Stand: 05.02.2019 von Jörg Bernhard 0 Kommentare

Einmal pro Jahr veröffentlicht die London Bullion Market Association die Ergebnisse einer umfangreichen Analystenumfrage bezüglich der Perspektiven der Edelmetalle Gold, Silber, Platin und Palladium. Am vergangenen Mittwoch war es wieder einmal so weit.

Edelmetalle: Optimismus leicht gestiegen

Auf insgesamt 30 Seiten wurden die Ergebnisse der Befragung veröffentlicht – mit interessanten Erkenntnissen. Grundsätzlich attestierten die LBMA-Verantwortlichen den Experten aber keinen echten Konsens über die künftige Richtung des Goldpreises

Mit Blick auf die abgegebenen Prognosen des für 2019 zu erwartenden durchschnittlichen Goldpreises lag der arithmetische Mittelwert sämtlicher Prognosen bei 1.311,71 Dollar (siehe Tabelle).

Edelmetallprognosen für 2019

Edelmetall progn. Durchschnittspreis progn. Jahrestiefs progn. Jahreshochs
Gold 1311,71 USD 1.150 bis 1.280 USD 1.355 bis 1.475 USD
Silber 16,28 USD 12,75 bis 15,30 USD 16,75 bis 20,00 USD
Platin 850,71 USD 620,00 bis 800,00 USD 900,00 bis 1.050 USD
Palladium 1267,68 USD 900 bis 1.261 USD 1,350 bis 1.715 USD
Quelle: London Bullion Market Association

Überschattet wurde dieses Ergebnis allerdings durch die prognostizierte Tradingrange von 325 Dollar, die relativ breit ausfiel. Die erwarteten Jahrestiefs reichten von 1.150 bis 1.280 Dollar, wobei die pessimistischste Schätzung von Peter Fertig von Quantitative Commodity Research stammte.

Den Blick nach oben gerichtet, reichten die abgegebenen Prognosen von 1.355 bis 1.475 Dollar. Letztere wurde von Eddie Nagao von Sumitomo Corporation ausgesprochen. Hinsichtlich aller prognostizierten Durchschnittspreise für Gold stellte sich eine Schwankungsbreite von 1.242 Dollar (William Adams, Fastmarkets MB) bis 1.365 Dollar (Rhona O´Connell, Independent sowie Rene Hochreiter, Noah Capital Markets) ein.

Wer am Ende des Jahres den tatsächlichen Durchschnittspreis von Gold am treffendsten vorhersagt, gewinnt nicht nur ein hohes Maß an beruflichem Renommee, sondern auch einen Barren Gold des Barrenproduzenten MKS PAMP mit dem Feingewicht von einer Unze.

By the way: Im vergangenen Jahr ist dies mit einer Prognose von 1.270 Dollar Aakash Doshi von Citigroup gelungen. Tatsächlich stellte sich 2018 nämlich ein durchschnittlicher Goldpreis von 1.268,41 Dollar ein. In diesem Jahr hat die Citigroup nicht an dem Wettbewerb teilgenommen.

Und so sehen die Prognosen für Silber aus

Beim prognostizierten Durchschnittspreis für Silber (2019) reichten die Analystenschätzungen von 14,90 Dollar (Peter Fertig, Quantitative Commodity Research) bis 17,55 Dollar (Rhona O’Connell, Independent).

Bei den Jahrestiefs schwankten die extremsten Prognosen zwischen 12,75 und 15,30 Dollar, während nach oben hin eine Bandbreite von 16,75 bis 20,00 Dollar zu Buche schlug.

Prozentual betrachtet fällt bei Silber damit die komplette Schwankungsbreite mit fast 57 Prozent um einiges üppiger als bei Gold (28 Prozent) aus. Damit wird Silber seinem Ruf wieder einmal gerecht, um einiges wilder als sein „große Bruder Gold“ zu sein.

Ausblick für die laufende Woche

Wie in den Jahren zuvor erwies sich auch der diesjährige Handelsstart als ausgesprochen erfreulich. Mit 1.326 Dollar markierte das gelbe Edelmetall in der vergangenen Woche den höchsten Stand seit über acht Monaten.

Ein nachgebender Dollar sowie deutlich rückläufige US-Zinsen haben den Goldpreis scheinbar mühelos über die Marke von 1.300 Dollar ansteigen lassen. Und die am vergangenen Mittwoch veröffentlichte Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed deutet darauf hin, dass sich die Zinserhöhungsrunde in den USA erst einmal nicht fortsetzen wird.

Besonders erstaunlich: Die Goldpreisrally war von robusten bzw. steigenden US-Aktienmärkten begleitet worden. Offensichtlich sind selbst US-Investoren skeptischer und offener für ein Investment in Gold geworden. Darauf deuten vor allem die markanten Kapitalzuflüsse in den weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares hin.

Seit dem Jahreswechsel hat sich dessen gehaltene Goldmenge von 787,67 auf 817,40 Tonnen. Auf Basis des aktuellen Goldpreises entspricht diese Gewichtszunahme einem Wert von über 1,1 Milliarden Euro.

Massiv gekauft wird Gold aber auch von Notenbanken. Im jüngst veröffentlichten Jahresbericht des World Gold Council wird darauf hingewiesen, dass deren erworbene Goldmenge mit über 651 Tonnen auf den höchsten Wert seit fast 50 Jahren gestiegen sei.

Fazit: Wenn ausgewiesene Geldexperten Gold kaufen, sollte das jedem Anleger zu denken geben. Grundsätzlich lässt eine solche Entwicklung den Schluss zu, dass der Kauf von Gold kein schlechtes Investment sein dürfte.

Aktuelle LBMA-Analystenumfrage für Gold, Silber, Platin und Palladium
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt.
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