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Stand: 01.04.2025 von Hannes Zipfel
Die sich zur Wochenmitte zuspitzende toxische Gemengelage aus eskalierendem Handelskrieg und wieder zunehmender geopolitischer Unsicherheit birgt die reale Gefahr einer Liquiditätskrise und in der Folge eines globalen Börsencrashs.
Achtung Börsen-Crashgefahr – Gold & Silber

Goldpreis-Allzeithoch, Zölle, Krieg, Unsicherheit

Der Goldpreis erreichte sowohl in der Gemeinschaftswährung (EUR) als auch in der Weltleitwährung (USD) zum Wochenauftakt neue Allzeithöchststände.

Am Montag steigen die Goldnotierungen in Euro bis auf 2.893 pro Feinunze (31,1g) und 3.126,20 in US-Dollar pro Unze.

Damit notiert der sichere Hafen Gold in den beiden wichtigsten Währungen der Welt so hoch wie nie zuvor.

Für Gold-Anleger in Europa ist der Preis in Euro relevant:

Goldpreis in Euro ATH 31. März 2025

Der Silberpreis notiert aktuell bei 33,88 US-Dollar pro Unze bzw. 31,50 Euro pro Unze:

Silberpreis in Euro 31. März 2025

Somit konnten die Notierungen des weißen Edelmetalls die Widerstandszone bislang nicht überwinden.

SilverSqueeze-Bewegung

Am 31. März hat die globale „SilverSqueeze“-Bewegung, die auf eine Reddit-Comminity zurückgeht, zum koordinierten Kauf von physischem Silber aufgerufen, da ein Großteil des Silbers nur in Form von Papierkontrakten vorliegt, mit der die Preise trotz absehbar massiv ansteigender Silbernachfrage, speziell aus den Bereichen Rüstung und Elektrotechnik, künstlich niedrig gehalten werden:

Verhältnis von physischem Silber und Papiersilber

Die explodierende Nachfrage aus der Rüstungsindustrie wird zum entscheidenden Faktor. Aber jede Unze, die dem Markt auch durch Privatanleger entzogen wird, beschleunigt den Prozess hin zur sog. "Shortage " (physischen Knappheit).

Crash-Risiko Zölle

Das Risiko für Gold und Silber besteht darin, dass die durch die erratische Handels- und Geopolitik der US-Administration ausgelöste totale Verunsicherung zu einem breiten globalen Börsencrash führt, der kurzfristig auch den Edelmetallen Liquidität zum Stopfen von Finanzlöchern entziehen würde.

Politische Unischerheit

Jedoch lehrt die Vergangenheit, dass in einem solchen Extremszenario sehr schnell die Zentral- und Notenbanken mit Rettungsprogrammen in Form von Zinssenkungen und massiven Wertpapierkäufen die Gold- und Silberpreise im Anschluss noch deutlicher ansteigen lassen.

Dies geschieht vor allem in einem Umfeld, in dem die Inflationsrisiken erhöht sind – wie auch jetzt.

Spannendste Woche des Jahres bislang

In der Kalenderwoche 14 (31. März bis 6. April 2025) werden voraussichtlich mehrere Wirtschaftsereignisse und politische Entwicklungen stark beeinflussen:

  • Montag, 31. März: Chicago Business Barometer (PMI) für März: Dieser Indikator spiegelt die wirtschaftliche Verfassung des verarbeitenden Gewerbes in der Region Chicago wider.

  • Dienstag, 1. April: S&P Final US Manufacturing PMI für März: Bietet Einblicke in die allgemeine Verfassung des verarbeitenden Gewerbes in den USA, ISM Manufacturing Index für März: Ein wichtiger Indikator für die landesweite Produktionsaktivität, Job Openings and Labor Turnover Survey (JOLTS) für Februar: Bietet Daten zu offenen Stellen, Neueinstellungen und Entlassungen in den USA und zeigt damit die aktuelle Verfassung des US-Arbeitsmarktes an.​

  • Mittwoch, 2. April: Einführung "Reziproker Zölle" für zahlreiche Länder und Staatenbünde in der ganzen Welt durch die Trump-Administration, ADP-Arbeitsmarktbericht für März: Eine erste Schätzung der US-Beschäftigungsentwicklung im privaten Sektor, die als Vorläufer des offiziellen Beschäftigungsberichts am Freitag dient, US-Fabrikaufträge für Februar: Detaillierte Informationen zu Auftragseingängen für langlebige und nicht langlebige Güter, die Aufschluss über die Nachfrage im verarbeitenden Gewerbe geben.

  • Donnerstag, 3. April: Einführung von Zöllen in Höhe von 25 Prozent auf Pkw und Pkw-Teile, die in die USA importiert werden, Erstanträge auf US-Arbeitslosenunterstützung für die Woche bis zum 29. März (KW 13), US-Handelsbilanzdefizit für Februar 2025: Spiegelt die Differenz zwischen Importen und Exporten wider und beeinflusst die BIP-Berechnung sowie die Zollpolitik von Donald J. Trump, US-ISM-Dienstleistungsindex für März: Bewertet die Entwicklung des nicht-verarbeitenden Sektors (ca 70 Prozent der US-Wirtschaft).

  • Freitag, 4. April: US-Arbeitsmarktbericht für März (Non-Farm-Payrolls | NFP): Enthält Daten zu Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft, die landesweite Arbeitslosenquote sowie das Lohnwachstum und bietet einen umfassenden Überblick über den Arbeitsmarkt.​

Geopolitisches Ungemach

Neben diesen Daten werden die Marktteilnehmer v. a. die weitere Entwicklung im Nahen Osten mit Argusaugen beobachten, nachdem Donald Trump dem Iran mit „verheerenden Konsequenzen“ bedroht hat, sofern das Mullah-Regime seine Bemühungen zum Bau einer eigenen Atombombe nicht unverzüglich einstelle.

Der Iran steht laut eigenen Angaben kurz davor, kernwaffenfähiges Uran ausreichend anzureichern (aktuell 60 Prozent).

Des Weiteren bahnt sich neuer Streit zwischen den USA und der Ukraine an, nachdem Wolodymyr Selenskyj einen neuen Vertragsentwurf der USA zur Rückzahlung von Militärhilfen am Wochenende ablehnte.

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Stand: 01.04.2025
geschrieben von:
Ökonom, Journalist mit Schwerpunkt Wirtschaft und Finanzmärkte
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von Paul S. | 03.04.2025, 09:44 Uhr Antworten

Heute verdient mal wieder jemand sehr gut an Gold aber nur in der Papierversion da Gold vollkommen überverkauft ist. Wenn alle Ihr Gold alls Barren anfordern würden, platzt die Blase und der Goldpreis geht nur noch in eine Richtung. Kauft Gold in Münzen oder Barren aber nie Papiergold.

von Hägar Knäckeschrot | 01.04.2025, 15:51 Uhr Antworten

Handelskrieg und Börsencrash ok. Es ist das, was Medien und Statistiken eben derzeit hergeben... wenn man dem denn dann in vorliegender Form in allen Punkten auch genau so vertrauen kann, was ich jedoch bezweifle. Deshalb bitte nicht das "ohne Gewär" dabei vergessen! Handelskriege seitens der USA gab es schon öfter und auch Börsencrashs (2008). Der steigende Goldpreis ist für mich hierfür kein ausreichender Indikator; - wenn dem so wäre hätte die Finanzwelt bereits vor Jahren schon zusammenbrechen müssen! Tatsache ist aber, dass Aktienkurse immer mehr substanzlos mit angeblichen Zugewinnen künstlich aufgebläht werden. Insgesamt alles in allem, keine tollen Aussichten für das was noch kommt...

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