Stand: 15.04.2016 von © Gold.de Redaktion MA/GW 4 Kommentare

Gold fasziniert den Menschen seit eh und je - wenngleich aus unterschiedlichen Gründen. Für die einen ist das Gold der Inbegriff von Reichtum und Wohlstand. Die Inka dagegen nutzten Gold ausschließlich zur Götterverehrung und nannten es den "Schweiß der Sonne". Nicht ganz zu Unrecht, denn unter irdischen Bedingungen kann Gold nicht entstehen. Und doch trägt es jeder Mensch in seinem Körper mit sich - immer und zu jeder Zeit. Wir präsentieren 31 (fast) unglaubliche Fakten über Gold.

Auch wenn man es nicht besitzt oder sehen kann, Gold ist für den Menschen allgegenwärtig. Das trifft im Zeitalter der Digitalisierung mehr denn je zu. In jedem Smartphone oder Laptop ist Gold enthalten - und nicht gerade wenig, wie sich gleich herausstellen wird. Gold umgibt unseren Alltag, unsere Vergangenheit und unsere Zukunft stärker, als wir bisweilen erahnen können. Und jenseits seiner Funktion als Geldanlage oder Wertspeicher hat das seltene und unzerstörbare Gold viele bemerkenswerte Geschichten geschrieben. 31 davon hat der Londoner Goldhändler Bullion Vault jetzt in einer Infografik zusammengetragen und am vergangenen Freitag (08.04.16) veröffentlicht. Wir stellen sie in veränderter Reihenfolge vor. Manche dieser Fakten sollte man wissen, andere dagegen kann man wissen, und wiederum andere erscheinen zuweilen entbehrlich. Der Vollständigkeit halber sollen sie an dieser Stelle aber alle kurz angefasst werden. Na dann los.

Recycling lukrativer als Goldminen

Der menschliche Körper enthält durchschnittlich 0,2 Milligramm Gold (Fakt # 1).
Wenngleich dies einer verschwindend geringen Menge entspricht, summiert sich diese Quote auf eine komplette Feinunze Gold je 155.000 Menschen, was einer mittelgroßen Stadt entspricht. Allerdings befinden sich in den Abwässern, die diese Menschen produzieren, gleichsam ein erheblich höherer Anteil an Gold, nämlich geschätzte 0,4 Milligramm je Kilogramm Klärschlamm (Fakt # 2).
Der Gegenwert dieses Goldes wird auf mehrere Millionen Dollar taxiert. Nicht zuletzt erweist sich auch das Recycling von Smartphones und Laptops als wahre Goldgrube. Aus einer Tonne verschrotteter Smartphones lassen sich bis zu 10 Feinunzen (ca. 310 Gramm) Gold zurückgewinnen (Fakt #  3).
Und aus 200 ehemaligen Laptops lassen sich gut 5 Feinunzen herausholen. Zum Vergleich: Goldminen, die 5 Gramm Gold pro Abraumtonne Erz abwerfen, gelten bereits als sehr lukrativ.

Neutronensterne und Billardkugeln aus Gold

Auch wenn wir im alltäglichen Leben regelrecht von Gold umgeben sind, ändert dies nichts an der Tatsache, dass das zugängliche Gold nicht nur auf Erden selten ist, sondern vermutlich auch im gesamten Universum. Denn Gold kann weder unter irdischen Bedingungen noch innerhalb der Sonne entstehen. Damit Gold entstehen kann, müssen schon zwei Neutronensterne (ehemalige Supernova) miteinander kollidieren und in einem extrem energetischen kosmischen Ereignis explodieren (Fakt #  4).
Da Gold nur unter solch fantastischen Bedingungen entstehen kann, verfügt es auch über fantastische Eigenschaften. Unter allen Elementen ist Gold das dehnbarste beziehungsweise biegsamste. Walzt man nur 1 Gramm Gold in der Dicke eines menschlichen Haares aus, erhält man einen insgesamt 165 Meter langen "Faden" (Fakt #  5).
Darüber hinaus weist Gold eine sehr hohe Dichte aus, was sich in seinem Gewicht bemerkbar macht. 10 Billardkugeln aus Gold würden etwa 17 Billardkugeln aus Blei entsprechen (Fakt # 6).

8 Millionen Tonnen Gold im Meerwasser gelöst

Wenngleich Gold aus menschlicher Sicht sehr selten ist, gibt es im Gesamtgefüge der irdischen Dinge doch sehr viel davon. Allein in einem Liter Meerwasser sollen rund 13 Milliardstel Gramm des gelben Metalls gelöst sein. Wäre der Mensch in der Lage, dieses gelöste Gold zu bergen, wäre er um geschätzte 8 Millionen Tonnen Gold reicher (Fakt # 7).
Schon das Mittelmeer enthält demnach 288 Tonnen Gold. Größere Hoffnungen, die Goldschätze des Meeres zu bergen, sollte man sich allerdings aufgrund der vielen hundert gesunkenen Schiffe rund um den Erdball machen. Allein das Wrack der spanischen Galeone San José, das in der Karibik vor Kolumbien liegt, enthält jüngsten Schätzungen zufolge Gold, Silber und Smaragde im Wert von mehr als 4 Milliarden Dollar (Fakt # 8).
Ein weiteres Gewässer, die Laguna de Guatavita, ein von den Indianern als heilig verehrter Bergsee nahe der heutigen kolumbianischen Hauptstadt Bogota, legte im 16. Jahrhundert aufgrund der mutmaßlich darin verborgenen Goldschätze den Grundstein für die Legende von Eldorado (Fakt # 9).

Artefakte und ein Sarg aus Gold

Doch die Jahrtausende alte, teils verbissene Faszination des Menschen für Gold wird durch nichts besser illustriert als durch archäologische Funde. Die bislang ältesten menschlichen Artefakte aus Gold in Form von Armreifen, Ringen und Zeptern datieren um das Jahr 4.500 v. Christus und wurden im Gräberfeld von Warna in Bulgarien entdeckt (Fakt # 10).
Erst rund 3.000 Jahre später wurde der ägyptische Pharao Tutanchamun in einem mindestens 110 Kilogramm schweren Sarg aus massivem Gold bestattet (Fakt # 11).
Auch in der Bibel spielt Gold eine bedeutende Rolle, wo es mehr als 400 Mal namentlich erwähnt wird (Fakt # 12).
Demnach war das Gold im Tempel des Königs Salomo nach heutigem Wert rund 50 Milliarden Dollar wert. Doch der bis dato wertvollste archäologische Goldfund, der gehoben werden konnte, wurde indes in den 1980er Jahren in Polen gemacht. Der Wert des aus Gold- und Silbermünzen, zahlreichen Kleinodien und einer Krone bestehenden Schatzes von Sroda wird auf zwischen 50 bis 100 Millionen Dollar geschätzt (Fakt # 13).

Geld, Goldmünzen und Medaillen

Die Menschen waren allerdings nicht nur fasziniert vom gelben Edelmetall. Zunehmend banden sie es als Geld in Form von Goldmünzen in ihr alltägliches Leben ein. Die ersten Goldmünzen entstanden vor gut 2.500 Jahren im ehemaligen Königreich Lydien und waren die Basis für das Geld, wie wir es heute kennen (Fakt # 14).
Noch bis in moderne Zeiten hinein wurde Gold dazu verwendet, den Wert von Geld zu decken. Das änderte sich erst 1971, als sich die USA unter Präsident Nixon vom Goldstandard trennten, weil sie nicht über genug Gold verfügten, um das damals bereits gedruckte Papiergeld zu decken (Fakt # 15).
Das änderte allerdings nicht viel, was den möglichen Wert von Goldmünzen betrifft - im Gegenteil. Den bisher höchsten Preis, den eine einzelne Goldmünze erzielt hat, war ein St Gaudens Double Eagle mit dem Nennwert von 20 Dollar aus dem Jahr 1933. Bei einer Versteigerung im Jahr 2002 wechselte diese Münze für 7,6 Millionen Dollar den Besitzer (Fakt # 16).
Unverkäuflich ist dagegen die größte jemals hergestellte Goldmünze der Welt. Die australische Red Kangaroo Goldmünze hat einen Nennwert von 1 Million Dollar und bringt sage und schreibe 1 Tonne auf die Waage (Fakt # 17).
Nicht so viel von Gold bekommen derweil moderne Spitzensportler zu spüren. Das letzte Mal, dass eine olympische Goldmedaille in purem Gold vergeben wurde, war im Jahr 1912. Heutzutage enthalten Goldmedaillen lediglich einen Anteil von 1,34 Prozent echten Goldes (Fakt # 18).

40 Prozent allen Goldes kommt aus Südafrika

Dass der Goldanteil in Medaillen zusehends geschrumpft ist, dürfte einerseits an der erhöhten Teilnehmerzahl an Olympia liegen, andererseits vielleicht aber auch daran, dass es immer schwieriger wird, an das Gold im irdischen Boden heranzukommen. In Südafrika etwa, einst der größte Goldproduzent der Welt, muss in manchen Minen mittlerweile bis zu 4 Kilometer tief in die Erde gebohrt werden, um an das Edelmetall heranzukommen (Fakt # 19).
In diesen Stollen können dann Temperaturen bis zu 55 Grad Celsius herrschen. Der Vergleich mit Südafrika hinkt dabei nicht, denn allein in den vergangenen 150 Jahren sind dort fast 40 Prozent des gesamten Goldes der Menschheitsgeschichte gefördert worden (Fakt # 20).
Das meiste dieses Goldes ginge heutzutage vermutlich nach China, das mittlerweile nicht nur der größte Goldproduzent der Welt ist, sondern zugleich auch der größte Importeur des Edelmetalls (Fakt # 21).
Dort wie in der restlichen Welt zeichnet Schmuck für 60 Prozent der globalen Goldnachfrage verantwortlich. Goldmünzen und -Barren als Geldanlage haben dabei einen Anteil von lediglich 20 Prozent. Die verbleibenden 20 Prozent teilen sich die Industrie- und Zentralbanknachfrage (Fakt # 22).

Größtes Goldnugget in Casino ausgestellt

Zwar importiert und produziert China das meiste Gold. Die größte Konzentration von Gold befindet sich aber in New York bei der Federal Reserve. Dort lagern seit geraumer Zeit rund 5.890 Tonnen in einer einzigen Lagerstätte. 95 Prozent davon gehören aber nicht den USA, sondern ausländischen Drittstaaten (Fakt # 23).
Allerdings erscheinen diese Mengen zwergenhaft, wenn sie mit anderen Industrien, etwa der globalen Stahlindustrie, verglichen werden. In jeder einzelnen Stunde des Jahres 2015 wurde weltweit mehr Stahl produziert, als Gold in der gesamten Menschheitsgeschichte gefördert wurde (Fakt # 24).

größte Goldnugget der Welt - Welcome Stranger Nugget 72,02 Kilogrammgrößte Goldnugget der Welt - Welcome Stranger Nugget 72,02 Kilogramm


Und bei all dem sind die großen Goldrausch-Zeiten schon lange vorbei. Es ist heute sehr unwahrscheinlich, dass jemals wieder ein Goldnugget in der Größenordnung eines "Welcome Stranger" gefunden wird. Dieses Nugget wog bei seiner Bergung in Australien im Jahr 1869 stolze 71 Kilogramm und wurde später in mehrere Teile gespalten. Das heute größte noch intakte Goldnugget ist der 27 Kilogramm schwere "Hand of Faith", der in einem Casino in Las Vegas zu bewundern ist (Fakt # 25).

Von Bankgebäuden und einem Buddha

Zugleich ist heutzutage aber bei weitem mehr physisches Gold im Umlauf als jemals zuvor. Nicht zuletzt deshalb, weil immer mehr Anwendungen für das gelbe Edelmetall gefunden werden. So kommt Gold zum Beispiel mittlerweile in den Fenstern von Wolkenkratzern zum Einsatz. Dort dient es als Hitzeschild und reduziert zugleich die schädliche UV-Strahlung der Sonne. Im kanadischen Toronto etwa wurden zu diesem Zweck die 14.000 Fensterscheiben eines Bankgebäudes mit jeweils 5 Gramm 24-karätigem Gold aufgerüstet. Der Gegenwert des Fenstergoldes: Rund 2,7 Millionen Dollar (Fakt # 26).
Allerdings sind solche goldenen Großprojekte nichts Neues. Denn das größte von Menschen gebaute Objekt aus massivem Gold ist zwischen 500 und 700 Jahre alt. Dabei handelt es sich um eine Statue des Buddha in einem Tempel (Wat Traimit) in Bangkok. Der Koloss ist 3,90 Meter hoch und 3,10 Meter breit und wurde aus insgesamt 5 Tonnen Gold gefertigt (Fakt # 27).

Das sprichwörtliche Huhn, das goldene Eier legt

Auch war es nie zuvor in der Menschheitsgeschichte für Privatleute so einfach, Gold zu besitzen oder mit Gold zu handeln. Eine große Rolle spielt dabei die eingangs genannte Digitalisierung. Erst im August vergangenen Jahres hat ein Kunde der Handelsplattform BullionVault mithilfe einer Android App 21,39 Kilogramm Gold im Gegenwert von 780.000 Dollar gekauft. Bis dato war dies einer der größten Goldkäufe per Smartphone weltweit (Fakt # 28).
Doch die zunehmende globale Vernetzung hat auch seine Schattenseiten. So hat sich etwa der Goldschmuggel auf asiatischen Routen durch international organisierte und vernetzte Banden in den vergangenen vier Jahren nahezu verzehnfacht (Fakt # 29).
Auch für Kriminelle ist Gold schließlich der Inbegriff von Reichtum und Wohlstand, sozusagen das sprichwörtliche Huhn, das goldene Eier legt. Gäbe es solche Eier tatsächlich, würden diese nahezu 3 Kilogramm wiegen und nach heutigem Goldpreis gut 115.000 Dollar wert sein (Fakt # 30).
Doch dass solch hypothetische Rechenakrobatik nicht realistisch ist, wussten schon die antiken Goldhändler. Diese beschränkten sich nämlich auf die Schoten des Karobbaumes, um ihre Goldwaagen zu eichen. Diese Schoten wurden im Arabischen als "qirat" bezeichnet, woraus sich das heute gebräuchliche Karat, also die Maßeinheit für den Feingehalt von Gold, ableitet (Fakt # 31).

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Kommentare [4]
  • von Marco | 16.07.2017, 08:35 Antworten

    Da Gold nicht einmal doppelt so schwer ist wie Blei, kann eine Billardkugel aus Gold unmöglich so viel wiegen wie ein Basketball aus Blei!

    [ Anmerkung der Redaktion: Vielen Dank für Ihren Hinweis, dem Autor ist bei der Berechnung offensichtlich ein Fehler unterlaufen. Wir haben den Artikel nun entsprechend angepasst. ]

    • von "Ophirum" | 03.08.2017, 12:25 Antworten

      Das spezifische Gewicht von Gold beträgt 19,3 Gramm pro Kubikzentimeter; es ist das sechstschwerste Metall. Zum Vergleich: Blei wiegt 11,4 Gramm pro Kubikzentimeter, Eisen 7,9 Gramm und Kupfer 8,9 Gramm.

    • von Jack | 09.08.2017, 16:02 Antworten

      Der Basketball aus Blei wär ca. 40 mal schwerer !

      [ Anmerkung der Redaktion: Vielen Dank für Ihren Hinweis, dem Autor ist bei der Berechnung offensichtlich ein Fehler unterlaufen. Wir haben den Artikel nun entsprechend angepasst. ]

  • von Andi | 23.08.2017, 09:10 Antworten

    ... und was sagt der Autor dazu?

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