Stand: 07.05.2016  0 Kommentare

Im Rahmen von umfangreichen archäologischen Grabungen in einem Kloster in Thüringen ist eine spätmittelalterliche Goldmünze ans Tageslicht gebracht worden. Sie wurde im Jahr 1419 in einer Münzstätte bei Köln geprägt. Es handelt sich um die erste In Ostthüringen gefundene Goldmünze überhaupt.

Von August 2015 bis März 2016 hat das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA) umfangreiche archäologische Grabungen im und um das Franziskanerkloster der Stadt Saalfeld in Thüringen durchgeführt. Bei den großflächigen Ausgrabungen konnte nun fast die gesamte Anlage des um das Jahr 1250 gegründeten Franziskanerklosters untersucht werden. Das Fundmaterial umfasst sehr viele Kleinfunde wie etwa hochwertig bemalte mittelalterliche Fensterscheiben. Hauptfund aber ist eine im Jahr 1419 geprägte Goldmünze aus der Münzstätte Riehl, einem heutigen Stadtteil von Köln. Einer Mitteilung des TLDA (Bilder) zufolge ist dies die erste in Ostthüringen gefundene Goldmünze überhaupt. Am vergangenen Donnerstag (28.04.16) wurde das wertvolle, spätmittelalterliche Stück der Öffentlichkeit vorgestellt. .

Goldmünze von 1419 war höchstes Zahlungsmittel der damaligen Zeit

Wie die Bodendenkmalpflegerin Ines Spazier des TLDA bei der Präsentation der Goldmünze im Saalfelder Franziskanerkloster erläuterte, handelt es sich bei der nun gefundenen Münze um einen Goldgulden aus dem frühen 15. Jahrhundert. Die Vorderseite der Goldmünze zeige demnach den damaligen Erzbischof von Köln, Dietrich II. von Moers (1385 - 1463). Auf der Rückseite des spätmittelalterlichen Geldstücks sind die vier Wappen der damaligen Erzbischöfe von Köln, Mainz, Trier und der Pfalz zu sehen. Als Prägejahr wird das Jahr 1419 angegeben. Der Wert der 3,55 Gramm schweren Goldmünze sei damals enorm gewesen, sagte Denkmalpflegerin Spazier laut einem Bericht der Thüringer Landeszeitung vom Freitag (29.04.16). "Ein bis zwei Häuschen konnte man damit kaufen", ist sich Spazier sicher. Demnach war diese Goldmünze das höchste Zahlungsmittel der damaligen Zeit. Gefunden wurde das wertvolle Stück in einer Kellergrube eines der nun untersuchten Gebäude des mittelalterlichen Klosterareals. Darüber, wie das mittelalterliche Geldstück an seinen jetzigen Fundort gelangt ist, kann man derweil nur spekulieren. Womöglich habe ein aus dem Rheinland eingewanderter Besitzer den Goldgulden im Keller versteckt und dort vergessen, oder aber "das Gebäude darüber ist zusammengekracht", so die Denkmalpflegerin.

Fund unterstreicht Bedeutung des Klosters für die Stadt Saalfeld

Den Angaben zufolge sind bei den Grabungen zudem zahlreiche weitere Artefakte aus dem Mittelalter aufgespürt worden, darunter auch eine Goldwaage, die offenbar in Beziehung zu der gefundenen Goldmünze gestanden hat. Zu jener Zeit habe es eben auch viele "Schlitzohren" gegeben, die Goldmünzen mit geringerem Goldgehalt geprägt hätten, so Ines Spazier. Deshalb sei eine Goldwaage damals wichtig gewesen. Auch der rheinländische Erzbischof habe ursprünglich zu diesen "Schlitzohren" gehört, so Spazier. Später sei er aber dann zusammen mit den drei anderen Erzbischöfen, deren Wappen ebenfalls auf der Goldmünze zu finden seien, "zu den Wächtern der Prägungen" geworden. Gefunden wurde die Goldmünze jetzt von einem Grabungshelfer, dem 60-jährigen Wolfgang Hacker, der an diesem Tag eigentlich nur als Vertretung bei den Grabungen auf den Klosterareal dabei gewesen sei, hieß es. Er habe "im richtigen Moment am richtigen Ort" gestanden, erinnert sich Hacker. Dass es sich um eine Goldmünze handelte, habe er auf den ersten Blick erkennen können, denn "sie war picobello sauber", sagte der glückliche Finder. Eine Minute lang konnte er die erste, jemals in Ostthüringen gefundene Goldmünze noch in Händen halten, dann musste er seinen spektakulären Fund aber an die Grabungsleiterin abtreten. Denn die von Hacker gefundene Münze, so das TLDA, sei das Hauptexemplar der in dem Klosterquartier gemachten Funde und unterstreiche die Bedeutung des Klosters für die Stadt Saalfeld im Mittelalter.

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