
Stephanus Johannes Paulus Kruger, im Deutschen meistens Paul Krüger genannt, wurde am 10. Oktober 1825 bei Colesberg in Südafrika als Sohn deutscher Einwanderer geboren. Er wuchs in der calvinistischen Überzeugung auf, dass Weiße Schwarzen überlegen seien und den afrikanischen Kontinent zu erobern hätten. Die die erste kriegerische Auseinandersetzung, deren Zeuge Paul im Alter von zehn Jahren wurde, war der Krieg der Buren, seiner Volksgruppe, gegen die Briten. Im Zuge dieser Auseinandersetzung wurden die Buren aus der Kapkolonie vertrieben und traten die leidvolle Wanderung Richtung Norden an, wo sie westlich von Johannesburg die Stadt Potchefstroom gründeten.
Der spätere Präsident der Republik Südafrika besuchte keine Schule und brachte sich selbst Lesen und Schreiben bei. Mit 16 Jahren erwarb er rund 100 Kilometer vom elternlichen Anwesen entfernt eine Farm und heiratete ein Jahr später. Doch vier Jahre später starben seine Frau und das erste Kind des Paares an Malaria. Die Institution der Ehe war in jenen Zeiten kaum von Romantik umweht und erfüllte eher praktische Bedürfnisse. So heiratete Paul Kruger ein Jahr später eine Cousine seiner ersten Frau, Gezine du Plessis, die ihm sechzehn Kinder gebar.
Angriffe schwarzer Krieger auf weiße Siedlungen und Farmen gehörten zum täglichen Brot der Buren, und wie alle Weißen gelangte Paul Kruger zu erheblicher militärischer Erfahrung. Aufgrund herausragender Leistungen im Kampf wurde er 1854 zum Kommandanten der Stadt Rustenburg gewählt. Von da an war seine militärische Karriere nicht mehr aufzuhalten. Die Buren hatten es geschafft, die selbständige Burenrepublik Transvaal auszurufen. 1864 ernannte diese Paul Kruger zum Generalkommandanten ihrer Truppen.
Die Briten hatten keineswegs die Absicht, Südafrika den Buren und seinen Ureinwohnern zu überlassen. 1877 annektierten sie die Republik Transvaal. Kruger versuchte mittels Verhandlungen erfolglos, die Briten zum Rückzug zu bewegen. Daraufhin stellte er mit Hilfe von zwei weiteren Burenführern ein Heer zusammen, das er 1881 bei Amajuba in die Schlacht gegen die Briten führte. Die Buren siegten. Noch im selben Jahr wurde dem Burenstaat Transvaal die Unabhängigkeit zugesichert. Paul Kruger wurde 1882 zum Staatspräsidenten gewählt.
1886 wurde am Witwatersrand in Transvaal Gold gefunden. Der Lockruf des Goldes wurde auch von den damaligen Premier der Kapkolonie, Cecil Rhodes, gehört. 1885 stiftete er einen Aufstand der Britischen Einwanderer in Transvaal an mit der Begründung, man kämpfe für das Wahlrecht, das den Briten bis dahin verweigert worden war. Trotz der von Rhodes gesandten Verstärkungstruppe schlug Paul Kruger den Aufstand blutig nieder.
Mit der Forderung des Wahlrechts zettelten die Briten immer wieder Scharmützel an, stellten Truppen an den Grenzen der Burenstaaten auf. Kruger reiste nach Europa, erhielt aber keine militärische Unterstützung. Deprimiert zog er sich ins Schweizer Exil zurück, da er nicht erleben wollte, wie in seinem Staat die englische Flagge gehisst wurde. 1902 kapitulierten die Burenstaaten. Die Nachricht erreichte Kruger im schweizerischen Clarens. 1904 verstarb Paul Kruger dort mit 78 Jahren. 1904 wurde er in Pretoria beigesetzt.
Heute erinnern an den Staatsmann der Kruger-Nationalpark und der
Krugerrand, eine goldene Anlagemünze, die 1967 zum ersten Mal geprägt wurde und sein Portrait zeigt. Sie weist keinen Wert aus. Dieser wird jeden Werktag neu festgesetzt.