Stand: 10.11.2017 von Egmond Haidt 9 Kommentare

In den vergangenen Wochen hat vor allem der Anstieg des Dollar den Goldpreis belastet. Zuletzt hat er sich allerdings an der 100-Tage-Linie stabilisiert. Da sich das Umfeld allmählich ändert, könnte es zu einem Ausbruch bei der Notierung des Edelmetalls kommen.

Seit der vorletzten Oktoberwoche pendelt der Goldpreis um die 100-Tage-Linie: Sie liegt derzeit bei 1.278,50 Dollar je Feinunze. Für die Stabilisierung des Goldpreises hat gesorgt, dass sich der Dollar nach dem vorherigen Anstieg stabilisiert hat, während gleichzeitig die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen nach unten  tendiert haben.

Verantwortlich dafür sind die zunehmenden Zweifel, ob US-Präsident Donald Trump eine Steuerreform durch den Kongress bringen kann. Sollte es ihm nicht gelingen, womit die Ankurbelung der Wirtschaft ausbleibt, könnten neben den US-Zinsen auch der Dollar unter Druck kommen, woraufhin der Goldpreis Rückenwind bekäme.

Zweifel an der US-Steuerreform nehmen zu

Nach den jüngsten Nachrichten sieht es immer mehr danach aus, dass Trump mit der Steuerreform scheitern könnte. Zuletzt hat der republikanische Abgeordnete aus dem Senat Ted Cruz gesagt, dass er gegen die Reform in ihrer jetzigen Fassung stimmen werde, weil sie teilweise zu Steuererhöhungen bei Amerikanern aus der Mittelschicht führen werde. Damit ist Cruz der vierte republikanische Abgeordnete aus dem Senat, der mit einem Nein gedroht hat.

Trumps Problem: Im Senat haben die Republikaner nur eine Mehrheit von zwei Stimmen. Weil es daher immer mehr Investoren dämmert, dass die Reform scheitern könnte, sind die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen im Rückwärtsgang und ziehen damit allmählich auch den Dollar mit nach unten.

Wie groß die Uneinigkeit unter den Republikanern ist zeigt auch, dass die Republikaner aus dem Senat laut einem Medienbericht darüber nachdenken, die Senkung des Steuersatzes für Unternehmen von 35 Prozent auf 20 Prozent auf das Jahr 2019 zu verschieben.

Die Republikaner aus dem Repräsentantenhaus, der anderen Kammer des Kongress, wollten diese Senkung bereits im Jahr 2018 durchsetzen. Obwohl Trump fast zehn Monate im Amt ist, hat er beim Thema Steuern noch absolut Nichts auf die Reihe gekriegt. Das könnte auch so bleiben.

US-Zinsstrukturkurve sendet Warnsignal

Investoren am Anleihenmarkt schätzen die Perspektiven für eine Steuerreform und damit für die US-Wirtschaft zusehends trüber ein. Aus diesem Grund sind nicht nur die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen gesunken, sondern ist auch die Zinsstrukturkurve immer flacher geworden.

Zuletzt ist der Zinsaufschlag für zehnjährige Anleihen gegenüber zweijährigen auf nur mehr 67 Basispunkte (0,67 Prozentpunkte) kollabiert. Das ist der niedrigste Wert seit zehn Jahren. Der Anleihenmarkt schätzt damit die Perspektiven für die US-Wirtschaft so skeptisch ein, wie seit zehn Jahren nicht mehr – völlig egal, ob die jüngsten Konjunkturdaten besser oder schlechter waren als erwartet.

Nachdem die Goldpreisentwicklung schon eine Weile an der 100-Tage-Linie notiert, könnte es nun einen Ausbruch geben: nach unten oder nach oben.



Sollte Trump irgendeinen Hasen aus dem Hut zaubern können, woraufhin plötzlich eine Steuerreform doch machbar erscheinen sollte, würde der Dollar und die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen steigen, woraufhin der Goldpreis unter Druck wäre.

Sollte sich hingegen bei Investoren die Einschätzung verstärken, dass die Reform keinerlei Aussicht auf ein Passieren des Kongress hat, dürften der Dollar und die Zinsen unter Druck kommen, woraufhin dem Goldpreis eine Trendwende nach oben gelingen könnte. Die nächsten Wochen werden spannend.

Beim Goldpreis bahnt sich eine Entscheidung an
Egmond Haidt - Nach der Bankausbildung und dem BWL-Studium begann Egmond Haidt im Jahr 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit dem Verkauf von BÖRSE ONLINE an den Finanzen Verlag im Januar 2013 arbeitet Egmond als freier Finanzjournalist und schreibt über Themen wie Wirtschaft, Aktien, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle. Seit der 2008er-Schuldenkrise beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Gold.
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Kommentare [9]
  • von Dr. Henkenbach | 10.11.2017, 12:06 Antworten

    Beim Goldpreis wird sich nichts wesenlich ändern

  • von Frank | 10.11.2017, 21:14 Antworten

    Nicht ein Wort zum Ölpreis, der maßgeblich den Goldpreis beeinflusst, nur diese innenpolitischen Scheindebatten um eine Steuerreform und eine Mauer. So ein Humbug, ehrlich.

  • von Hackiwat | 11.11.2017, 00:04 Antworten

    Was nutzen alle wiederkehrend-ermutigenden Prognosen, wenn da die "falschen Leute" am richtigen Hebel sitzen, - unbehelligt über Jahre trotz aufgedeckt-erwiesener Marktmanipulationen weiterhin alle Möglichkeiten behalten, ihren gewünschten Goldpreis selbst zu erschaffen und jegliche Goldpreiserholung in unserer ach so freien Marktwirtschaft per digitaler Transaktion geziehlt und stets erfolgreich zu verhindern. Wichtig ist für diese Finanz-Mutanten nur Eines; Das unehrliche Papiergeld stabil- hoch - und das ehrliche Gold stabil- tief zu halten. Solange diesen Auswüchsen nicht endlich energisch entgegen gesteuert wird, ändert sich nichts. Eines Tages aber bekommen wir die Quittung. Nur zahlen wird - wie 2008 - den ganzen Schlamassel dann - erneut "alternativlos" - die arbeitende, steuerzahlende Bevölkerung sowie deren Kinder und Enkel. Trotzdem empfiehlt es sich: Legen Sie sich etwas physisches Gold und Silber beiseite und ignorieren Sie die Preismanipulationen, denn das was da bald auf uns zukommt, mündet im schlimmsten Finanz-Zusammenbruch der Geschichte! Gold und Silber sind seit Jahrtausenden wertstabil. Das werden auch einige Jahrzehnte egoistisch-krimineller Finanzjongleure auf Dauer nicht ändern. Ich wünsche Ihnen Mut und Vertrauen zum Edelmetall und danke für die Aufmerksamkeit meiner persönlichen Betrachtungsweise.

  • von Jupp | 11.11.2017, 08:31 Antworten

    Diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden und diejenigen, die entscheiden, werden nicht gewählt.

  • von Mr. Silver | 11.11.2017, 10:17 Antworten

    Der Cot Report gibt eine klare Richtung vor. Die Goldminen verkaufen soviel wie möglich auf Termin, um sich einen Gewinn für die nächsten Monate zu sichern. Sieht man sich den Kursverlauf der Goldminenaktien an, läuft auch der Verkauf der Terminkontrakte sehr sehr schleppend. Das sieht man auch am Cot Report, dass dort kaum Bewegung ist. Fällt der Goldpreis unter 1260-1254 Dollar per Tagesschlusskurs, ist das nächste Ziel 1190 bis 1200 Dollar. Steigt der Preis über 1300 und 1360 USD kann die Reise bis 1430 und im Supergau bis ca 1520 gehen. Aber dann fällt der Preis wie ein Stein ins Wasser.

    • von Doreau | 11.11.2017, 22:31 Antworten

      Alles soweit verständlich, aber warum sollte der Preis abstürzen? Weil alles bisher zuviel auf Termin verkauft worden ist oder aus einem anderen Grund?

      • von Mr Silver | 17.11.2017, 10:29 Antworten

        Der Geldfluss bestimmt den Preis. Kommen Spekulanten in den Markt wird der Preis Stück für Stück angehoben. Irgendwann endet der Geldfluss. Es ist niemand mehr da der einen den Kontrakt für mehr Geld abkauft, also muss man billiger verkaufen. Beste Beispiel ist Platin. Top bei 2300 Dollar jetzt bei 930 Dollar.

  • von Markus | 11.11.2017, 17:43 Antworten

    Eine Steuerreform wird doch nicht den Gold- oder Silberpreis beeinflussen. Das ist auch in meinen Augen nicht nachvollziebar. Wenn die grossen Adressen wollen das der Preis steigt dann steigt er oder umgekehrt. Die Nachrichten sind doch nur Mittel zum Zweck... Leider!

  • von Hein | 16.11.2017, 16:13 Antworten

    EIn belangloser Artikel.

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