehin preisunelastischer als das Goldangebot, wird immer unabhängiger vom Silberpreis. Da es weltweit kaum Lagerbestände gibt, ist der Silberpreis der einzige Ausgleichsmechanismus für das Angebot-Nachfrage-Verhältnis.
Unelastisch ist beim Silber auch die Nachfrage. Silber wird oft nur in geringsten Mengen in Produkten eingesetzt und spielt keine wesentliche Rolle bei der Festsetzung des Produktverkaufspreises. Daraus folgt, dass die Industrie ihre Silbernachfrage auch bei stark steigenden Preisen aufrecht erhalten wird.
Für die Goldnachfrage gilt das nicht. Bei steigenden Preisen kann man stets eine sinkende Schmuckgoldnachfrage beobachten.
Aus der Analyse der Angebots-Nachfrage-Situation folgt, dass sich das Gold-Silber-Ratio langfristig deutlich in Richtung Silber verschieben kann. Ein faires Ratio läßt sich aber auf keinen Fall ermitteln.

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