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Stand: 08.06.2021 von Jörg Bernhard
Trotz der Goldpreisrally im Mai lief das Geschäft der US Mint mit American-Eagles-Münzen in Gold und Silber alles andere als rund. Bei den Goldexemplaren gab es ein dickes Minus und bei der silbernen Variante sogar einen Totalausfall zu beklagen.
American Eagle Gold & Silber: Absatzeinbruch und Lieferengpässe

Starke Absatzschwankungen zu beobachten

So lieferte die United States Mint zum Beispiel im vergangenen Monat lediglich 20.500 Feinunzen Gold in Form von American-Eagles-Münzen aus (siehe Tabelle).

US Mint: Auslieferungen von American-Eagles-Münzen in Gold und Silber

Monat Gold oz Diff. Vormonat Silber oz Diff. Vormonat
Mai 2021 20.500 -46,8 % - -100,0 %
Apr 2021 38.500 -41,7 % 1.053.000 -74,2 %
Mrz 2021 66.000 -47,4 % 4.087.000 28,1 %
Feb 2021 125.500 -43,1 % 3.191.500 -33,2 %
Jan 2021 220.500 345,5 % 4.775.000 535,8 %
Dez 2020 49.500 -41,8 % 751.000 -84,4 %
Nov 2020 85.000 18,1 % 4.805.000 41,4 %
Okt 2020 72.000 227,3 % 3.397.000 14,8 %
Sep 2020 22.000 -81,8 % 2.958.500 -33,5 %
Aug 2020 121.000 4,8 % 4.447.000 310,1 %
Jul 2020 115.500 162,5 % 1.084.500 -22,4 %
Jun 2020 44.000 282,6 % 1.398.000 185,3 %
Mai 2020 11.500 -89,0 % 490.000 -34,7 %
Quelle: US Mint

Damit wurde der Vormonat um 47 Prozent unterschritten und zudem der niedrigste Wert seit Mai vergangenen Jahres gemeldet. Damals lag die ausgelieferte Goldmenge bei lediglich 11.500 Unzen.

Noch desaströser entwickelte sich im Mai die Auslieferung von American Silver Eagles.

Weil Silber-Rohlinge nicht lieferbar waren, wurde keine einzige Münze produziert und verschickt, nachdem für den Monat April noch ein Absatz in Höhe von 1,05 Millionen Unzen registriert worden war.

Nur zur Erinnerung: Einen solchen Totalausfall gab es bei Silber im Dezember 2019 schon einmal zu beklagen.

Die in der Tabelle aufgeführten prozentualen Differenzen gegenüber dem Vormonat sind ein guter Beleg für die derzeit angespannte Versorgungslage beim Handel mit physischem Gold und Silber. Hohe Zuwachsraten im dreistelligen wechseln sich mit massiven Einbrüchen ab. Grundsätzlich sind aber in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres sowohl bei Gold als auch bei Silber höhere Stückzahlen als in der vergleichbaren Vorjahresperiode ausgeliefert worden.

So stellte sich bei den American Gold Eagles für diesen Zeitraum ein Anstieg von 335.000 auf 471.000 Feinunzen Gold (+40,6 Prozent) ein. Aufgrund der Versorgungsengpässe bei Silber erzielten American Silver Eagles lediglich eine Absatzsteigerung von 11,22 Millionen auf 13,1 Millionen Unzen (+16,8 Prozent). In einem Statement der US Mint wurde bestätigt, dass man von Engpässen bei der Lieferung von Silber-Rohlingen betroffen sei.

Wichtig zu wissen: Die Bestellungen bewegten sich indes auf Rekordniveau.

Besonderheiten bei Silber & Co.

Seit Jahren wird an den Silbermärkten heiß diskutiert, ob der Preis von Silber durch kapitalkräftige Marktakteure künstlich niedrig gehalten wird. Im Februar dieses Jahres haben sich in den USA viele Kleinanleger verabredet, durch massive Silberkäufe einen sogenannten „Short-Squeeze“ auszulösen. Daraufhin kostete eine Feinunze Silber kurzzeitig mehr als 30 Dollar und die Prämien für Silberbarren und Silbermünzen markierten mit 26,8 bzw. 24,7 Prozent den höchsten Stand seit Juli 2020.

Viele Silberfans lassen sich von den hohen Prämien häufig abschrecken, schließlich müssen diese über einen entsprechenden Preisanstieg aufgeholt werden, um in die Gewinnzone zu gelangen. Umgehen lässt sich dieser Nachteil durch das Nutzen sogenannter Zollfreilager.

Einige Edelmetallhändler bieten ihren Kunden diese Dienstleistung an, damit diese dann – selbstverständlich völlig legal – ohne Entrichtung von Mehrwertsteuer Weißmetalle wie Silber, Platin und Palladium handeln können.

Die Mehrwertsteuerpflicht greift allerdings, sobald die Edelmetalle das Lager verlassen. Werden die Edelmetalle via Zollfreilager wieder verkauft, lassen sich dank der Steuerbefreiung erheblich bessere Anlageergebnisse erzielen.

Ausblick für die laufende Woche

In der vergangenen Woche durchlebten Goldbesitzer ein Wechselbad der Gefühle. Befürchtungen, dass die US-Notenbank Fed von ihrer ultralockeren Geldpolitik abrücken könnte, ließen das gelbe Edelmetall auf 1.856 Dollar abrutschen, den niedrigsten Wert seit Mitte Mai.

Sorgen um die künftige Preisstabilität wollten sich aber einfach nicht dauerhaft verflüchtigen.

Am Donnerstag dürften zwei Events die Gemüter der Marktakteure besonders stark bewegen. Neben der Zinsentscheidung der EZB mit anschließender Pressekonferenz könnten auch aktuelle US-Inflationsdaten neue Impulse generieren.

Nur zur Erinnerung: Im April kletterte die Teuerungsrate mit 4,2 Prozent p.a. auf den höchsten Stand seit 13 Jahren.

Laut einer von Trading Economics veröffentlichten Umfrage unter Analysten soll sich die Geldentwertung angesichts eines Erwartungswerts von 4,7 Prozent nochmals beschleunigt haben. Damit dürfte der seit Generationen bewährte Inflationsschutz Gold wohl weiter an Attraktivität gewinnen. Aus der Mode dürfte es in einem solchen Umfeld wohl kaum kommen.

Autor: Jörg Bernhard
Freier Wirtschaftsjournalist
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von ich | 09.06.2021, 21:43 Antworten

Die Metalle wissen grade nicht wo sie hin wollen. Über Wochen schon geht Gold und Silber hoch und runter, aber ein richtiger Durchbruch nach oben oder unten findet nicht statt.

von Wall street silver | 09.06.2021, 08:46 Antworten

Offensichtlich basiert der Silberpreis nur zum Teil auf Angebot und Nachfrage. Nur durch die weitgehend unregulierte Ausweitung von "Papiersilber Produkten" (SLV) kann einerseits echtes Silber immer weniger ausgeliefert werden - während zugleich der Spotpreis quasi konstant bleibt.

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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"