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Barren als Münzenvorgänger

Erste Barren wurden bereits vor über 4000 Jahren hergestellt und dienten noch vor dem Aufkommen von Münzen als Zahlungsmittel. Da Münzen ein standardisiertes Gewicht und durch die Prägung eine gewisse Fälschungssicherheit aufweisen, wurden Barren als Zahlungsmittel verdrängt. Sie dienten aber nach wie vor als einfache und kostengünstige Möglichkeit, Metalle in großem Maßstab zu handeln, zu transportieren und auch als Wertaufbewahrungsmittel zu nutzen.

Historische Silberbarren aus Trier
Historische Silberbarren aus Trier1

Für Kleinanleger erst seit wenigen Jahrzehnten erschwinglich

Barren haben zwar eine Jahrtausende lange Tradition, dürften bei der Edelmetallanlage oder zur Wertaufbewahrung für Kleinanleger aber erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts eine tragende Rolle spielen. Bis zum 20. Jahrhundert waren Edelmetalle schlicht zu teuer, als dass sie der Kleinanleger in Barrenform hätte in größerem Umfang erwerben können. 1kg Feinsilber entsprachen 1871 180 Goldmark oder einem Fünftel des Jahresbruttogehalts zum Beispiel eines Zugführers. Daran änderte sich auch in den Jahrzehnten bis Mitte des 20. Jahrhunderts wenig.

Der Erwerb von Silberbarren zur Vermögensanlage oder -absicherung war lange Zeit auch gar nicht nötig, da bereits die gängigen Kursmünzen Silber enthielten und wesentlich liquider waren als Silberbarren. Man konnte die silberhaltigen Kursmünzen ohne Abschlag bei jeder Bank einzahlen und hatte damit keinerlei Spread zwischen An- und Verkaufspreis.

Erst mit dem Verschwinden von silberhaltigen Kursmünzen in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg und mit den stark steigenden Einkommen wurden Silberbarren als Anlageinstrument für Jedermann interessant. Während die Nominaleinkommen in Westdeutschland zwischen 1950 und 1991 um den Faktor 10,4 stiegen, legten die Silbernotierungen nur um den Faktor 5,3 zu. Es wurde also relativ gesehen immer günstiger, Silber auch in großen Mengen zu erwerben.

Barrenalternativen erst seit 25 Jahren verfügbar

In den Jahren nach Ende des Zweiten Weltkrieges bis 1986 gab es auch kaum andere Möglichkeiten des Silbererwerbs als den Kauf von Barren. Silberhaltige Kursmünzen wurden nach und nach eingezogen und durch nicht edelmetallhaltige Scheidemünzen ersetzt. Die ersten Anlagemünzen erschienen in kleiner Auflage erst in den 80er Jahren, in nennenswerten sieben- bis achtstelligen Auflagen erschien 1986 der US Silver Eagle. Aufgrund des deutlich größeren Herstellungsaufwandes waren Münzen aber stets teurer und damit für Anleger unattraktiver als Barren. Das änderte sich in Deutschland erst im Jahr 2007. Ab dem 01.01.2007 lohnte sich der Barrenkauf nur noch für Anleger, die zum Vorsteuerabzug berechtigt sind. Denn ab diesem Datum wurde der Umsatzsteuersatz auf 19% erhöht. Da Silberbarren dem vollen Satz unterliegen, Silbermünzen aber dem verringerten 7-prozentigen Satz, sind ab diesem Datum selbst kleine 1-Unzen-Münzen pro Kilogramm günstiger als die einfacher zu produzierenden Barren.

1 Das Wikipedia und Wikimedia Commons Bild stammt vom Nutzer Chris 73 und ist frei erhältlich unter http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Silver_ingots_Trier.jpg unter der Creative Commons cc-by-sa 3.0 Lizenz.

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