Stand: 01.11.2014 von Mr. Gini 0 Kommentare

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und auch der Allianz Global Wealth Report 2014 brachten auf den Punkt, dass die USA eine elitäre Gesellschaft sind. Das heißt, eine verschwindend kleine Minderheit verfügt über den Löwenanteil des Vermögens. Dem DIW zufolge liegt der GINI-Koeffizent hinsichtlich der Vermögensverteilung in den USA ja bei 0,87. Der Koeffizient schwankt zwischen 0 und 1. Bei einem Wert von 0 ist das Vermögen gleichmässig verteilt; sprich jeder Mensch verfügt über ein gleich hohes Vermögen. Bei einem Wert von 1 ist es so, dass eine Person das gesamte Vermögen des Landes besitzt.

USA als Milliardärs- und Armenland

Zweifelsohne, die USA sind ein extremes Land. Ein extrem gespaltenes Land. Einerseits wohnen 492 der 1645 US-Dollar-Milliardäre der Erde in den USA. Anders formuliert, 30 Prozent der Dollar-Milliardäre kommen aus den USA. Das ist schon sehr beachtlich.

Aber auf der anderen Seite ist es auch wieder so, dass sage und schreibe 46,486 Millionen Amerikaner (Stand Juli 2014) auf Lebensmittelmarken nach dem sog. SNAP-Programm (weitere Informationen auf der Website des US-Landwirtschaftsministeriums) angewiesen sind. Die Gesamtbevölkerung der USA liegt bei um die 316 Millionen. Anders ausgedrückt, knapp 15 Prozent der Bevölkerung braucht zum Überleben Lebensmittelmarken.

Starker Anstieg der Zahl der Bezieher

Tatsache ist auch, dass die Zahl der Bedürftigen, die das SNAP-Programm in Anspruch nehmen, in den letzten Jahren extrem stark gestiegen ist. Im Jahr 2001 lag die Zahl der Bedürftigen bei "nur" 17,3 Millionen. Dies entsprach damals 6,3 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Bis zum Jahr 2005 kam es zu einem Anstieg auf 25,628 Millionen. Zwischen 2005 und 2007 schwankte die Zahl der Bezieher zwischen 25,6 und 26,5 Millionen. In den Folgejahren, also vom Jahr 2007 bis zum Jahr 2012 wuchs die Zahl Jahr für Jahr prozentual zweistellig. 2012 waren es dann 46,6 Millionen. Im Jahresdurchschnitt des Jahres 2013 lag die Zahl der Bezieher bei 47,6 Millionen. Seither stagniert die Zahl der Empfänger auf einem Niveau zwischen 46 und 48 Millionen.

Auffällig ist, dass 72 Prozent der SNAP-Bezieher in Familien leben. Und höchst interessant ist auch, dass die Zahl der Lebensmittelmarkenbezieher in der Bundeshauptstadt der USA, also in Washington D.C., äußerst hoch ist. Mehr als 23 Prozent der Einwohner der US-Hauptstadt kommen in den "Genuss" des SNAP-Programms. Ansonsten beziehen in den Bundesstaaten Georgia, Kentucky, Louisiana, New Mexico, Oregon und Tennessee mehr als 20 Prozent der Bevölkerung Lebensmittelmarken!

Rasanter Anstieg der Kosten

Parallel zum Anstieg der Zahl der Bezieher ging es auch mit den Kosten nach oben. Die US-Regierung musste für das Programm im Jahr 2005 noch 28,6 Milliarden US-Dollar aufwenden. Im Jahr 2013 waren es dann schon 76,6 Milliarden US-Dollar. Pro Kopf beliefen sich die Kosten auf durchschnittlich 133 US-Dollar im Monat. Zu erwähnen ist aber, dass es Budgetkürzungen seit diesem Jahr, also dem Jahr 2014 für das Programm gibt. In den nächsten zehn Jahren sollen beim Programm für die sicherlich nicht wirklich "reichen" Menschen in den USA 8,6 Milliarden US-Dollar eingespart werden.

Armut in USA
Armut in den USA: Rund 46,5 Mio. nehmen nehmen SNAP-Programm in Anspruch

Relativ hohe Hürden für den Bezug

Dabei liegt die Hürde für den Einzelnen relativ hoch, um überhaupt in den Genuss des Programms zu kommen. Also, das Programm können nur arbeitsfähige US-Staatsbürger im Alter zwischen 16 und 60 beantragen. Mögliche Bedürftige müssen dabei den Nachweis erbringen, dass sie aktiv nach Arbeit suchen. Dabei darf das monatliche Durchschnittseinkommen bei einer vierköpfigen Familie nicht den Betrag von 2552 US-Dollar übersteigen (bei einer Einzelperson 1245 US-Dollar).

Und ähnlich wie in Deutschland bei den Sozialleistungen gelten strenge Grenzen mit Blick auf das Haushaltsvermögen. Hier liegt die Grenze in den USA bei "nur" 2000 US-Dollar. Alle anderen, die über mehr Haushaltsvermögen als 2000 US-Dollar verfügen, können Hilfen aus dem Programm nicht in Anspruch nehmen.

Und auch mit Blick auf die Bezugsdauer gibt es strenge Regeln. So bekommen zum Beispiel Erwachsene ohne Kinder bekommen maximal drei Monate diese Unterstützung, wobei Arbeitnehmer generell keinen Anspruch haben.

Kurzum, der amerikanische Traum vom sozialen Aufstieg erfüllt sich für viele leider nicht. Nicht mehr, um es genauer auf den Punkt zu bringen...

Armut: Rund 46,5 Mio. beziehen in den USA Lebensmittelmarken
Mr. Gini - Der Autor befasst sich schon seit vielen Jahren hauptberuflich mit den Ungleichge- wichten und strukturellen Problemen der Welt- wirtschaft, insbesondere des Weltfinanzsystems. Der Autor vertritt die Ansicht, dass die Krise erst dann beendet ist, wenn die globale Überschuldungskrise gelöst ist. Sprich, wenn das Verschuldungsniveau auf ein für die Volkswirtschaften tragfähiges Niveau geschrumpft ist.
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