Stand: 26.11.2015  0 Kommentare

Erst vor wenigen Tagen hatten chinesische Archäologen den Fund von insgesamt 10 Tonnen antiker Bronzemünzen bekannt gegeben. Im gleichen Gräberfeld haben sie jetzt auch einen bedeutenden Goldfund gemacht und dabei zahlreiche und sehr große Goldmünzen freigelegt.

Wie Gold.de bereits Mitte November berichtete, sind bei Ausgrabungen in China Abertausende antike Bronzemünzen mit einem Gesamtgewicht von 10 Tonnen ans Tageslicht gebracht worden. Deshalb muss jetzt unter anderem sogar die Geldgeschichte von China umgeschrieben werden. Doch nun hat das Gräberfeld aus der Frühen Han Dynastie (207 v. Chr. - 9 n. Chr.) weitere umfangreiche Schätze freigegeben. Diesmal melden die Archäologen einen großen und bedeutenden Goldfund. Einem Bericht der amtlichen chinesischen Nachtrichtenagentur Xinhua vom Dienstag (17.11.15) der vergangenen Woche zufolge haben sie In der Hauptkammer des 2.000 Jahre alten Grabmals 50 sehr große und schwere Goldmünzen sowie 25 hufenförmige Goldbarren gefunden.

Goldmünzen wiegen jeweils rund 250 Gramm

Den Angaben zufolge handelt es sich mit insgesamt 75 Objekten aus Gold um den größten und umfangreichsten Goldfund, der jemals aus einem Grab aus der Zeit der Han Dynastie gehoben wurde. Demnach wiegen alle gehobenen Goldmünzen jeweils um die 250 Gramm. Das allein entspricht bereits einem Gewicht von deutlich mehr als 12 Kilogramm. Der Wert dieser antiken Goldmünzen lässt sich allerdings kaum beziffern. Er geht weit über den reinen Goldwert hinaus. Dazu kommen noch die 25 Goldbarren in Hufenform, die laut dem Grabungsleiter Yang Jun jeweils zwischen 40 und 250 Gramm auf die Waage bringen. Die Goldmünzen und Goldbarren sollen demzufolge vor 2.000 Jahren säuberlich in drei Kisten verpackt und unter einer Grundplatte in der Hauptkammer der Gruft verstaut worden sein. In diesen Behältnissen seien sie jetzt auch entdeckt worden, hieß es. Bilder des Fundes, die mittlerweile vom deutsch-chinesischen Nachrichtenportal German.China.org ins Netz gestellt worden sind, bestätigen dies. Die Grabungsarbeiten in der Hauptkammer des Gräberfeldes dauern unterdessen noch an, weshalb es in Zukunft noch zu weiteren Überraschungen kommen dürfte.

Glückloser Regent liebte Gold und Konfuzius

Unter Fachleuten wird das betreffende Gräberfeld unter dem Namen "Haihunhou" geführt. Dies weist bereits darauf hin, dass man inzwischen mit relativ großer Sicherheit davon ausgeht, dass in der Hauptkammer der Gruft wahrscheinlich der ehemalige Han-Kaiser Liu He bestattet wurde. Er soll ein Enkel des bedeutenden und berühmten Han-Kaisers Wu gewesen sein. Dem Anschein nach war er aber ein glückloser Regent, da er bereits nach 27 Tagen auf dem Thron wieder entmachtet wurde und daraufhin den Titel "Marquis von Haihun" (Haihunhou) zugesprochen bekommen haben soll. Haihun war demzufolge ein kleines antikes Königreich im Norden der heutigen Provinz JIangxi, wo sich auch das Gräberfeld befindet. Bevor jetzt die schweren Goldmünzen und hufenförmigen Goldbarren gefunden wurden, konnten dort bereits schon mehr als 10.000 Artefakte aus Gold, Jade, Bronze oder Eisen sicher gestellt werden. Darüber hinaus sollen rund 3.000 hölzerne Schrifttafeln aus der Grabungsstätte künftig einen genaueren Blick in die damalige Zeit ermöglichen. Offenbar war der Grabinhaber zudem ein Anhänger des chinesischen Philosophen Konfuzius. Denn von diesem ist in der Hauptkammer ein Portrait gefunden worden. Konfuzius lebte allerdings bereits rund 500 Jahre vor der Zeit, als der besagte kaiserliche Friedhof angelegt wurde.

Viele antike Artefakte und Gold bereits von Grabräubern geplündert

Unterdessen sind sich die chinesischen Archäologen bewusst, dass sie mit der Entdeckung eines vollständig erhaltenen und nicht bereits geplünderten antiken Gräberfeldes großes Glück hatten. Denn in den letzten Jahren hat sich in China eine neue Generation von Grabräubern herausgebildet, die bereits zahllose Artefakte und Gold aus antiken Gruften geplündert haben soll. Einem Bericht des Branchenportals Archaeology.org zufolge gibt es in China derzeit rund 100.000 haupt- und nebenberufliche Grabräuber. In den vergangenen 20 Jahren sollen demzufolge bereits rund 400.000 antike Gräber geplündert worden sein, bevor sie von Wissenschaftlern untersucht werden konnten. Manche Gräber seien im Verlauf der letzten Jahre sogar mehrfach geplündert worden, heißt es in dem Bericht. Die Grabräuber seien in Banden organisiert und bildeten ihren Nachwuchs darin aus, wie man antike Gräber aufstöbert. Meist werden dafür ehemalige und verarmte Bauern rekrutiert, die dann in der Hoffnung, auf wertvolle antike Artefakte oder Gold zu stoßen, auch tiefe Stollen und Tunnel ausheben.

Goldfund und Artefakte in Bildergalerie zu sehen

Die Situation sorgt für großen Frust unter den Archäologen, die bei ihren Forschungen zwar auf Jahrtausende alte, aber oft erst in jüngster Zeit geplünderte Gräber stoßen. Umso erfreulicher also für die Wissenschaftler, dass ihnen jetzt ein umfangreiches und reich beladenes Gräberfeld, das seit zwei Jahrtausenden unberührt schlummert, zu Füßen liegt. Am 25. Dezember soll die genaue Identität des Grabinhabers offiziell bekannt gegeben beziehungsweise bestätigt werden. Mehr Informationen und Bilder über die freigelegten Artefakte - wie etwa ein antikes Schachbrett - und den jüngsten Goldfund aus der Grabungsstätte stellt derweil die chinesische Tageszeitung China Daily in einer Bildergalerie zur Verfügung.

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