Stand: 04.02.2015 von Florian Grummes 1 Kommentare

Der Platinpreis erreichte im vergangenen November bei 940 EUR/Feinunze ein Fünfjahrestief. Seitdem konnten sich die Notierungen vor allem dank des schwachen Euro steil erholen und erreichten in der letzten Woche mit 1.146 EUR/Feinunze den höchsten Stand seit 16 Monaten.

Chart-Analyse für Platin

Mit dem Überschreiten der 50- als auch der 200-Tagelinie hat sich das Chartbild deutlich verbessert. Zudem konnte die seit dem Herbst 2012 gültige Abwärtstrendlinie gebrochen und überschritten werden. Kurzfristig war der Platinpreis in Euro gerechnet allerdings heiß gelaufen. Insofern kam der Rücksetzer in den letzten Handelstagen nicht überraschend. Da die Zone um die Marke von 1.150 EUR/Feinunze eine sehr starke Widerstandszone darstellt, müssten die Platinbullen in den kommenden Wochen und Monaten eigentlich erst mal Kraft tanken.

Kurzfristig könnte der Platinpreis von einem starken Goldpreis noch profitieren, spätestens ab Ende Februar sollte aber ein beginnender Rücksetzer bis zur steigenden 200-Tagelinie bzw. bis mindestens 1.050 EUR eingeplant werden. Die nächste tragfähige Unterstützung darunter liegt erst bei der kürzlich erfolgreich getestete Unterstützungszone zwischen 930 EUR und 950 EUR. Auf der Oberseite würde ein Überschreiten des Widerstandbandes um 1.150 EUR mittelfristig weiteres Anstiegspotential bis ca. 1.400 EUR freischalten.

Seitwärtsmarkt bei Platin

Am wahrscheinlichsten erscheint derzeit jedoch ein Seitwärtsmarkt unterhalb von 1.150 EUR. Im Gegensatz zu Gold und Silber wirkt die Lage an den Terminmärkten beim Platin derzeit nicht bedrohlich.

Platin-Euro-Analyse

Analyse Palladium: Aufwärtstrend weiterhin intakt

Auch der Preis für eine Feinunze Palladium zog seit Jahresbeginn an. Das letzte Tief wurde hier bereits Mitte Oktober bei 570 EUR/Feinunze erreicht. Seitdem konnte der Preis unter einigen Schwankungen um 24,13 % ansteigen und kletterte am letzten Mittwoch mit 707 EUR auf ein neues 14-Jahreshoch! Der übergeordnete Aufwärtstrend ist weiterhin intakt und ungefährdet.

Seit Mitte Oktober hat sich zudem eine deutlich steilere kurzfristige Aufwärtstrendlinie gebildet. Diese wäre aktuell erst bei Kursen unterhalb von 675 EUR gebrochen. Darunter ist der Palladiumpreis im Bereich um 650 EUR mit der steigende 50- und 200-Tagelinie sowie dem unteren Bollinger Band solide unterstützt. Der RSI Indikator ist aktuell neutral und hat noch sehr viel Platz bis zu überkauften Werten.

Palladium-Euro-Analyse

Als nächstes Kursziel lässt sich ein Zwischenhoch aus dem Jahre 2000 bei 829 EUR nennen. Aktuell spricht nichts dagegen, dass dieses Niveau in den kommenden 12 Monaten erreicht werden kann. Der Terminmarkt zeichnet derzeit ein eher neutrales Bild, wobei die kleinen Spekulanten (Amateure) mittlerweile auf fallende Kurse positioniert sind. Diese Konstellation lag zuletzt Anfang 2014 vor. In der Folge stieg der Palladiumpreis damals um knapp 200 US-Dollar an.

Auch fundamental bleibt der Ausblick für den Palladiumpreis positiv. Die steigende Nachfrage nach Benzinfahrzeugen auf dem europäischen Automarkt einerseits, sowie zu erwartende Angebotsverknappungen durch weitere Sanktionen gegen Russland (der größte Palladiumproduzent der Welt) nehmen den Palladiummarkt in die Zange und sollten in der Folge höhere Preise erzwingen.

Analyse: Platin und Palladium in Euro
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
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Kommentare [1]
  • von andreasaurum | 04.02.2015, 11:23 Antworten

    Hallo,
    Charttechnik ist bei börsengehandelten Werten zwar in der Portfoliotheorie eine wissenschaftlich anerkannte Methode, aber nicht unkritisch zu sehen.
    Bei Edelmetallen, die in USD gehandelt werden, eine Chartanalyse in Euro vorzunehmen, ist ja wohl der größte Unsinn überhaupt.

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