Tageskurse in EUR je Feinunze:
Gold 1.233,10 EUR |
Silber 21,97 EUR |
Platin 1.130,42 EUR |
Palladium 478,73 EUR
Terminbörsen handeln Lieferansprüche auf Silberbarren
Wenngleich das größte Silberhandelsvolumen heutzutage an den Warenterminbörsen und nicht mehr im physischen Handel abgewickelt wird, ist der Silberbarren auch an den Börsen unverzichtbar. Denn in der Regel sind Warentermingeschäfte zum Laufzeitende durch physische Lieferung zu erfüllen. Die Börsen haben jeweils eigene Spezifikationen für börsenhandelbare Barren, die von vorher akkreditierten Herstellern stammen müssen. An der Terminbörse COMEX muss ein Silberbarren mindestens 900 und darf maximal 1100 Unzen schwer sein, die Feinheit muss mindestens 999/1000 betragen.
Auf der Handelsplattform London Bullion Market, die den Begriff "Good Delivery Barren" (auch Standardbarren genannt) prägte, muss ein Silberbarren mindestens 750 und darf maximal 1100 Unzen schwer sein. Die Mindestfeinheit beträgt auch hier 999/1000. Dass ein Standardbarren exakt 1000 Unzen Silber (bzw. 400 Unzen Gold) wiegen muss, ist ein weitverbreitetes, aber falsches Gerücht.
In der Realität kommt die physische Lieferung nur noch in den seltensten Fällen zur Anwendung. Die meisten Termingeschäfte werden vor dem Laufzeitende oder je nach Börsenregel auch standardmäßig zum Laufzeitende durch Geldzahlungen ausgeglichen. So wurden im Dezember 2010 an der amerikanischen COMEX fast 200.000 Tonnen Silber gehandelt - jährlich stehen weltweit aber nur 20.000 Tonnen physisch zur Lieferung bereit. Wirklich physisch ausgeliefert werden an der COMEX monatlich nur wenige hundert Tonnen.
1000oz Silberbarren und damit theoretisch ein Standardbarren.1
Barrenmarkt für Kleinanleger stark zersplittert
Führend auf dem Kleinanlegermarkt in Deutschland sind die Barrenproduzenten Heraeus, Umicore und der Umicore-Vorgänger Degussa, der zwar keine neuen Barren mehr herstellt, von dem am Sekundärmarkt aber noch eine große Anzahl alter Barren erhältlich ist. Barrenformen sind nicht standardisiert, Silberbarren sind in den verschiedensten Formen erhältlich, wobei in der Regel die Quaderform in Grundzügen erhalten ist.
Während kleinere Barren bis 100g heutzutage in den meisten Fällen in geprägter Form angeboten werden, sind größere Barren aus Kostengründen mit wenigen Ausnahmen nur als gegossene Barren erhältlich. Spezifisches Merkmal eines gegossenen Barrens ist die Vertiefung in der Mitte, die bei der Volumenverringerung beim Erstatten entsteht.
Alle Silberbarren werden in der Feinheit 999/1000 hergestellt.
Im Gegensatz zu Anlagemünzenherstellern sind Barrenproduzenten nur regional aktiv. Bei Barren von in der Region unbekannten Produzenten kann sich beim Verkauf im Ausland ein Akzeptanzproblem ergeben. So sind zwar die in Deutschland sehr bekannten Hersteller Umicore und Heraeus auf der Good Delivery Liste des London Bullion Markets und damit theoretisch weltweit vertreten, vor allem Umicore in den USA aber praktisch nicht vertreten und entsprechend unbekannt. Umgekehrt sind die in den USA bekannten Hersteller Engelhard und Jonson Matthey in Deutschland nicht als Barrenanbieter aktiv.