Gold: 3.694,32 € 0,87 %
Silber: 54,26 € 2,82 %
Stand: 10.11.2025 von Jörg Bernhard
Der Krisenwährung Gold kann man „allen Unkenrufen zum Trotz“ vor allem eines attestiere: ein hohes Maß an relativer Stärke. Einige Marktexperten prognostizierten zuletzt sogar Kursziele von bis zu 10.000 Dollar.
Analysehaus erwartet Goldpreis von 10.000 US-Dollar

Yardeni Research mit optimistischer Goldpreisprognose

Dieser Meilenstein könnte laut den Analysten von Yardeni Research bis 2029 – möglicherweise sogar früher – erreicht werden. Gegründet wurde das US-amerikanische Analysehaus vom Ökonomen Dr. Ed Yardeni, der zuvor bei der US-Notenbank Fed, der Deutschen Bank und Prudential tätig war.

Das Unternehmen genießt vor allem an der Wall Street und bei institutionellen Investoren einen guten Ruf für seine makroökonomischen Analysen und Marktprognosen. Yardeni gehört zu den renommiertesten unabhängigen Strategen für Aktien-, Zins- und Rohstoffmärkte in den USA.

Die 10.000-Dollar-Prognose wurde kürzlich in der Analyse mit dem Titel „S&P 500 und Goldpreis auf dem Weg zu 10.000 bis 2029?“ veröffentlicht. Dort heißt es, dass Yardeni die Entwicklung von Gold im Zuge seiner „Roaring 2020s“-These (in Anspielung auf die „Goldenen Zwanziger“) sieht und eine Bewegung in Richtung Fünfstelligkeit bis zum Ende des Jahrzehnts nicht ausschließt.

Gleichzeitig wird die Zielmarke von 5.000 Dollar bis 2026 genannt.

Besonders interessant: Jamie Dimon, der CEO der US-Investmentbank JPMorgan Chase, kann sich ebenfalls einen Goldpreis von 10.000 Dollar vorstellen. Im Rahmen eines Interviews sagte er im Oktober, dass der Preis in einem Umfeld mit steigender Staatsverschuldung und geopolitischen Risiken leicht auf 5.000 bis 10.000 Dollar steigen könnte.

Am vergangenen Freitag wurde ein Analysten-Update bekannt, in dem JPMorgan-Analysten prognostiziert haben, dass sich der Goldpreis auf lange Sicht, möglicherweise bis 2028, verdoppeln könnte. Begründet wurde die optimistische Einschätzung mit der Erwartung eines strukturellen Wandels, bei dem Investoren Gold (statt Staatsanleihen) zunehmend als Absicherung gegen Aktienrisiken nutzen werden.

Was Anleger davon halten sollten

Runde Kursmarken wie 5.000 oder 10.000 erzeugen in der Öffentlichkeit naturgemäß ein besonders hohes Maß an Aufmerksamkeit und sind daher in der Medienwelt extrem beliebt. Mit Vorsicht sind hohe Kursziele in der Regel dann zu genießen, wenn sie fast schon inflationär zu hören sind. Häufig kehrt dann erst einmal eine Beruhigung bzw. Normalisierung der Lage ein.

So ging es mit dem Goldpreis nach der 10.000-Dollar-Prognose von Jamie Dimon erst einmal bergab. Grundsätzlich bleibt bei Gold allerdings festzuhalten, dass viele Anleger noch gar nicht bzw. zu einem relativ geringen Anteil in Gold investiert sind und somit einiges für ein weiterhin wachsendes Interesse an Gold spricht.

Apropos Prognosen – in der unten aufgeführten Grafik können Sie ablesen, welchen Goldpreis die Nutzer von GOLD.DE bis zum 1. Januar erwarten. Wer mag, kann seine eigenen Einschätzungen auf GOLD.DE abgeben.

Goldpreisprognose auf GOLD.DEStand: 10.11.2025

Fazit: Der Goldmarkt hat im Oktober eine Phase der Abkühlung hinter sich, ohne seinen Aufwärtstrend zu gefährden. Der Rücksetzer nach der außergewöhnlichen Rally war überfällig und gesund.

Die rasche Stabilisierung zeigt jedoch, dass das Vertrauen auf Gold weiterhin stark ausgeprägt ist. Angesichts der globalen Unsicherheiten, der geldpolitischen Weichenstellungen und der strukturellen Verschuldungstendenzen spricht somit viel dafür, dass Gold seine Rolle als stabiler Anker im Finanzsystem in den kommenden Monaten bzw. Jahren aller Voraussicht nach nicht verlieren wird.

Ausblick für die laufende Woche

Derzeit halten die Akteure an den Finanzmärkten ein baldiges Ende des US-Shutdown für möglich.

Aber was folgt danach? Seit dem 1. Oktober wurden einige wichtige US-Konjunkturindikatoren – insbesondere vom US-Arbeitsmarkt – nicht veröffentlicht.

Derzeit befürchten Investoren in den USA eine tendenzielle Wirtschaftsschwäche, was sich in einer markanten Erholung des Goldpreises niedergeschlagen hat.

Zur Erinnerung: Die am Freitag veröffentlichten Stimmungsindikatoren der Uni Michigan fielen allesamt schlechter als erwartet aus. Zudem gibt es noch einige Hürden, um den Belastungsfaktor „Shutdown“ endgültig zu den Akten zu legen. Der Streit zwischen Demokraten und Republikanern um die Zukunft des US-Gesundheitssystems wurde bislang noch nicht beigelegt und birgt daher weiterhin enormes Konfliktpotenzial.

Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.

Mit Blick auf den Goldpreis dürfte daher vor allem eines auch weiterhin sicher sein – die starke Verunsicherung unter den Anlegern. Timing hin, Timing her: Gold dürfte auch in Zukunft einem ausgewogenen Vermögensportfolio viel Glanz verleihen.

Profilbild von Jörg Bernhard
Stand: 10.11.2025
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von Volker | 13.11.2025, 09:09 Uhr Antworten

In den letzten 5 Jahren hat sich der Goldpreis mindestens verdreifacht. Und die Probleme im Systen scheinen ja nicht gerade weniger zu werden, Lösungen zu praktisch nichts in Sicht. Immer mehr Länder gelangen in den tief-dunkelroten Bereich der Verschuldung. Auch das Problem der Papierzertifikate ist offen. Die Kurve Inflation 1914 bis 1923 geht klar und exponentiell nach oben, der Verfassungsschutz verdächtigt grundsätzlich Goldanleger, antisemitischrechtsextremitisch zu sein. In diesem Umfeld denke ich ist jede Prognose schwierig, aber eins scheint sicher, der Weg nach Norden. Vielleicht geschieht ja auch ein Wunder, und es wird alles Gut.

von Melchior-Christoph von Brincken | 13.11.2025, 04:30 Uhr Antworten

a) Die USA sind mit$ 38 Billionen verschuldet.
b) An der Wallstreet vagabundieren über 200 Billionen an 'Wertpapieren' herum - man errinnere sich an den CDO Kollaps von 2008.
c) Der Petro-Dollar ist Geschichte, die BRICS Staaten benutzen Gold zu Verrechnung.
d) China, Russland und die BRICS Staaten im Verbund mit dem Globalen Süden haben den Westen wirtschaftlich wie militärisch hinter sich gelassen.
e) Während die Zentralbanken der BRICS Staaten massiv Gold kaufen, verschuldet sich der Westen massiv um seinen Militär-Apparat 'Kriegstüchtig' zu machen. Diese Schulden führen zu Inlflation.
f) Der Wirtschaftskrieg gegen Russland und auch China (keine Chips für deutsche Autobauer, Bändeer stehen still - führt zu zu hohen Energiekosten. Deutschland und Europa deindustrialisiert,
g) Der 'Wertewesten' hat mit dem Holocaust Israels an den Palästinensern bei den ehemals kolonialisierten Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerika jeglichen Respekt verspielt. Insbesondere die USA und Deutschland mit ihrem Abstimmungsverhalten in der UN gegen einen Waffenstillstand für die Palästinenser - bei gleichzeitiger Unterstützung des Mordens mit Waffenlieferungen untergraben Vertrauen und machen Angst vor weiterem unkontrollierten Morden durch den Westen gegen andere Länder - zZt Venezuela.
h) Trumps Zoll Kurs - ohne jegliches Verständnis .bezüglich der Konsequenzen seines Handelns haben der Unsicherheit ein Gesicht verliehen. Trump und die USA können Börsenkurse über Nacht zum Zusammenbruch bringen.
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Fazit
Kollabierender Westen d.h. Euro und US-Dollar Hyperinflation, drohende Kriege und rasant steigende Inflation und damit Kosten mit offensichtlich unfähigen Politikern machen klar, dass die Druckerpressen drucken, als gäbe es kein Morgen-
In Verbindung mit Zentralbanken der BRICS Staaten und des Globalen Südens, die konstant riesige Menden Gold und Silber kaufen, ist klar was passieren wird - die totale Entwertung der ungedeckten Papierwährungen im Westen und die Explosion der Edelmetallpreise.

1 Antwort an Melchior-Christoph von Brincken anzeigen
von solider Anleger | 12.11.2025, 11:42 Uhr Antworten

Erwarten kann man viel. Wichtiger ist die zugehörige Kaufkraft dann noch.

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