Stand: 28.04.2015  1 Kommentare

Im vergangenen Jahr sind weltweit 300 Tonnen Gold unverwertet in Elektroschrott auf Müllhalden gelandet. Das entspricht mehr als 10 Prozent der globalen Goldfördermenge.

Im Jahr 2014 sind geschätzte 300 Tonnen Gold in Elektroschrott auf Müllhalden in der ganzen Welt gelandet, ohne dass sie in irgendeiner Form wiederverwertet oder aufbereitet wurden. Zu dem gelben Edelmetall gesellen sich zudem rund 1.000 Tonnen Silber und viele tausend Tonnen anderer Metalle, die allein im vergangenen Jahr unwiederbringlich in der globalen Flut von Elektroschrott verloren gingen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der United Nations University (UNU), die vergangene Woche veröffentlicht wurde.

300 Tonnen Gold in Elektroschrott auf Müllhalden gelandet

Edelmetalle wie Gold oder Silber sind wichtige Bestandteile vieler elektrischer oder elektronischer Produkte. Oftmals werden diese am Ende ihrer Lebensdauer gedankenlos weggeworfen. Laut UNU-Studie wurden im vergangenen Jahr weltweit rund 42 Millionen Tonnen Elektroschrott auf Müllhalden entsorgt, ohne dass dieser einer Wiederverwertung unterzogen wurde.

Den Angaben zufolge enthielt der globale und unverwertete Elektroschrott des Jahres 2014 auch 300 Tonnen Gold. Dies entspreche 11 Prozent der globalen Goldfördermenge des Jahres 2013, hieß es. Beim derzeitigen Goldpreis hätte das verschrottete Gold einen Wert von nahezu 11 Milliarden Euro.

Zudem sind allein im Jahr 2014 auch rund 1.000 Tonnen Silber unverwertet auf den Müllhalden dieser Welt gelandet. Beim derzeitigen Silberpreis hätte das verschrottete Silber einen Wert von mehr als 480 Millionen Euro.

Elektroschrott auf Müllhalden ist "wertvolle urbane Mine"

Darüber hinaus würden sich im weltweiten, unverwerteten Elektroschrott des vergangenen Jahres auch 16.500 Kilotonnen Eisen, 1,900 Kilotonnen Kupfer sowie große Mengen an Aluminium und Palladium, sowie Kunststoffe und andere unverwertete Ressourcen befinden.

Der Studie zufolge hat der globale, unverwertete Elektroschrott des vergangenen Jahres einen Gesamtwert von 48 Milliarden Euro. In einer Stellungnahme sagte der Assistent des UN-Generalsekretärs und Rektor der UNU, David Malone:

"Auf globaler Ebene stellt Elektroschrott eine wertvolle 'urbane Mine' dar".

Elektroschrott passt auf 1,15 Millionen LKW

Würde man laut Studie den gesamten globalen Elektroschrott des vergangenen Jahres auf LKW verladen wollen, so bräuchte man 1,15 Millionen 40-Tonner, die aneinandergereiht eine Länge von 23.000 km erreichen würden, oder die Strecke von New York nach Tokio und wieder zurück.

Laut Studie wächst die jährlich erzeugte, globale Menge an Elektroschrott um zwei Millionen Tonnen pro Jahr. Demnach wurden Im Jahr 2010 rund 34 Millionen Tonnen Elektroschrott gedankenlos entsorgt. Nur 16 Prozent des weltweit erzeugten Elektroschrotts würden dabei ordnungsgemäß aufbereitet und wiederverwertet. Der Rest lande auf Müllhalden.

Elektroschrott aus Deutschland an vierter Stelle

Den Angaben zufolge kommt der meiste Elektroschrott der Welt aus den USA und China. Zusammen genommen sind diese zwei Staaten für etwa ein Drittel des gesamten globalen Elektroschrotts verantwortlich. An erster Stelle steht demnach die USA (7027 Kilotonnen), gefolgt von China (6032,6 Kt), Japan (2200,5 Kt) und, an vierter Stelle, Deutschland (1768,9 Kt).

Indien dagegen, mit seiner rund 15-fachen Bevölkerung von Deutschland produzierte im vergangenen Jahr "nur" 1640,7 Kt Elektroschrott. Am wenigsten produzierten Chile (176,2 Kt) und Portugal (170,9 Kt).

Europäer pro Kopf führend

Rechnet man die Zahlen jedoch auf die Einwohnerzahl herunter, ergibt sich ein völlig anderes Bild. Den meisten Elektroschrott pro Einwohner produzierte Norwegen mit 28, 2 Kilogramm pro Kopf, gefolgt von der Schweiz (26,3 kg/Kopf), Island (26,1 kg) und Dänemark (24 kg). Deutschland liegt hier an elfter Stelle mit 21,7 kg pro Kopf.

Der meiste Elektroschrott kam demnach mit 16 Millionen Tonnen aus Asien (3,7 kg pro Kopf), gefolgt von Europa mit 11,6 Millionen Tonnen (15,6 kg pro Kopf). In Afrika dagegen wurden in 2014 insgesamt 1,9 Millionen Tonnen Elektroschrott produziert, was lediglich 1,7 kg pro Kopf entspricht.

Der wenigste Elektroschrott überhaupt kam aus Ozeanien, wo im vergangenen Jahr insgesamt 0,6 Millionen Tonnen produziert wurden. Pro Kopf gerechnet ergibt dies allerdings einen Wert von 15,2 kg, was nahezu dem Wert für Europa entspricht.

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Kommentare [1]
  • von Peter | 10.09.2016, 17:59 Antworten

    Wenn man für den Elektroschott, der letztlich verwertbare Metallreserven enthält, ein sinnvolles "Pfandsystem" schaffen würde, der auch dem Endverbraucher ein angemessenes Pfandentgelt für abgelieferten Elektroschrott zubilligen würde, ließen sich diese letztlich unersetzlichen Ressourcen sicherlich sinnvoll verwalten. Aber solange dieses kranke Wirtschaftssystem ausschließlich darauf ausgerichtet ist, dass jedes halbe Jahr ein neues Handy unverzichtbarer "Style" ist, wird sich nichts ändern.

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