Stand: 18.08.2018 von Egmond Haidt 8 Kommentare

Die türkische Lira ist in den vergangenen Monaten drastisch eingebrochen. Präsident Recep Tayyip Erdogan fordert die Bürger auf, Dollar, Euro und Gold in Lira umzutauschen. Das macht allerdings keinen Sinn, hat doch das Edelmetall in der Währungskrise die Kaufkraft der Türken gut erhalten.

Ein Thema hat zuletzt für deutliche Börsenturbulenzen am Aktienmarkt in Europa gesorgt: Die Türkei-Krise.

Weil die Lira gegenüber Dollar und Euro auf immer neue Rekordtiefs gefallen war, kommen die dortigen Banken schwer in die Bredouille, weil es ihren Kunden, vor allem den Unternehmen, die in den vergangenen Jahren massiv Dollar-Schulden gemacht haben, extrem schwer fällt, ihre Dollar- und Euro-Kredite zu bedienen. Denn die Schuldner müssen immer mehr Lira dafür aufwenden.

Investoren haben zudem Sorge, dass die Krise in der Türkei auch jene Banken der Euro-Zone erfassen könnte, die über ein bedeutendes Türkei-Geschäft verfügen. Daher ist der Branchenindex Euro Stoxx Banks Index auf das niedrigste Niveau seit November 2016 eingebrochen.

Trotz der jüngsten Maßnahmen der Notenbank könnte sich die Lira-Krise in den nächsten Monaten weiter verschärfen, denn viele Investoren sind der Überzeugung, dass die Türkei die sehr hohe Inflation von zuletzt 15,85 Prozent nur mit kräftigen Zinssteigerungen bekämpfen kann. Solange sich die Notenbank allerdings weigert das zu tun, dürfte der Abwärtsdruck auf die Lira anhalten.

Gold erhält den Großteil der Kaufkraft

In dem Umfeld können sich jene Türken glücklich schätzen, die zumindest einen kleinen Teil ihres Vermögens in physisches Gold investiert hatten.

Dazu ein Beispiel:

  • Gegenüber Jahresanfang ist die Lira um 36,3 Prozent gegenüber dem Dollar eingebrochen auf aktuell 5,94 Lira je Dollar.

  • Im Gegenzug ist der Dollar um 57,0 Prozent der türkischen Lira und Gold gegenüber der Lira gestiegen – das liegt daran, dass die Basis bei beiden Rechnungen unterschiedlich ist.

Das können Sie jederzeit im Internet überprüfen.

Und was hat der Goldpreis im gleichen Zeitraum gemacht? Der Goldpreis ist um 45 Prozent auf aktuell 7.150 Lira je Unze geklettert. Zwar gibt es zwischen dem Anstieg des Dollar gegenüber der Lira und dem des Goldpreises auf Lira-Basis eine Lücke von rund 12 Prozent. 

Das liegt daran, dass in dem Zeitraum der Goldpreis auf Dollar-Basis um rund 10 Prozent gesunken ist.

Chart Goldkurs türkische Lira

Nichts desto trotz haben jene Türken, die physisches Gold besessen haben, einen Großteil ihrer Kaufkraft erhalten, während jene mit Lira mehr als ein Drittel ihrer Kaufkraft verloren haben. Das zeigt die Qualität des Edelmetalls in Krisenzeiten eindrucksvoll.

Diejenigen Bürger, die ihr Gold nicht verkaufen müssen, können warten, bis der Preis auf Dollar-Basis um rund 10 Prozent steigt, dann hätten sie genau so viel Kaufkraft wie vorher.

EZB drückt den Euro stark nach unten

Dieses Beispiel sollte vielen Bürgern der Euro-Zone eine Lehre sein. Denn die EZB tut alles in ihrer Macht Stehende, um die Zinsen bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag bei null zu halten und schwächt damit erheblich den Euro.

Vielmehr ist zu befürchten, dass die EZB bei den kleinsten Krisenanzeichen, und davon gibt es etliche, - das können Sie in dem Beitrag „Goldpreis fällt trotz zahlreicher Brandherde“ nachlesen -, die Geldpressen wieder schneller laufen lassen dürfte.

Dass sich in dem Umfeld die Talfahrt des Euro gegenüber dem Dollar weiter beschleunigen sollte, sollte jedem klar sein. Wenn ich mir die Entwicklungen der vergangenen Monate anschaue, befürchte ich, dass es mit dem Euro in den nächsten Monaten kräftig abwärts gehen wird.

Das Beispiel Türkei-Krise zeigt, dass Gold bei Währungskrisen die Kaufkraft sehr gut erhält. Vor dem Hintergrund kann sich jeder selbst überlegen, ob er einen kleinen Teil seines Vermögens in physisches Gold investiert, oder das Finanzvermögen hauptsächlich in Euro hält – jenem Euro, den die EZB jeden Tag versucht abzuwerten, um die Inflation anzuheizen und so die Schuldensause in der Euro-Zone auf Kosten der Sparer am Leben zu halten.

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Absturz der türkischen Lira - Gold erhält Kaufkraft!
Egmond Haidt - Nach der Bankausbildung und dem BWL-Studium begann Egmond Haidt im Jahr 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit dem Verkauf von BÖRSE ONLINE an den Finanzen Verlag im Januar 2013 arbeitet Egmond als freier Finanzjournalist und schreibt über Themen wie Wirtschaft, Aktien, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle. Seit der 2008er-Schuldenkrise beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Gold.
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Kommentare [8]
  • von JOE | 23.08.2018, 22:22 Antworten

    DIE TÜRKEN VERKAUFEN IHR GOLD! ANDERS KANN MAN DEN PREISVERFALL DES GOLDES NCIHT ERKLÄREN! WAS IST EURE MEINUNG?

    • von Goldmex | 14.09.2018, 19:10 Antworten

      prima.

      UND SEIT WANN SIND DIE TÜRKEN ODER IHR WIRTSCHAFTSVERHALTEN JE EIN ANHALTSPUNKT, MASSSTAB ODER SONST EIN INDIZ FÜR IRGENDWAS GEWESEN?!?

      sollen sie doch ihr gold verkaufen...die sind eh am und im arsch...nicht zuletzt ihrem jetzigen regierungschef zu verdanken...neben all den anderen uneuropäischen charaktereigenschaften!

  • von Goldbauer | 20.08.2018, 09:48 Antworten

    Aktien sind sicherlich keine falsche Anlagealternative. Einen Teil seiner langfristig nicht benötigten Reserven in Aktien (ETF) anzulegen ist sogar eine wahrscheinlich gute Entscheidung. Welche Alternativen verbleiben für die anderen Teile? Geld wird mit hoher Sicherheit immer wertloser. Viele Behörden wie z. B. die Finanzämter, die Vormundschaftsgerichte, alle Sozialbehörden haben bei bedarf Einsicht und Übersicht über alle Geldanlagen . Langfristig wird es sich nicht lohnen, ja es wird nicht möglich sein Geld aufzuheben. 10 kg Gold waren im Kaisereich ein schönes kleines Vermögen und sind es auch heute noch.

  • von dermerker | 18.08.2018, 20:01 Antworten

    wer braucht schon gold !!! bis der deutsche MICHEL merkt was los ist, ist es für 98 % der schläfer in unserem land sowieso vorbei. deshalb !!! wer braucht schon gold ???

  • von Torte | 18.08.2018, 20:01 Antworten

    Und wer Dollars gehabt hätte, der könnte sich jetzt 10% mehr Gold kaufen. Gold ist eine guter Notgroschen, taugt aber nicht zum investieren.

    Mit US-Aktien hätte man deutlich mehr gewonnen

    • von gold-finger | 25.09.2018, 08:27 Antworten

      das haben 2008 evtl auch die leute gedacht die in lehm-br. aktien investiert haben ( das ergebniss ist bekannt ) Aktie ist immer mehr glückssache . Wieviele aktien sind schon im laufe der geschichte wieder auf 0 gelandet ?? ( unzählige !! ) Gold ist noch nie auf 0 gewesen weder vor 5000 jahren noch heute und definitiv auch nicht in 100 jahren. da wird es 85% der heutigen us-aktien schon nicht mehr geben aber gold wird wohl dann mind. 4-500% mehr wert sein , weil es das ebend dann auch nicht mehr gibt aber trotzdem gebraucht wird ( genau wie silber )

    • von Ferdi | 18.08.2018, 21:43 Antworten

      Kaufe Gold für 50000 Euro. Da wären mir Aktien zu spekularisch

  • von andreasaurum | 18.08.2018, 12:00 Antworten

    Jeder größere Aktienindex hat bezogen auf 5,10,20 oder mehr Jahren deutlich besser abgeschnitten als Gold. Die Vola von Gold ist langfristig höher als die von Aktien. Gold ist nur Sparen, nicht zum Vermehren von Vermögen geeignet.

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