Stand: 25.11.2020 von Hannes Zipfel
Gold ist mehr als nur ein Metall. Es ist ein Symbol für das Göttliche und die Unsterblichkeit. Die Bedeutung von Gold im religiösen und mystischen Sinne reicht Jahrtausende zurück und hat diese Bedeutung bis in die heutige Moderne bewahrt.

Gold als göttliches Symbol der Natur

Gold hat in vielen Bereichen unseres Lebens eine große Bedeutung. Im wirtschaftlichen Kontext kann es materiellen Wert konservieren, im sozialen Kontext kann es für den Status innerhalb einer hierarchischen Struktur von Bedeutung sein, im religiösen Kontext kann es verwendet werden, um die Verehrung des Göttlichen oder einer Göttlichkeit auszudrücken.

Sogar im magischen Sinne ist Gold von Bedeutung und wird als nahezu machtvolles Instrument mit inhärenten energetischen Eigenschaften wahrgenommen.

Die symbolische Natur des Goldes, seine Haltbarkeit sowie deren weltweite Verbreitung macht es als religiöses Kommunikationsmittel über Generationen hinweg wertvoll. Dies gilt zum einen für die Kommunikation zwischen Menschen in unterschiedlichen Epochen und Regionen und zum anderen aber auch für die Kommunikation zwischen Menschen und einer geistigen Welt.

In der Archäologie aber auch in Reliquien der großen und Jahrtausende alten Weltreligionen ermöglicht Gold einen Einblick in die zeitgenössische Mentalität.

Die magische Bedeutungsebene des Goldes

Neben dem materiellen Wert und seiner sozialen Bedeutung hat Gold eine zusätzliche Bedeutungsebene, die das leuchtende Metall, dem Sonnenlicht ähnlich, mit religiösen und magischen Sphären verbindet. So zum Beispiel an Kreuzen und biblischen Inschriften.

Die Unterscheidung der Bedeutung des Goldes in seiner wirtschaftlichen, sozialen oder religiösen Funktion ist eher ein analytisches Instrument als eine Reflexion einer historischen Realität. Gold hat sich in diesen verschiedenen Funktionen immer überschnitten und sie waren eng miteinander verbunden.

Gold wird in den verschiedensten Religionen seit Langem mit einer göttlichen Sphäre verbunden, sowohl in der vorchristlichen als auch in der christlichen Religion.

Der Glanz des Goldes, seine unzerstörbare Natur, seine Formbarkeit und seine relative Knappheit machten es zu einem idealen Material, um göttliche Eigenschaften zu verkörpern, aber auch um der menschlichen Verehrung des Göttlichen Ausdruck zu verleihen.

Bindeglied zwischen Menschen und Göttern

Gold wurde bereits vor über 5.000 Jahren als materielles Bindeglied zur Ansprache der Götter angesehen. Tempel, Heiligtümer und Kirchen wurden aufwendig mit goldenen oder vergoldeten Statuen und Gemälden verziert. Liturgische Geräte wurden aus Gold hergestellt. Die Götter der germanischen Mythen lebten laut Völuspa in einem mit Gold bedeckten Saal und spielten mit goldenen Brettspielen.

Bereits in der Spätantike wurde Gold in zahlreichen Schriften und Kunstwerken mit den Göttern einer vorchristlichen Welt assoziiert.

Gold behielt seine Bedeutung sogar innerhalb der Religionen, die die Armut und die Ablehnung weltlicher Güter anstrebten.

Liturgische Gefäße, Reliquien, Kreuze und Gegenstände, die für die Durchführung heiliger Rituale benötigt wurden, waren aus Gold gefertigt.

Es gibt zudem eine lange Tradition von Opfergaben, zum Beispiel in Form von Tafeln, die aus Edelmetallen, Gold oder Silber hergestellt und einer Gottheit gewidmet wurden.

Bedeutungskontinuität in der Religion

Gold behielt seine Bedeutung kontinuierlich von vorchristlichen zu christlichen Bräuchen. Es wird sowohl mit dem Heiligen und dem Göttlichen als auch mit übernatürlichen Kräften und aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften sogar mit der Unsterblichkeit in Verbindung gebracht.

Gold wird bereits seit der Antike für religiöse Bräuche und Rituale genutzt. In vielen Kulturkreisen wurde Gold noch lange vor seiner monetären Bedeutung aufgrund seiner Ästhetik und Symbolkraft eine tiefe Verehrung zuteil.

Die enge Verbindung von Gold zur Sonne und dem Göttlichen, den Göttern, kann daher in vielen verschiedenen Erscheinungsformen auch in der heutigen Moderne noch beobachtet werden.

Gold und Magie

Gold spielt sowohl für die Religion als auch für die Magie von jeher eine große Rolle. Aber die Bedeutungen in Magie und Religion unterscheiden sich:

  • In der Religion verehrt der Mensch Gold als Symbol der Göttlichkeit, in der Magie benutzt der Mensch das göttliche Metall für seine eigenen Zwecke, z. B. für magische Rituale.

    Das Gold soll dabei helfen, die Göttlichkeit oder Geister oder jenseitige Kräfte dazu zu bewegen, wie gewünscht zu handeln, wenn die vorgeschriebenen magischen Rituale mithilfe des Goldes korrekt erfüllt werden.

  • Gold war für magische Rituale mindestens ebenso bedeutungsvoll wie für die Ausübung von Religion. Zum Beispiel war es wichtig, Amulette herzustellen. Goldene Amulette sollten vor allem Kinder vor Schaden und Flüchen und insbesondere vor dem bösen Blick schützen.

    Ein Beispiel dafür sind die goldenen Bullae, die römische Jungen trugen. Gold sollte im Zusammenspiel mit Naturkräutern und Ritualen auch bei der Genesung kranker Menschen helfen. Bei magischen Papyri, die sich mit Flüchen, aber auch mit Liebeszauber befassten, wird häufig verlangt, dass die Formel auf eine goldene Tafel geschrieben wird.

Vielfältige Assoziationen

Im christlichen Gedankengut steht Gold für Heiligkeit und Reinheit, denn das edle Metall bleibt auch dann rein, nachdem es Verunreinigungen ausgesetzt wurde. Drei Goldkugeln oder drei Goldbarren sind die Attribute des heiligen Nikolaus, der als Bischof von Myra drei Töchter einer armen Familie vor Prostitution bewahrte, indem er drei Klumpen des edlen Metalls in deren Haus warf und ihnen mit dieser Mitgift eine Hochzeit ermöglichte.

Auch in asiatischen Religionen steht Gold für Licht, die Erleuchtung und das ewige Leben. Die Russisch-Orthofdoxe Kirche verziert nicht nur die Innenräume ihrer Kirchen, Reliquien und Schriften mit Gold, sondern lässt ihre Kirchen weithin sichtbar durch vergoldete Kuppeldächer, die sogenannten Zwiebeltürme leuchten.

In Deutschland kann man zum Beispiel die drei vergoldeten Türme der russisch -orthodoxen Kirche der heiligen Elisabeth weithin sichtbar auf dem Neroberg in Wiesbaden erblicken.

Der orthodoxe Klerus selbst behauptet, dass die Vergoldung der zwiebelartigen Kuppeln der Kirchentürme an eine brennende Kerze erinnern soll, die gen Himmel brennt. Die meisten Wissenschaftler weisen allerdings auf die enge Verwandtschaft russischer Kirchen mit Bauten in Byzanz hin, deren Kuppeldächer ähnlich gestaltet sowie vergoldet waren.

Aber auch in der Religion ist Gold neben seiner mystischen Bedeutung ein Zeichen von Macht und Reichtum. Ohne ihr Gold wären viele Kirchen, vor allem aber die Römisch-Katholische sowie die Russisch-Orthodoxe Kirche heute nicht mit derart großen Reichtümern gesegnet.

Im Islam hat Gold eine besondere Bedeutung, da das Tragen von Gold den Frauen vorbehalten ist. Auch ist es Muslimen untersagt, mit goldenem oder silbernem Besteck Mahlzeiten zu sich zu nehmen, da die Mahlzeit die wertvolle Gabe ist und nicht das Besteck.

Als Zahlungsmittel erlebt Gold hingegen gerade eine Renaissance, nicht nur bei den Muslimen und im arabischen Raum. Doch dazu mehr im nächsten Beitrag „Bedeutung von Gold als Geld“.

Autor: Hannes Zipfel
Ökonom

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