Stand: 20.04.2016  0 Kommentare

Der Technologieriese Apple hat eigenen Angaben zufolge im letzten Jahr knapp 1 Tonne Gold aus alten und verschrotteten Elektronikprodukten recycelt. Der Gegenwert beläuft sich auf mehr als 35 Millionen Euro.

Aufgrund seiner exzellenten elektrischen Leitfähigkeit gepaart mit einer extremen Korrosionsbeständigkeit ist Gold ein unverzichtbarer Bestandteil nahezu aller Produkte des Technologiekonzerns Apple. Ob iPhone, iPad oder Mac, überall steckt das gelbe und unzerstörbare Edelmetall drin. Jedes Jahr summiert sich der Verbrauch zur Herstellung neuer Produkte auf mehrere Tonnen. Doch was passiert mit dem Gold nach Ablauf der Lebensdauer dieser Geräte? Für lange Zeit ging das meiste davon unwiederbringlich auf Müllhalden verloren. Doch das soll sich nun nachhaltig ändern. Zumindest bei Apple. Dort hat man sich jetzt einem umfassenden Recycling-Programm verschrieben, das letzten Endes nicht nur der Umwelt zugute kommen soll, sondern ganz nebenbei auch noch einen Millionenbetrag in zweistelliger Höhe in die Kassen spült.

Recycling: Neben 1 Tonne Gold auch 3 Tonnen Silber geborgen

Auf umgerechnet gut 35 Millionen Euro taxiert der Konzern die Erlöse aus der Rückgewinnung von Gold aus verbrauchten Elektronikprodukten. Und das allein im letzten Jahr. Das geht aus dem in der vergangenen Woche (2. Aprilwoche 2016) veröffentlichten jährlichen Umweltbericht des Technologieriesen hervor. Demzufolge konnte Apple in diesem Zeitraum im Rahmen seines "Apple Renew Program" gut 1 Tonne Gold aus recycelten iPhones, iPads, Macs und anderen bereits verschrotteten Elektronikprodukten des Unternehmens bergen und schließlich der Wiederverwertung in neu herzustellenden Produkten zuführen. Im Rahmen desselben Recycling-Programms soll es zudem gelungen sein, neben Gold auch rund 3 Tonnen Silber aus dem weltweit eingesammelten Elektronik-Schrott zu extrahieren, hieß es. Zwar wird Gold in seiner elektrischen Leitfähigkeit von Silber übertroffen. Der Nachteil von Silber gegenüber Gold in elektronischen Produkten ist aber, dass es bei dem weißen Edelmetall viel schneller zu Korrosionserscheinungen kommen kann, was sich wiederum in der Lebensdauer der Geräte niederschlagen kann.

Gold und Silber stellen nur geringen Teil aller Metalle

Nach Angaben von Apple wird durch das Recycling von verbrauchten Elektronikprodukten der Bedarf nach bergbaulich gefördertem Gold, Silber und anderen wertvollen Metallen erheblich reduziert. Im Gesamtumfang der von Apple im betreffenden Zeitraum wiedergewonnenen Metalle spielen Gold und Silber allerdings eine relativ untergeordnete Rolle, wenngleich sie aus preislicher Sicht an oberster Stelle stehen. Von insgesamt rund 41 Millionen Kilogramm Elektronik-Schrott, den Apple im vergangenen Jahr weltweit eingesammelt haben will, seien den Angaben zufolge nahezu 28 Millionen Kilogramm auf die eine oder andere Weise wiederverwertbar gewesen. Den Löwenanteil stellte dabei recycelter Stahl, wovon laut Bericht rund 10,5 Millionen Kilogramm wiedergewonnen werden konnten. Darüber hinaus konnten mehr als 2 Millionen Kilogramm Aluminium sowie annähernd 1,5 Millionen Kilogramm Kupfer aus verbrauchten iPhones und anderen Apple-Produkten extrahiert werden. Zwar weist auch Kupfer eine relativ gute elektrische Leitfähigkeit auf und ist darüber hinaus weit billiger als Gold oder Silber. Für bestimmte Computeranwendungen, die Schnelligkeit erfordern, leitet das Metall allerdings zu langsam.

Roboter soll Smartphones in 11 Sekunden zerlegen

Abgesehen von den extrahierten Metallen wie Gold, Silber, Kupfer, Aluminium oder Stahl konnte Apple aus verbrauchten Elektronik-Geräten zudem knapp 6 Millionen Kilogramm Plastik sowie fast 5,5 Millionen Kilogramm Glas zurück gewinnen, so der Bericht. Um das Recycling von verbrauchten Apple-Produkten weiter zu optimieren, hat der Konzern nach eigenen Angaben des Weiteren eine neue Variante von Robotern mit dem Namen "Liam" entwickelt, die in der Lage sein sollen, alte Smartphones innerhalb von nur 11 Sekunden komplett in seine wertvollen Komponenten und Rohstoffe zu zerlegen und diese anschließend zu sortieren. Zwei Prototypen dieser Roboter sind laut Bericht derzeit bereits in Kalifornien und in den Niederlanden im Einsatz. Derzeit handle es sich dabei noch um ein Experiment, man hoffe aber, dass damit künftig die Notwendigkeit, die für die Herstellung von Apple-Produkten benötigten Metalle in groß angelegten Minen aus der Erde holen zu müssen, deutlich reduziert werden könne, hieß es weiter. 

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