Stand: 16.10.2016  0 Kommentare

Afrika ist der Kontinent beziehungsweise die Weltregion mit dem meisten Gold im Boden. Jüngsten Schätzungen zufolge haben die bestätigten primären Goldvorkommen von Afrika einen Wert von fast 1,5 Billionen US-US-Dollar. Doch selbst in Europa gibt es offenbar ähnlich große Vorkommen.

Aus geologischer Sicht ist Afrika nach Asien der zweitgrößte Kontinent der Erde. Seine Landfläche umfasst rund 30 Millionen km² (Asien ca. 44 Mio. km²), was in etwa einem Fünftel der gesamten globalen Landmasse entspricht. Nicht zuletzt daran zeigt sich mal wieder, dass die Gesamtmenge der bekannten irdischen Goldvorkommen keineswegs gleichmäßig auf alle Kontinente verteilt ist, denn der afrikanische Kontinent ist weit reicher an Gold als jede andere Weltregion - zumindest wenn es um den gesamten Wert der betätigten primären Goldvorkommen geht. Das geht aus der jüngsten Studie der Analysefirma SNL Metals & Mining hervor, über die unter anderem das Branchenportal Mining.com unlängst berichtet hatte.

Gold: 1,5 Billionen US-US-Dollar schlummern in primären Lagerstätten von Afrika

Um den Gesamtwert der bestätigten Goldvorkommen der Kontinente und/oder Weltregionen zu bestimmen, stützt sich die Studie auf die Angaben aller Goldminenbetreiber und Explorationsunternehmen, die in den jeweiligen Gebieten tätig sind. Und nach den Berechnungen der Studienautoren hat Afrika bei den primären Goldlagerstätten - also dort, wo Berggold das vorrangige Ziel des Abbaus ist - die Nase weit vorn. Kontinentweit schlummert noch immer Gold im Wert von 1,48 Billionen US-Dollar in den primären Lagerstätten von Afrika. Zum Vergleich: Im Raum Asien-Pazifik (einschließlich Australien) hingegen, dessen geografische Ausmaße zusammengenommen rund 50 Mio. km² umspannt, beträgt der Gesamtwert der bestätigten Goldvorkommen nicht mal ganz 1,1 Billionen US-Dollar (Stand 08.09.16) - und damit rund 400 Milliarden US-Dollar weniger als in Afrika, wenngleich dort gut 20 Mio. km² weniger Landfläche zur Verfügung steht als im Raum Asien-Pazifik.

Europa hat überraschend viel Gold

Insgesamt vergleicht die Studie den Wert der bestätigten Goldvorkommen in sechs Kontinenten oder Weltregionen. Diese sind: Afrika, Asien-Pazifik, Kanada-USA, Lateinamerika, Europa sowie der Nahe Osten. Auf Afrika folgt an zweiter Stelle die Weltregion Kanada-USA (Fläche 20 Mio. km²). Dort haben die bestätigten Goldvorkommen noch einen Gesamtwert von 1,26 Billionen US-Dollar. Auf dem dritten Rang landete wie beschrieben der Raum Asien-Pazifik. Nahezu gleichauf folgt Lateinamerika (ca. 20 Mio. km²). Auf den fünften Platz schafft es demnach Europa mit einem Gesamtwert von etwas weniger als 1 Billion US-Dollar. Damit hätte Europa mit einer Flächenausdehnung von gerade mal 10,5 Mio. km² überraschend viel Gold in primären Lagerstätten aufzuweisen. Das Schlusslicht bildet derweil der Nahe Osten, wo die bestätigten primären Vorkommen weniger als 100 Milliarden US-Dollar wert sind.

Goldvorkommen in Europa besonders hoch?

Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass sich die Studie weder mit einem Vergleich der Flächenausdehnung der Kontinente oder Weltregionen, noch mit der wirtschaftlichen Abbaufähigkeit der jeweiligen Goldvorkommen befasst, sondern ausschließlich mit dem Wert der bekannten und bestätigten Goldvorkommen in den betreffenden Kontinenten oder Weltregionen. Ob manche dieser Lagerstätten - zum Beispiel solche, die in mehr als vier Kilometern Tiefe in Südafrika bestätigt sind - jemals wirtschaftlich abgebaut werden können, bleibt in der Studie völlig dahingestellt. Auch beschäftigt sich die Studie nicht mit dem Vorkommen von Gold pro verfügbarer Landfläche, was so manch interessante Schlussfolgerung zuließe.

Denn sollten die Befunde stichhaltig und die Zahlen zutreffend sein, dann ergibt sich ein durchaus erweiterbares Bild. So verfügt Afrika zwar über die größten bestätigten Goldvorkommen, doch sind diese über eine Gesamtfläche verteilt, die dreimal so groß wie die von Europa ist, wobei laut Studie die noch im Boden liegenden europäischen Goldmengen einen Umfang von rund zwei Dritteln der afrikanischen Vorkommen aufweisen. So ließe sich etwa, ebenfalls überraschend, im Flächenvergleich ein besonders hohes Goldvorkommen für Europa feststellen - zumindest was die bestätigten primären Goldvorkommen betrifft. Kann das sein?

Asien-Pazifik liegt bei polymetallischen Lagerstätten vorn

Ähnliches gilt übrigens auch für die Weltregion Kanada-USA. Zusammengenommen etwa doppelt so groß wie Europa, lassen sich laut Studie dort keineswegs doppelt so große Goldvorkommen wie in Europa ausmachen, sondern allenfalls eine Differenz im Wert von 300 Milliarden US-Dollar. Besonders deutlich wird die Diskrepanz jedoch im Vergleich mit der Region Asien-Pazifik, die zwar rund fünfmal so groß wie Europa ist, aber der Unterschied im Wert der bestätigten primären Goldvorkommen weniger als 100 Milliarden US-Dollar beträgt.

Freilich sagt all das nicht viel über die tatsächlich stattfindende Goldförderung aus. Denn bei den bestätigten Goldvorkommen, die Teil von polymetallischen Lagerstätten sind - und Gold deshalb quasi als Nebenprodukt gefördert wird - liegt die Region Asien-Pazifik mit einem gesamten Goldwert von knapp 700 Milliarden US-Dollar um mehr als das Doppelte vor den zweit- und drittplatzierten Vergleichsregionen. Afrika dagegen muss sich in diesem Segment mit weniger als 100 Milliarden US-Dollar ganz weit hinten anstellen, laut Studie sogar hinter Europa.

An das Gold in Europa kommt keiner ran

Und so kommt es auch, dass die Weltregion Asien-Pazifik bei der weltweiten Goldförderung an erster Stelle steht (Stand 2015). Im vergangenen Jahr wurde dort Gold im Wert von insgesamt mehr als 20 Milliarden US-Dollar abgebaut - sowohl aus primären als auch polymetallischen Lagerstätten. Beim zweitplatzierten Afrika waren es noch etwas über 16 Milliarden US-Dollar - vorwiegend aus primären Lagerstätten. Und Europa? Auf Anhieb fallen einem zwar die großen Goldvorkommen in Bulgarien und Russland ein. Und aus geologischer Sicht ist das viele Gold womöglich tatsächlich vorhanden. Nur scheint es, dass die Goldvorkommen in Europa so tief in der Erdkruste verborgen liegen, dass bislang keiner in bedeutendem Maße rankommt.

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