Stand: 23.12.2016 von Mr. Gini 0 Kommentare

Wahnsinn, wie rasant das Jahr 2016 vergangen ist. Und Wahnsinn auch, wie turbulent dieses Jahr war. Voller Überraschungen, voller schwarzer Schwäne. Nach dem überraschenden Ausgang des Brexit-Referendums und der US-Präsidentschaftswahl ging es auch an den Finanzmärkten extrem volatil zur Sache. Das scheint wohl neben dem 6.000 Jahres-Zinstief zur neuen Normalität unserer Zeit zu gehören. Ob wir es wollen, oder nicht.

Leider neigt sich das Jahr nicht voller Frieden dem Ende entgegen. Unsicherer, instabiler und unkalkulierbarer ist die Welt geworden. 

Und auch hier gilt: ob wir es wollen oder nicht, das ist neue Normalität eben. Die spannende Frage stellt sich, wie die neue Normalität im kommenden Jahr aussehen wird?

Platzt die Trump-Blase?

Es ist wohl zu erwarten, dass 2017 auch ein wildes, turbulentes und hoch-volatiles Jahr werden wird. Es lauern jede Menge Überraschungen; und auch jede Menge schwarzer Schwäne stehen parat. 

Extrem spannend wird es für die Märkte, ob Mr Trump nach seiner Inauguration am 20.1. seine ambitionierten fiskalischen Ausgabenprogramme wird umsetzen können. Die Märkte, insbesondere der US-Aktienmarkt, hat hier schon die beste aller Trump-Welten eingepreist. Viele Beobachter sprechen schon von einer Trump-Erwartungs-Blase, die auf ihr Platzen wartet. Und an der Stelle lauert wahrlich jede Menge negatives Überraschungspotenzial. 

Es wäre wahrlich extrem überraschend, wenn Donald Trump seine Pläne voll umfänglich umsetzen könnte. Kritische Beobachter wie der EX-Budgetberater von Präsident Reagan, David Stockman, erwarten in dem Kontext gar ein Scheitern der neuen Trump-Administration. Er spricht in dem Zusammenhang schon von einem zu erwartendem „fiskalischen Blutbad“.

Wahlen in Europa

Mit Blick auf Europa ist indes festzuhalten, dass ähnlich wie im Jahr 2016 das kommende Jahr DAS Jahr der tektonischen Verschiebungen auf politischer Ebene werden könnte. Jede Menge wichtiger Wahlen stehen an. Bereits Mitte März stehen in den Niederlanden Parlamentswahlen an. 

Die Chancen stehen aus heutiger Sicht nicht schlecht, dass hier Herr Wilders ein mehr als nur beachtliches Ergebnis wird erzielen können. 

Am 23. April wird dann in Frankreich ein neuer Präsident gewählt. Und auch hier besteht die realistische Möglichkeit, dass Frau Le Pen zur neuen Präsidentin gewählt werden könnte. Allerspätestens damit dürfte dann das Thema „Eurokrise“, Zerfall der EU wieder ganz oben auf die Agenda kommen.

Wahlen in deutschen Landen

Das Jahr 2017 wird auch in deutschen Landen ein extrem spannendes Wahljahr werden. Im September wird ja der Deutsche Bundestag neu gewählt. Zuvor stehen im März im Saarland und im Mai in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen wichtige Landtagswahlen. Und hier wird der Fokus insbesondere auf den Wahlausgang in Düsseldorf gerichtet sein. Fest steht wohl jetzt schon, dass an den Finanzmärkten großes Augenmerk auf die politischen Entwicklungen gelegt werden wird.

Volatile Märkte zu erwarten

Und es wäre kaum überraschend, wenn uns an den Märkten kein Wechselbad der Gefühle erwarten wird. Und zwar nicht nur politisch bedingt.Vielleicht werden die Wächter am Rentenmarkt ja aus dem Tiefschlaf erwachen, wenn im Februar/März relativ hohe Inflationsraten ausgewiesen werden. 

Allein schon der Basis-Effekt beim Ölpreis – 2015 notierte der Ölpreis zeitweise unter 30 Dollar, nun wieder über 50 Dollar je Barrel – dürfte für einen relativ kräftigen Impuls an der offiziellen Inflationsfront sorgen. Wenig verwunderlich wäre dann auch, wenn die Thematik „Stagflation“ dann auch auf die Agenda käme. Ja, und mit Blick auf die Edelmetallmärkte, insbesondere auf den Goldmarkt, steht wohl auch ein weiteres volatiles Jahr bevor. Relativ pessimistisch gestimmte Auguren sehen hier jetzt schon relativ schwarz. 

Börstenastrologe Manfred Zimmel von amanita.at sieht die Gefahr, dass der Goldpreis 2017 eine heftige Talfahrt bis auf eine worst case-Niveau von 666 Dollar die Unze vollziehen könnte. Naja, vielleicht ist die Überraschung ja die, dass wir eher in Richtung 1.666 Dollar nach oben marschieren werden.

Schöne Jubiläen

Wie auch immer, am Ende sei darauf hingewiesen, dass das kommende Jahr neben aller Unsicherheit auch zwei schöne Jubiläen bietet. Zumindest in deutschen Landen. Zum einen dürfen wir uns über einen Feiertag mehr freuen. Im Jahr 2017 jährt sich zum 500. Mal Martin Luthers Thesenanschlag an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg. Aufgrund dieses Jubiläums sprach sich die Ministerpräsidentenkonferenz schon im Dezember 2012 dafür aus, den Reformationstag 2017 bundesweit als gesetzlichen Feiertag zu begehen. 

Und mit Blick auf das weiße Gold, Salz, gibt es auch ein Jubiläum zu feiern. Das Salzbergwerk in Berchtesgaden feiert 2017 auch Geburtstag. Seit sage und schreibe 500 Jahren wird das weiße Gold aus den Tiefen der Alpen abgebaut. Der Verfasser dieser Zeilen konnte sich jüngst ein eigenes Bild vom Bergwerk dort machen. Absolut beeindruckend.

Ja, in dem Sinne wünsche ich Ihnen eine friedliche Weihnachtszeit und alles erdenklich Gute im kommenden Jahr 2017!

Kurzer Ausblick ins Jahr 2017
Mr. Gini - Der Autor befasst sich schon seit vielen Jahren hauptberuflich mit den Ungleichge- wichten und strukturellen Problemen der Welt- wirtschaft, insbesondere des Weltfinanzsystems. Der Autor vertritt die Ansicht, dass die Krise erst dann beendet ist, wenn die globale Überschuldungskrise gelöst ist. Sprich, wenn das Verschuldungsniveau auf ein für die Volkswirtschaften tragfähiges Niveau geschrumpft ist.
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