Stand: 23.02.2017 von Mr. Gini 4 Kommentare

Es kommt nicht oft vor, dass amtierende oder ehemalige hochrangige Notenbanker sich öffentlich zum Thema Gold äußern. Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Herr Dr. Jens Weidmann, bezeichnete ja im September des Jahres 2012 in einer viel beachteten Rede, Gold als „zeitlosen Klassiker in seiner Funktion als Tausch-, Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel“.

Höchst beachtlich und erstaunlich ist schon, dass just jetzt der ehemalige Chef der US-Notenbank, Dr. Alan Greenspan, in einem sehr interessanten Interview klar Farbe bekennt und Stellung in Sachen Gold bezieht. Dr. Greenspan war ja von 1987 bis 2006 der Chef der US-Notenbank Fed, und er gilt noch heute als einer der einflussreichsten Notenbanker aller Zeiten.

Gold und wirtschaftliche Freiheit

Vielen ist ja bestens bekannt, dass Dr. Greenspan bereits vor seiner Zeit als Chef der US-Notenbank im Jahr 1966 mit seinem berühmten Aufsatz „Gold und wirtschaftliche Freiheit“ klare Position bezog. Vor mehr als 50 Jahren schrieb der ehemalige „Magier der Märkte“, dass es ohne Goldstandard keine Möglichkeit geben würde, Ersparnisse vor der Enteignung durch Inflation zu schützen. Und er äußerte sich auch sehr, sehr kritisch zum Thema Staatsverschuldung. Für den mittlerweile 90 Jahre alten Greenspan sei Staatsverschuldung schlicht und ergreifend ein Mechanismus für die „versteckte” Enteignung von Vermögen. Gold verhindere diesen heimtückischen Prozess. Es schütze Eigentumsrechte. Wenn man das erst einmal begriffen habe, sei die Feindschaft der Wohlfahrtsstaatsverfechter gegen den Goldstandard nicht mehr schwer zu verstehen.

Gold als langfristige Versicherung

Nun, im Februar 2017 äußert sich der legendäre Notenbanker wieder zum Thema Gold. Er stellt klar heraus, dass ein signifikanter Anstieg der Inflation dazu führen werde, dass auch der Goldpreis letztlich steigen werde. Aktuell, im hier und jetzt, sei ein Investment in Gold für Greenspan ganz klar eine Versicherung. Und bei der gehe es keinesfalls um kurzfristige Gewinne. Es gehe vielmehr um langfristigen Schutz.

Generell erachtet Dr. Greenspan Gold als DIE primäre globale Währung. Zusammen mit Silber sei Gold die einzige Währung ohne Gegenparteirisiko. Er räumt aber in dem Kontext ein, dass Gold schon immer wertvoller als Silber gewesen sei. Gold sei zusammen mit Silber auch die einzige Währung mit intrinsischem Wert. Und niemand bezweifle diesen Wert.

Euro-Zone funktioniert nicht

An der Stelle sei auch nicht unerwähnt, dass Dr. Greenspan in dem Interview sich auch zur schwierigen Lage in der Eurozone äußert. Er vertritt hier klar die Auffassung, dass die EZB aktuell größere Probleme als die US-Notenbank habe. Er verweist darauf, dass Herr Draghi die Bilanz der Euro - Zentralbanken ja massiv ausgeweitet habe, nachdem er seine berühmte Rede („Whatever it takes“) zum bedingungslosen Erhalt des Euros im Sommer 2012 hielt.

Herr Greenspan äußert weiter schwere Bedenken, ob der Euro überhaupt überlebensfähig sei. Noch, und bis jetzt sei es ja dem Ex-Notenbanker zufolge so, dass der Norden Europas die Defizite im Süden finanziere. Das könne aber nicht bis in alle Ewigkeit der Fall sein. Herr Greenspan bringt seine Meinung zum Thema Euro abschließend wie folgt auf den Punkt:

„Die Euro-Zone funktioniert nicht.“

Es ist ehrlich gesagt völlig offen, ob der Euro, wie wir ihn heute kennen, die kommenden Jahre überleben wird. Gut möglich, dass schon im Jahr 2017 eine waschechte Euro-Währungskrise droht. Die Wahlen in den Niederlanden und in Frankreich könnten schon im Frühjahr für Furore sorgen. Und nach wie vor sind die Banken in Europa, allen voran in Italien, in einem lausig-schlechten Zustand. Aktuellen Schätzungen zufolge schlummern faule Kredite im Volumen von einer Billion Euro in den maroden Bilanzen der Geldhäuser.

Ja, unter dem Strich bleibt klar festzuhalten, dass - vorsichtig formuliert - Dr. Greenspan wohl am Ende nicht grob falsch liegt, wenn er Gold als DIE ultimative Versicherung empfiehlt. Wohl gemerkt, als langfristiges Investment.

Alan Greenspan - Gold als ultimative Versicherung
Mr. Gini - Der Autor befasst sich schon seit vielen Jahren hauptberuflich mit den Ungleichge- wichten und strukturellen Problemen der Welt- wirtschaft, insbesondere des Weltfinanzsystems. Der Autor vertritt die Ansicht, dass die Krise erst dann beendet ist, wenn die globale Überschuldungskrise gelöst ist. Sprich, wenn das Verschuldungsniveau auf ein für die Volkswirtschaften tragfähiges Niveau geschrumpft ist.
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Kommentare [4]
  • von Leo | 08.03.2017, 21:13 Antworten

    Der Euro war der größte Fehler . Haben es Kohl zu verdanken, d Mark für die Ost Länder . Der Lohn wurde halbiert und die Preise verdoppelt . Deutschland ist verloren. Draghi der Notendrucker , Totengräber . Der Euro hat balt kein Wert mehr.






  • von bk | 25.02.2017, 15:15 Antworten

    Zufall oder Absicht, die Weglassung des Ph.D von Herrn Draghi, und die wiederholte deutliche Hervorhebung der Ph.D. der Herren Greenspan und Weidman? Inhaltlich bin ich durchaus bei Ihnen, aber in meinen Augen macht dies Ihren Artikel angreifbar als tendenziös. Wobei ich mitnichten der Meinung bin, das die Doktorwürde einer Person Ihren falschen Argumenten mehr Gewicht gibt. MfG

    • von Georg | 03.03.2017, 12:29 Antworten

      Stimme ich zu. Titel bei jedem erwähnten, oder bei keinem.

  • von Franz | 23.02.2017, 19:37 Antworten

    Tja, und in seiner Zeit als fed Chef das genaue Gegenteil. Dampf und Nebel wohin man blickt. Gott sei Dank liegen die Barren im sicheren Depot....

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