Die Österreicher und das Gold. Die „Österreicher“. Gemeint sind nicht unsere südlichen Nachbarn, sondern in einer nicht unüblichen Verkürzung, die Vertreter der Österreichischen (oder auch Wiener) Schule der Nationalökonomie.

Die Österreichische Schule der Nationalökonomie

Ohne die Thesen der Österreichischen Schule vertiefen zu wollen, sei an dieser Stelle gesagt, dass in dieser Theorie ein mathematisches Herangehen von wichtigen Vertretern praktisch ganz ausgeschlossen wird, weil sie es angesichts der Komplexität der Materie für unbrauchbar halten.

Das war und ist zweifelsfrei revolutionär und gleichzeitig ein ehrenwertes Eingeständnis der eigenen Unzulänglichkeit ein System quasi von innen heraus erfassen zu können. Denn sie haben ja recht: die vielen Modelle volkswirtschaftlicher Berechnungen kranken daran, dass volkswirtschaftliche „Versuchsaufbauten“ volkswirtschaftlichen Abläufe nicht detailliert darstellen können, weil der Einfluss der großen Menge in diesem Fall nicht simulierbar ist.

In den Naturwissenschaften ist es möglich, durch geschickt konstruierte Versuche einzelne Aspekte aus einem großen Ganzen zu isolieren und daraus aber allgemein gültige Gesetze abzuleiten.Wie soll eine Wissenschaft, die sich damit beschäftigt die zugrunde liegenden Mechanismen makroökonomischer Bewegungen zu erforschen, jedoch einen Versuch konstruieren, der das Momentum und die enormen Einflüsse einer „großen Menge“ von handelnden Individuen erfassen kann?

Es gibt Unmengen mathematischer Gleichungen zur Berechnung von volkswirtschaftlichen Entwicklungen und Zuständen. Generationen von Ökonomen versuchten und versuchen die Mechanismen der Wirtschaft zu verstehen und zu quantifizieren.

Eine Herangehensweise, die aus dem Selbstverständnis der Volkswirtschaftler erwächst. Wer die Ökonomie als „exakte Wissenschaft“ versteht, der versucht die Erklärung der Welt in der Sprache der Mathematik zu finden.

Da ist die Methode von Mises, Hayek und den anderen stilprägenden Figuren der Österreichischen Schule durchaus bedenkenswert. Nicht zuletzt hat es den Charme der augenscheinlich leichten Zugänglichkeit. Das aber ist ein großer Irrtum:

Die Ideen sind anfällig für allzu einfache, wohlfeile Parolen und Rosinen-Pickerei. Dadurch wurde vielfach, und noch mehr als der Sinn anderer Theorien der Ökonomie, so mancher Gedanke der Gründerväter verballhornt. So haben viele der heute zu beobachtenden „Ableger“ im Grunde kaum noch etwas mit den ursprünglichen Ideen zu tun.

Der teilweise reichlich zynische Sozialdarwinismus insbesondere der amerikanischen Zweige können nicht im Sinne der Begründer der Schule sein und stellen ein unrühmliches Beispiel dafür dar, wie Ideen „usurpiert“ und verbogen werden.

Eine zentrale Überzeugung der „Österreicher“ sind die Selbstregulierungskräfte von ökonomischen Systemen. Für die Abläufe wird das Individuum wird in den Vordergrund gerückt. Dessen Entscheidungen und Präferenzen sind die wichtigen Faktoren. Mikro- und Makroökonomie trennen die Österreicher daher nicht.

Ein selbstregulierendes System in diesem Sinne darf natürlich nicht gestört werden. Es muss von Einflüssen wie staatlichen Zwängen in der Wirtschaft, befreit werden (übrigens sind die „ursprünglichen Österreicher“ keineswegs gegen den Staat an sich). Und es braucht mächtige Rahmenbedingungen. Doch wieder Gesetze. Geld im antiken Sinn?

Nun ist aber kraft Übereinkunft das Geld Stellvertreter des Bedürfnisses geworden. Darum trägt es den Namen Nomisma, weil es seinen Wert nicht von Natur hat, sondern durch den Nomos (das Gesetz), sodass es verändert oder außer Umlauf gesetzt werden kann.

Aristoteles (Nikomachische Ethik)

Eine Geldform, die im aristotelischen Sinne mit einem qua Übereinkunft Zahlungsmittel die notwendigen wirtschaftlichen Tauschaktionen durchführen kann, ohne an sich Wert zu haben, ist also eine antike Idee. Dieses Geld (nomisma) ist ein Stellvertreter für die Güter. Dass damit die Hintertür für die ungesunde Geldvermehrung geöffnet wird, ahnte der große Grieche sicher nicht.

In der überschaubaren Welt altgriechischer Stadtstaaten war das kein Problem. Spätestens aber in jener Welt, die Ende des 18. Jahrhunderts entstand, mit weltumspannenden, regelmäßig benutzten Handelsrouten, war eine solche Übereinkunft etwas als Stellvertreter für in der Zukunft zu erwerbende Dinge zu erklären, insgesamt nicht durchführbar. Es musste eine Basis her, auf der der internationale Handel möglichst ohne Reibungsverluste funktionierte.

Kein Wunder, dass es die Engländer waren, die ein internationales Währungssystem voran trieben: Goldstandard. Die einen elektrisiert die Vorstellung, die anderen halten es eher für gefährlich, die globale Geldmacht auf ein paar Tonnen Metall zu bauen. Für die Österreicher war Gold aber noch aus einem anderen Grund „sexy“.

Ganz in ihrem Sinne (und teilweise noch aus eigener Erfahrung heraus erlebt) hatte der Goldstandard ja inhärente Ausgleichsmechanismen. Der gemeinsame Goldfuß der Währungen gleicht im internationalen Goldstandard „automatisch“ Wechselkurse und Goldreserve immer wieder an und zwingt die Teilnehmer zu stabiler Geldpolitik (Goldautomatismus).

Wie die Geschichte zeigt, ist allerdings auch ein derartiges System nicht davor gefeit gewesen, durch absichtliche Täuschung oder schlicht Gier und Krieg zu zerfallen.

Im Zusammenhang mit der Österreichischen Schule wird der Begriff Goldstandard häufig bemüht. Und meist in einer recht kategorischen Ausprägung, die sich häufig im Schlagwort Nur Gold ist Geld niederschlägt. Ist das tatsächlich Wiener Schule oder eine unzulässige Vereinfachung?

Wie bereits erwähnt, kann man diese Frage nicht für den Strauß an Ausprägungen, die die Lehre erfahren hat, insgesamt beantworten. Wenden wir uns also der Geschichte zu. Vor allem Mises‘ Theorie des Geldes ist als Grundlagenwerk für die Österreichische Schule zum Thema zu verstehen und soll hier als Ankerpunkt dienen.

Ein Tauschmittel ermöglicht es dem Einzelnen, den Zeitpunkt der Transaktion zu wählen (Zeitpräferenz) und einen dem Bedürfnis angepassten Preis aufzurufen. Das ist eine der zentralen Aussagen. Es ist deutlich, dass man für das Verschieben einer Transaktion in die Zukunft, ein gewisses Vertrauen in die Wertbeständigkeit des Tauschmittels benötigt.

Nur Gold ist Geld

Es ist unzweifelhaft, dass die Vertreter der Wiener Schule Gold als Geld (-basis) bevorzugen. Wie erwähnt, muss im System des selbstregulierenden Marktes eine Geldform existieren, die unabhängig vom „Gesetz“ ist. Einen eigenen Wert hat, der ungesunde Auswüchse des Preisgefüges verhindern kann.

Aber keineswegs leitet sich daraus eine Ausschließlichkeit in der Theorie der „Österreicher“ ab. Diese nicht zu selten gehörte Aussage ist eine Erfindung, die zumindest die „Titanen“ der Schule nicht so formuliert haben.

So schreibt zum Beispiel von Mises in der Theorie des Geldes ganz im Gegenteil das folgende:

Mancher Forscher meinte, dass der hervorragenden Stellung des Geldes im Wirtschaftsleben nicht genügend Rechnung getragen sei, wenn man ihm lediglich die Tauschmittelfunktion zuerkenne, und glaubte erst durch Aufzählung eines halben Dutzend weiterer ,,Funktionen" die Bedeutung des Geldes voll gewürdigt zu haben. Eine recht naive Auffassung: als ob es in einer auf dem freien Austausch der Güter beruhenden Wirtschaftsordnung eine wichtigere Funktion geben konnte als die des allgemein gebräuchlichen Tauschmittels.

(von Mises, Theorie des Geldes)

Hier sieht man schon, dass es in erster Linie nicht um den Wert des Goldes geht, sondern um die Tauschaktionen. Die Funktion des Tauschmittels ist das wichtigste Merkmal. Das würde so manchen selbst ernannten Anhänger der Österreicher einigermaßen überraschen, ist doch die bloße Tauschmittelfunktion ebenfalls kennzeichnend (trotz offiziellem Leugnen) für das sogenannte „Fiat-Geld“. Gold ist wider Erwarten im Grunde „nur“ ein funktionales Mittel zum Zweck. Keine romantische Verklärung.

  • Hartgeld

Im allgemeinen wird dieser Begriff auf Geldmittel angewendet die greifbar aus Edelmetall bestehen. Münzen also vor allem. In der Erweiterung dann auch Papierinstrumente, die 100%ig gedeckt sind. Der Werterhalt für den einzelnen steht dabei im Vordergrund, nicht die Funktion als integraler Bestandteil einer komplexen Volkswirtschaft.

  • Papiergeld

In dieser Sichtweise wird als „Papiergeld“ bezeichnet, was über keine (oder auch nur teilweise) Deckung verfügt. Dies wird meist abwertend benutzt, um die Abhängigkeit von einem Gesetzgeber und auch die Gefahr des Wertverlustes durch Inflationierung herauszustellen.


Was hält nun Mises von dieser Trennung?

Die einfache Unterscheidung zwischen Papiergeld und Hartgeld entsprach auch - oder entspricht auch noch - dem naiven und unklaren Wertbegriffe des Volkes, das in den Edelmetallen an sich „wertvolle“ Objekte, in dem papierenen Kreditgelde immer eine Anomalie sieht.

Wissenschaftlich ist sie völlig wertlos und die Quelle unendlicher Missverständnisse und Entstellungen. Es ist der größte Fehler, den die nationalökonomische Untersuchung begehen kann, wenn sie den Blick an der äußeren Erscheinung der Dinge haften lässt.

(dito)

Das ist scharf. In jedem Satz dieses Zitates räumt Mises mit einem Missverständnis auf, das mit dem angeblichen Nur Gold ist Geld zu tun hat. Zunächst ist ihm diese Unterscheidung viel zu unklar und „naiv“. Im Edelmetall „an sich“ wertvolle Objekte zu sehen, hält er für laienhaftes Geschwätz und wertlos. Ihm ist klar, dass seine Theorie des Geldes hier auch eine offene Flanke hat. Deshalb betont er dann auch noch einmal die „Entstellungen“, die ökonomische Überlegungen erfahren, wenn der Forschende an Äußerlichkeiten stehen bleibt:

Es ist einer der dunkelsten Punkte der Nationalokonomie, dass solche und ähnliche Gesichtspunkte, die dem geistigen Horizonte von Kassenboten und Geldbriefträgern angemessen scheinen, in der wissenschaftlichen Diskussion noch heute eine große Rolle spielen.

(dito)

Man kann die Wut förmlich spüren, die ihn überkommen hat, als ihm bewusst wurde, wie sehr seine Überlegungen missverstanden werden können. Er sieht, wie solche Vereinfachungen seine Theorie förmlich aushöhlen, indem so viel Gewicht auf Gold gelegt wird. Von einem kategorischen Nur Gold ist Geld ist in der Theorie des Geldes nichts zu lesen!

Mises unterscheidet Sachgeld, Zeichengeld und Kreditgeld. Auch spricht er Zeichengeld und Kreditgeld keinesfalls die Fähigkeit ab, als Zahlungsmittel zu fungieren.

Woher kommt also die verbreitete Meinung, die Wiener Schule sei ausschließlich auf Gold als Geld fixiert? Wenn man doch solches lesen kann:

Es muss wohl nicht erst besonders hervorgehoben werden, dass durch die Vornahme einer Scheidung zwischen Sachgeld, Kreditgeld und Zeichengeld ein Urteil über die Güte dieser Geldarten, etwa eine Empfehlung des Sachgeldes und Verwerfung des Kreditgeldes und des Zeichengeldes, nicht beabsichtigt ist.

(dito)

Mises selbst will also keine Geldart empfehlen oder bevorzugen! Die Geldvorstellung der Österreichischen Schule fußt nicht auf Gold und entwickelt aus ihm ein Währungssystem, sondern - ganz im Gegenteil - erscheint Gold als ein Mittel zum Zweck um ein, den Anforderungen entsprechendes, „elastisches“, Geldsystem zu entwickeln.

Was ist Geld?

Der mehr als hundertjährige Streit um den Geldbegriff zählt nicht gerade zu den erfreulichen Abschnitten der Geschichte unserer Wissenschaft. Er ist gekennzeichnet durch das Überwuchern juristischer und handelstechnischer Erwägungen und durch die ungebührliche Wichtigkeit, die man dieser doch lediglich terminologischen Frage beilegte. Ihre Lösung wurde als Selbstzweck betrachtet, man schien völlig übersehen zu haben, dass es sich dabei nur um Erwägungen der Zweckmäßigkeit für weitere Forschung, nicht aber um eine besondere Aufgabe der Wissenschaft handle. So musste die Diskussion notwendig unfruchtbar bleiben. Wenn wir den Versuch unternehmen wollen, zwischen dem Gelde und den dem Gelde äußerlich ähnlichen Verkehrsobjekten eine begriffliche Scheidewand aufzurichten, so haben wir dabei nur auf das Ziel, dem unsere Untersuchung zustrebt, Rücksicht zu nehmen.

(dito)

Wie bereits erwähnt, hat die Wiener Schule, mehr noch als andere Theorien, ein ganz spezielles Problem. Möglicherweise aus guten Gründen verweigert sie sich der mathematischen Formalisierung. Das mag klug sein, führt aber zu den von Mises bereits beklagten Missverständnissen, da es scheinbar (!) möglich ist, sich einer komplexen Theorie ohne Fachwissen zu nähern.

Begreift man eine Formel nicht, ist klar, dass noch am Verständnis gearbeitet werden muss. Begreift man aber einen Satz nicht, kann man den, dank selektiver Wahrnehmung, viel einfacher wie gewünscht interpretieren oder gar ignorieren als eine mathematische Aussage. Die einfache, leicht zu verstehende, im kollektiven Bewusstsein nahezu weltweit verbreitete Tatsache, dass die Österreicher Gold als Währungskern durchaus präferieren, hat damit nichts zu tun.

Mises versucht hier für seine Theorie des Geldes Begriffe zu klären!

[Die Unterteilung in Sach-, Zeichen- und Kreditgeld] ist zweifellos korrekter als die beliebte Unterscheidung zwischen Hartgeld und Papiergeld

(dito)

Es geht ihm um Verständlichkeit im akademischen Sinn. Die extrem vereinfachte Sichtweise muss ihn schwer frustriert haben, so dass er immer wieder darauf zu sprechen kommt:

… wie „reine“ Goldwährung und Goldkern- und Golddevisenkernwährung sich nicht grundsätzlich, sondern nur in dem Ausmaße, in dem in ihnen für den effektiven Umlauf Geldsurrogate verwendet werden […] unterscheiden …

Selbst eine Golddevisenkerndeckung (im Grunde heißt das: die Währung darf durch auf Gold fußende Fremdwährungen gedeckt sein), in der ja keinesfalls realer Goldbesitz die Währung wirklich decken muss, ist demzufolge unter praktischen Gesichtspunkten wie eine „richtige“ Goldwährung angesehen. Einzig und allein die Menge der umlaufenden Geldsurrogate (z.B. Wechsel) ist Unterscheidungsmerkmal. Natürlich ein wichtiges! Ganz selbstverständlich wird da der Umlauf von Geldsurrogaten auch für eine reine Goldwährung vorausgesetzt! Schon hier wird klar dass die Geldsurrogate nicht von vornherein verdammt sind.

Wie so oft entstehen bei derartigen Bewegungen im Laufe der Zeit radikale Ableger, die oft Einzelaspekte der ursprünglichen Lehre herausgreifen und sie in ihrem Sinne verbiegen. Das ist nicht ungewöhnlich, macht es aber schwierig, von „der“ Schule zu sprechen; oder von „jener“ Meinung zu Goldgeld. Als wichtigen und grundsteinlegenden Vertreter der Schule, wurde oben daher vor allem Mises herangezogen, um ein Licht auf das Verhältnis der Wiener Schule der Nationalökonomie zum Gold zu werfen.

Nicht zuletzt wegen seiner klipp und klaren Aussagen dazu. Diese Verengung - also ohne Namen wie Wieser, Menger oder Böhm-Bawerk zu nennen - auf einen, wenn auch entscheidenden Vertreter, ermöglicht einen grundlegend Blick auf das, was in der ursprünglichen Wiener Schule bezüglich des Tauschmittels vertreten wird.

Zusammenfassend kann mit einiger Berechtigung gesagt werden, dass es der Österreichischen Schule der Nationalökonomie nicht darauf ankommt, dass Gold einen „Wert an sich“ hat:

… nur die Übung der am Tauschverkehr Beteiligten vermag Geld zu schaffen

Im Zusammenhang mit der oben erwähnten generellen Geldfrage, ergibt sich ein überraschend deutliches Bild: den Österreichern ging es nicht - jedenfalls nicht primär - um‘s Gold an sich. Selbst seine Eignung als „Geldbasis“ stammt nicht aus einem inhärenten Wert, sondern wird durch Handlungen von Individuen geschaffen. Intensive Diskussionen oder kategorische Forderungen finden sich nicht.

Wie es Mises sagte: die Zweckmäßigkeit ist es, auf die es ankommt! Gold erfüllt gewisse Anforderungen an ein Tauschmittel, die es zum Favoriten der Überlegungen machen. Die Unterscheidung zu anderen Geldinstrumenten dient ausschließlich der notwendigen akademischen Begriffsklärung.

Die „Österreicher“ der ersten Generation muss man dabei auch im historischen Kontext sehen. Die Selbstverständlichkeit „goldener Währungen“ hat bestimmt dazu beigetragen, dass bei den meisten Ausführungen in denen Gold überhaupt explizit genannt wird, eine gewisse Selbstverständlichkeit herauszulesen ist, die zweifelsfrei in heutiger Zeit zu Missverständnissen führen kann.

Zuletzt noch die Klärung der Frage warum dann aber eben doch Gold „am Ende des Tages“ wirklich brauchbares Geld ist. Lange Zeit hatten die Nationalökonomen ein Problem mit der Entstehung des Geldes. Gemeinhin wurde ein Zirkelschluss bemüht: die Leute wollen Geld, weil es Kaufkraft besitzt - und es besitzt Kaufkraft weil die Leute es wollen. Wenig hilfreich.

Mises löst das Problem durch eine neue Dimension der Betrachtung: das Vergehen der Zeit. Oben genannte Tautologie gilt ja nur, wenn sozusagen keine Zeit vergeht. Tatsächlich - also in dieser Lehre - richtet sich die Erwartung an die zukünftige Kaufkraft (und damit die „Nachfrage“ nach Geld) nach dem Wissen um die heutige. Das ist offensichtlich. Aber erst wenn wir darauf eingehen, dass sich die heutige Kaufkraft dann logischerweise aus der Erwartung in der Vergangenheit entwickelt hat, geht diese Kette weiter.

Die Erwartung gestern nährt sich aus der von vorgestern und so weiter. So muss zwangsläufig am Ende dieser Kette irgendwann ein Gut stehen, das weithin Nachfrage erfährt. Zu diesem Zeitpunkt, sagt die Theorie, ist dieses Gut noch kein Tauschmittel (oder: Geld)!

Weithin über fast alle Grenzen hinweg im sakralen und feudalen Umfeld benutzt, insofern als Statuszeichen (Schmuck) und Symbolopfer etc. über alle Grenzen hinweg geschätzt, ist Gold also ganz im Sinne Misesscher Zweckmäßigkeit ein ausgesprochen guter Kandidat.

Es ist purer Pragmatismus, der die Österreicher dazu bringt, Gold als vernünftiges Geld anzusehen - eigentlich als vernünftige Geldbasis, denn die Notwendigkeit verschiedenster Geldsurrogate wird nie bezweifelt. Weder ein hypothetischer inhärenter Wert, noch Verklärung eines Minerals.

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