Stand: 10.02.2016 von Jörg Bernhard 2 Kommentare

Für mächtig Wirbel sorgte unter Deutschlands Anlegern in der vergangenen Woche Medienberichte, dass die Bundesregierung Einschränkungen bei der Barzahlung plane. Derzeit denke man über eine Obergrenze von 5.000 Euro nach. Größere Anschaffungen oder Veräußerungen müssten dann künftig in digitaler Form beglichen werden. Offiziell geht es der Politik um die Bekämpfung von Terror und Kriminalität und nicht um die Abschaffung von Bargeld war aus dem Bundesfinanzministerium zu hören.

Eine Vorreiterrolle innerhalb Europas kann man Deutschland diesbezüglich auch nicht vorwerfen. In zahlreichen anderen europäischen Staaten wurden bereits ähnliche Einschränkungen im Bargeldverkehr realisiert. Neben diversen Obergrenzen, die in Frankreich, Italien und Spanien bereits Alltag sind, hat Dänemark für kleine Geschäfte aus Kostengründen bereits den Zwang zur Annahme von Bargeld abgeschafft.

Banken-Chefs fordern Bargeldabschaffung und prognostizieren Ende von Bargeld

In Norwegen hat der Chef der größten norwegischen Bank DNB Ende Januar die Regierung sogar aufgefordert, Bargeld völlig abzuschaffen. John Cryan, der Chef der Deutschen Bank, wagte auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos sogar die Prognose, dass Bargeld in zehn Jahren wahrscheinlich nicht mehr existieren werde.

Die meisten Deutschen werden darauf hoffen, dass er - wie viele Banker bereits vor ihm - beim Prognostizieren großer Trends wieder einmal daneben liegen wird. Für ihn ist Bargeld zwar in erster Linie ein Kostenfaktor, für den ganz normalen Anleger aber offensichtlich viel mehr - nämlich geprägte Freiheit. Goldkäufer haben im Falle der Einführung einer 5.000-Euro-Obergrenze kaum Nachteile zu erwarten, schließlich sind höhervolumige Goldtransaktionen auch in Zukunft grundsätzlich möglich. Einzige Bedingung: Sie müssen auf digitalem Weg beglichen werden und sind dadurch nicht nur für "Vater Staat", sondern leider auch für Cyber-Kriminelle interessant.

Obergrenze von 1.000 Euro hätte Auswirkungen für viele Goldkäufer

Sollte die Obergrenze allerdings auf lediglich 1.000 Euro festgesetzt werden, könnte man auf Basis des aktuellen Goldpreises nicht einmal eine Goldmünze mit einem Feingewicht von einer Unze kaufen, ohne digitale Spuren zu hinterlassen. Wer sein sauer verdientes Geld aus Angst vor einer drohenden Geldentwertung diskret in Gold tauschen möchte, wäre dann von der neuen Regelung wahrscheinlich alles andere als begeistert. Heutzutage kann man noch ohne Identifikationsnachweis Gold kaufen und bar bezahlen, wenn die vom Geldwäsche-Gesetz vorgegebene Grenze von 9.999,99 Euro (seit 26.06.2017; zuvor 14.999,99 Euro) nicht überschritten wurde. Aktuell entspräche dies immerhin dem Wert von fast 14 Krügerrand-Goldmünzen mit einem Feingewicht von jeweils einer Unze.

Einschränkungen bei Bargeld geplant
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt.
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Kommentare [2]
  • von Tiki | 12.02.2016, 08:03 Antworten

    Hast du dazu einen link oder so was zum urteil?

  • von Neo der Auserwählte | 11.02.2016, 13:42 Antworten

    Da das Gerichtsurteil vom Bundesverfassungsgericht vom 25. Juli 2012 immer noch in Kraft ist, welches alle Wahlen seit 1956 als null und nichtig erklärt hat, haben wir gar keine Instanz, die sich Bundesregierung nennen darf, ergo sind alle
    Gesetze, die von unseren ?Gesetzgebern? gemacht wurden nicht gültig.
    Gruß
    Neo

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