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Stand: 24.11.2025 von Jörg Bernhard
Am 26. November wird die EZB ihren halbjährlichen Finanzstabilitätsbericht veröffentlichen. Im Vorfeld waren von Luis de Guindos, dem Vizepräsidenten der EZB, auf diversen Veranstaltungen diesbezüglich relativ negative Aussagen zu vernehmen.
EZB warnt vor Bankenkrise: Warum Gold jetzt wieder im Fokus steht

Drei zentrale Risiken auf dem Radar

Diese schlugen an den Börsen allerdings keine sonderlich hohen Wellen, was möglicherweise auf die mit Hochspannung erwarteten Quartalszahlen von Nvidia zurückzuführen war. Die Finanzwelt interessierte sich offensichtlich mehr für die Geschäftszahlen des KI-Unternehmens, das weltweit als die Aktie mit dem höchsten Börsenwert gilt, als für das Wohl und Wehe europäischer Banken. Doch laut Guindos stehe der Bankensektor im Euroraum derzeit einer beispiellos hohen“ Gefahr von Schocks gegenüber.

Die EZB sieht drei zentrale Verwundbarkeiten für die Finanzstabilität:

    1. Die Finanzmärkte bleiben anfällig für abrupte Kurskorrekturen. Die starke Erholung seit den April-Tiefs hat die ohnehin hohen Bewertungen weiter erhöht, während die zunehmende Konzentration und Vernetzung großer US-Technologiekonzerne das Risiko verstärkt hat, dass Schocks in deren KI-Geschäftsmodellen die Märkte treffen. Hinzu kommt die Diskrepanz zwischen wirtschaftspolitischer Unsicherheit und entspannten Marktpreisen, was plötzliche Stimmungsumschwünge begünstigt. Marktrückgänge könnten zudem die Bilanzen nicht-banklicher Akteure belasten. Liquiditätsrisiken in offenen Fonds sowie die hohe Hebelung etwa in Hedgefonds erhöhen die Gefahr von Notverkäufen.

    2. Zudem bestehen erhebliche fiskalische Risiken. Mehrere wichtige Volkswirtschaften – auch im Euroraum – kämpfen mit hohen Schulden und strukturellen Defiziten. Zugleich erfordern neue NATO-Ziele steigende Verteidigungsausgaben. Eine Lockerung der Haushaltsdisziplin könnte besonders in politisch fragilen Ländern das Vertrauen der Märkte belasten. Global verstärken die hohen Schulden in großen Volkswirtschaften wie den USA die Risiken für die Tragfähigkeit staatlicher Finanzen und könnten Stress an den internationalen Anleihemärkten auslösen.

    3. Auch der Unternehmenssektor ist laut EZB verwundbar. Zölle, Handelskonflikte und die Euro-Aufwertung treffen besonders exportorientierte Branchen wie die Industrie, die für die Wertschöpfung, Kredite und Beschäftigung von zentraler Bedeutung sind. Eine Verschlechterung der Unternehmenslage dürfte die Kreditqualität und Risikovorsorge der Banken belasten. Trotz guter Kapital- und Liquiditätspuffer könnten stärker werdende Verflechtungen zwischen Banken und Nichtbanken die Widerstandsfähigkeit im Stressfall mindern.

      Was dies für Goldinvestoren bedeutet

      Die Sorgen der EZB um die Stabilität europäischer Banken sollte goldaffine Anleger daran erinnern, dass man Gold in Form von Münzen oder Barren außerhalb des Bankensektors aufbewahren kann. Bei Papiergold in Form von ETCs, Zertifikaten, Optionen oder Futures ist dies indes nicht der Fall.

      Deshalb trifft der Vorteil, dass Gold kein Kontrahentenrisiko in sich birgt, ausschließlich auf physisches Gold zu. Das heißt: Risikenwie die sinkende Kreditwürdigkeit oder eine nachlassende Schuldentragfähigkeit spielen bei Gold absolut keine Rolle.

      Wer mag könnte die eigenen Goldbestände sogar als Sicherheiten für ein Edelmetalldarlehen nutzen und dadurch attraktive Kreditkonditionen wahrnehmen.

      Kaufargumente für Gold

      Ausblick für die laufende Woche

      Wegen des US-Feiertags „Thanksgiving“ dürfte der Goldhandel in der zweiten Wochenhälfte relativ umsatzarm verlaufen, da die US-Börsen am Donnerstag geschlossen sind und am Freitag nur ein verkürzter Handel stattfindet. Ob dies dem Goldpreis stärkere Impulse verleihen wird, bleibt abzuwarten, schließlich besteht bei rückläufiger Liquidität stets die Gefahr, dass größere Orders zu heftigen Kursbewegungen führen.

      Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.

      Deutsche Anleger dürften sich am Freitag vor allem für die aktuellen Novemberzahlen zur Entwicklung der deutschen Inflationsrate stark interessieren. Laut einer von Trading Economics veröffentlichten Umfrage unter Analysten soll sich diese von 2,3 auf 2,4 Prozent p.a. beschleunigt haben. Wenn man bedenkt, dass vor genau drei Jahren die jährliche Teuerungsrate bei 8,8 Prozent lag und der Inflationsschutz Gold für lediglich 1.750 Dollar zu haben war, lässt dies vor allem einen Schluss zu: eine rückläufige Inflation muss den Goldpreis nicht zwangsläufig belasten, da bei der Krisenwährung mehrere Kaufargumente existieren.

      Profilbild von Jörg Bernhard
      Stand: 24.11.2025
      geschrieben von:
      Freier Wirtschaftsjournalist mit Schwerpunkt Börseninvestments
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      von Onkel Dagobert | 25.11.2025, 13:38 Uhr Antworten

      Rückläufige Inflation???
      Wer sich mit dem hochkriminellen verzinsten und zinsesverzinsten Schuldgeldsystem auskennt, der weiß, dass die Inflation nur eine Richtung haben kann und zwar nach oben. Alles wird immer teurer - die Schuldenlast wird größer und immer größer. Der nächste Totalzusammenbruch ist damit vorprogrammiert.

      Wer Vermögen sichern will, dem bleibt dazu nur eine Möglichkeit: die Investition in physische Edelmetalle, wie Gold.

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