Stand: 15.10.2016  1 Kommentare

Anfang 2017 geht in der kanadischen Arktis die erste von drei neuen und großen Goldminen an den Start. Das Projekt soll mindestens 110 Tonnen Gold abwerfen.

Der Goldminenbetreiber TMAC Resources (TMAC) aus Toronto hat eigenen Angaben zufolge in der vergangenen Woche von der zuständigen Behörde des kanadischen Territoriums Nunavut die amtliche Erlaubnis erhalten, ab 2017 die kommerzielle Goldproduktion in der neuen Doris North Goldmine rund 160 Kilometer nördlich des Polarkreises aufzunehmen. Zwei weitere Goldlagerstätten - "Boston" und "Madrid" genannt -  sollen zudem in der unmittelbaren Umgebung bis 2020 sowie 2022 erschlossen werden und dann ebenfalls in die kommerzielle Produktion gehen können. Diese drei künftigen Goldminen in der Arktis von Kanada werden von TMAC als das Hope Bay Projekt zusammengefasst und sollen quasi als eine einzige große Goldmine betrieben werden. TMCA zufolge sollen dort mindestens 110 Tonnen Gold lagern. Es könnten aber auch fast doppelt so viel sein.

Goldminen in Hope Bay: Drei "hochgradige Goldlagerstätten"

Den Angaben zufolge befinden sich die besagten Goldminen rund 125 Kilometer südwestlich der Inuit-Siedlung Cambridge Bay und verteilen sich auf einer Fläche von zirka 80 Kilometern Länge und rund 20 Kilometern Breite. Bei dem Hope Bay Projekt handelt es sich demnach um drei "hochgradige Goldlagerstätten", die ausschließlich unter Tage abgebaut werden sollen. Die bereits bestätigten Goldvorkommen liegen laut TMAC bei rund 3,5 Millionen Unzen (ca. 109 Tonnen). Die dafür abzutragenden Erze weisen dabei einen durchschnittlichen Goldgehalt von 7,7 Gramm pro Abraumtonne auf. Dem Vernehmen nach liegen die gemessenen und tatsächlich vermuteten Goldvorkommen allerdings weit höher. Insgesamt, so schätzt der Goldminenbetreiber, könnten in Hope Bay bis zu sechs Millionen Unzen (ca. 187 Tonnen) Gold lagern, wobei der Edelmetallgehalt der Goldlagerstätten bis zu 9,2 Gramm pro Abraumtonne erreichen könnte, hieß es. Damit dürften die zukünftigen Goldminen von Hope Bay zu den ertragreichsten und womöglich profitabelsten Bergwerke ihrer Art gehören, die seit der Jahrtausendwende in die kommerzielle Produktion gegangen sind.

Goldlagerstätten schon seit längerem bekannt

In einer Machbarkeitsstudie vom Juni 2015 wird die Lebensdauer der Goldminen mit rund 20 Jahren angegeben. Im Durchschnitt sollen dabei gut 160.000 Unzen (knapp fünf Tonnen) Gold pro Jahr abgebaut werden. Sollten sich indes die zusätzlich vermuteten Goldvorkommen bestätigen, dürfte sich auch die prognostizierte Lebensdauer des Hope Bay Projektes entsprechend verlängern. Bis zur Aufnahme der kommerziellen Goldförderung Anfang des kommenden Jahres hat man bei TMAC zwar noch viel zu tun, allerdings fängt man keineswegs bei Null an. Denn die Goldvorkommen dort sind schon seit längerem bekannt, und TMAC ist nicht der erste Goldminenbetreiber, der sich an das Projekt herangewagt hat. Schon zwischen den Jahren 1988 und 1999 wurden die dortigen Goldlagerstätten mit den Bezeichnungen "Doris North", "Boston" und "Madrid" entdeckt und erste Bohrungen durchgeführt. Mehrfach wechselte das Areal daraufhin den Besitzer, ohne dass es jedoch jemals zu einer Goldförderung kam. Dennoch ist die Erschließung der Goldlagerstätten in den vergangenen 20 Jahren kontinuierlich weiterbetrieben worden.

Das Pochwerk in der Arktis kommt aus Australien

Ursprünglich durch den Rohstoffkonzern BHP Billiton entdeckt und exploriert, wurde das Hope Bay Projekt im Jahr 1999 von dem kanadischen Minenbetreiber Miramar Mining erworben, der im Anschluss erste aussagefähige Studien über die dortigen Goldvorkommen aufstellte. In 2007 kaufte der amerikanische Bergbauriese Newmont Mining die Rechte an dem Areal und investierte heftig in den Ausbau der Infrastruktur. So entstanden unter anderem eine Landebahn, ein Hafen, Straßen sowie Behausungen für potenzielle Mitarbeiter. In 2011 kehrte Newmont dem Projekt allerdings wieder den Rücken und versetzte es in den Status "Wartung und Pflege". Anfang März 2013 kaufte TMAC mit privaten Investorengeldern die Rechte an dem Projekt und machte sich noch im selben Monat an den weiteren Ausbau der Infrastruktur. Allein im vergangenen Sommer sind dem kanadischen Sender CBC zufolge mehrere hundert Container Material nach Hope Bay geliefert worden. Das mitunter wichtigste Stück für den erfolgreichen Betrieb der neuen Goldminen, das Pochwerk, soll demnach aus Australien stammen und in vorgefertigten Teilen in die Arktis verschifft worden sein.

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Kommentare [1]
  • von Goldtruck | 17.10.2016, 08:51 Antworten

    Solche Ereignisse bringen mich in einen großen Zwiespalt. Einerseits mag ich Goldprodukte sehr gerne, besitze allerdings kaum welches.
    Andererseits kenne ich die Wahnsinnslandschaft im Norden Kanadas und die wilde Tierwelt. Das alles wieder zerstören. ...muss das wirklich sein?

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