Stand: 26.06.2015  4 Kommentare

Ein Mann im afrikanischen Simbabwe wurde wegen des Besitzes von 2 Gramm Gold zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil wirft viele Fragen auf.

Ein 29 Jahre alter Mann aus Simbabwe im südlichen Afrika muss für die nächsten 5 Jahre ins Gefängnis, weil er zuhause 2 Gramm Gold aufbewahrt hatte. Ein drakonisches Urteil, das besonders im Fall Simbabwe viele Fragen aufwirft.

5 Jahre Gefängnis wegen 2 Gramm Gold

Wie das afrikanische Nachrichtenportal All Africa am Dienstag (22.06.15) berichtete, wurde der 29-Jährige verhaftet, nachdem in seinem Haus 2,08 Gramm Gold vorgefunden wurden. Das Haus des Mannes in der Stadt Daylesford in Simbabwe war von Zollbeamten durchsucht worden, nachdem ein anonymer Hinweis bei den Behörden eingegangen war.

Weil der Beschuldigte weder eine Schürf- noch Handelserlaubnis für Edelmetalle vorweisen konnte, wurde er dem Haftrichter vorgeführt. Der fackelte nicht lange und schickte den jungen Mann wegen des Besitzes von 2,08 Gramm Gold für 5 Jahre ins Gefängnis.

Drakonisches Urteil wegen 2 Gramm Gold wirft viele Fragen auf

Das drakonische Urteil wirft viele Fragen auf, und zwar nicht zuletzt, weil es sich, nun ja, um Simbabwe handelt. Das Land im südlichen Afrika ist bekannt für seine vielen illegalen Goldminen. Tausende Menschen verdienen in staatlich nicht regulierten Goldminen ihren Lebensunterhalt.

Oftmals haben die Menschen in großen Teilen von Simbabwe keine andere Wahl, als in den oftmals ungesicherten und illegalen Stollen etwas hinzu zu verdienen. Laut dem CIA World Fact Book beträgt die Arbeitslosigkeit in dem Land bis zu 90 Prozent.

Dabei ist Kinderarbeit in den illegal betriebenen Goldminen gang und gäbe. Bereits im Alter von 10 Jahren müssen Kinder ungeschützt mit Quecksilber umgehen. Viele davon leiden bereits an einer Quecksilbervergiftung oder an chronischen Atemwegsbeschwerden.

Doch der eigentliche Grund, warum das drakonische Urteil wegen 2 Gramm Gold so viele Fragen aufwirft, ist der Umstand, dass jeden Monat Gold im Wert von mehreren hundert Millionen Dollar illegal aus Simbabwe ins Ausland abfließen. Dabei geht es um Größenordnungen von bis zu 20 Tonnen Gold monatlich.

Wollte der Richter ein Exempel statuieren?

All diese Tatsachen müssen dem Richter bekannt gewesen sein, als er sein drakonisches Urteil wegen 2 Gramm Gold fällte. Wollte der Richter etwa ein Exempel statuieren, um ein Zeichen gegen das illegale Treiben zu setzen?

Eine weitaus plausiblere Erklärung dürfte hingegen in der Tatsache zu finden sein, dass der besagte Richter bereits zuvor wegen Bestechlichkeit aufgefallen ist. Bereits in einem anderen Fall hatte derselbe strenge Justizbeamte ein Bestechungsgeld in Höhe von 300 Dollar von der Mutter eines bereits verurteilten jungen Mannes erwirkt, um dessen Haft auszusetzen.

Es ist also durchaus nicht abwegig (und es bleibt zu hoffen), dass sich der Richter auch in dem jüngsten Fall lediglich ein Zubrot verdienen will.

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Kommentare [4]
  • von jupp | 02.07.2015, 15:43 Antworten

    In Deutschland gibt es die §§ 153 und 154 StPO. Danach wird gegen Geldbuße ein Strafverfahren eingestellt. Wegen Rechtsbeugung, Parteiverrat, Prozeßbetrug, Falschgutachten usw. gibt es ohnehin keine Ermittlungen.

  • von Lorenz Z. | 30.06.2015, 18:40 Antworten

    @Ron Ja es wurden hier die Interessen der internationalen Finanzindustrie umgesetzt. Der Chef der internationalen Finanzindustrie, namentlich Herr Clemens Radtke, rief beim afrikanischen Richter an und sagte: "Hey, mein Interesse ist, dass dieser Mann, der 2 g Gold hat, für 5 Jahre ins Gefängnis kommt". Daraufhin verfügte der Richter, dass der Mann mit den 2 g Gold für 5 Jahre ins Gefängnis kommt.
    Grüße aus Magdeburg
    Lorenz

  • von Rex Tyrannus | 30.06.2015, 18:36 Antworten

    Man muss aber dazu wissen, dass der Angeklagte sich bereits 4 1/2 Jahre in Untersuchungshaft befunden hatte. Der sitzt von der Strafe daher nur 6 Monate ab. Wäre die Strafe niedriger ausgefallen, hätte für die Zeit, um die die Untersuchungshaft die Strafhaft übersteigt Entschädigung geleistet werden müssen. Außerdem wäre der Aufschrei in der Presse groß gewesen, wie man denn eine Strafsache 4 1/2 Jahre hinziehen und den bis zur Verurteilung als unschuldig geltenden Täter in U-Haft sitzen lassen kann. Im Übrigen war der Angeklagte ein Weißer. Als Weißer hat man dort ohnehin verdammt schlechte Karten.

  • von Ron | 26.06.2015, 17:04 Antworten

    Möglicherweise werden hier die Interessen der internationalen Finanzindustrie umgesetzt.

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