Stand: 27.11.2013  0 Kommentare

Der institutionelle Trader, Buchautor und Analyst David Bensimon von Polar Pacific rechnet ab nächstem Jahr wieder mit einer steigenden Goldpreisentwicklung. Bevor der übergeordnete Bullenmarkt wieder an Fahrt aufnehmen kann, müsse Gold jedoch zunächst weiter fallen. Ein neues Tief werde vermutlich Ende dieses Jahres markiert und Anfang 2014 die Trendwende eingeleitet. Im Interview mit Kitco News vom 22. November 2013 erläutert Bensimon seine Gründe für diese Einschätzung.

"Kurzfristig bin ich bärisch für Gold"

"Wir haben den Boden beim Goldpreis noch nicht gesehen", sagt der Analyst und konkretisiert dann seine Prognose: "Im Dezember könnten wir schon auf 1.090 Dollar fallen, aber der ultimative Test wird Anfang nächsten Jahres stattfinden. Ich bin mittelfristig sehr bullisch für Gold und erwarte neue Höchstpreise, aber im sehr kurzfristigen Zeitrahmen bin ich extrem bärisch."

Schon Anfang November hatte der Experte seine Erwartung fallender Goldpreise begründet. "Durch die Preisbewegungen vom Tief bei 1.182,60 Dollar je Feinunze Gold am 28. Juni bis zum Hoch bei 1.434 Dollar im August und das Scheitern am Widerstand bei 1.361,8 Dollar im Oktober hat sich ein typisches Korrekturmuster etabliert, das weiter fallende Kurse wahrscheinlich macht", so Bensimon vor einigen Wochen. Der zyklische Bärenmarkt im übergeordneten Bullenmarkt müsse im richtigen Verhältnis von Zeit und Preis vollendet werden, bevor nachhaltig steigende Kursbewegungen einsetzen können.

Technische Gründe für neue Tiefpreise

Viele Analysten sehen das Tief vom Juni bereits als eine Unterstützung an, die voraussichtlich nicht mehr unterschritten wird. Bensimon hält 1.090 Dollar für die bessere Zielmarke, da hier ein wichtiges Retracement verlaufe, das sich aus dem gesamten Bullenmarkt sei 2001 ableiten lässt. Retracements sind Kurskorrekturziele, die sich aus der Höhe des vorangegangenen Preisanstiegs ergeben.

Fundamentale Gründe für neue Tiefpreise

Auch aus fundamentaler Sicht spreche viel dafür, dass sich die Unterstützung vom Juni bei 1.182.60 Dollar als zu schwach erweisen könnte. Die physische Nachfrage nach Gold habe zwar im April und Juni den Goldpreis stützen können, doch Bensimon glaubt, dass dieser Effekt zurzeit nicht wirken kann.

Die Konsumenten werden nach seiner Einschätzung nicht eher in den Markt zurückkehren, bevor sie überzeugt sind, dass der Goldpreis wieder steigt. "Als sich der Preis auf natürliche Weise weiter nach unten bewegte, hat kein neuer Ansturm stattgefunden. Einen Run der Hausfrauen aus China auf Gold wie im April dieses Jahres hat es nicht gegeben. Ich denke, das wird derzeit einfach übersehen", glaubt der Analyst.

Zu einer schwächeren Konsumentennachfrage kämen zusätzlich die schwächere Investment-Nachfrage aus Nordamerika sowie ein aktuell steigendes Angebot an neu gefördertem Minengold.

Gründe für nachhaltig steigende Goldpreise ab 2014

Sobald der Boden bei 1.090 Dollar erreicht ist, werde sich die physische Nachfrage wieder deutlicher bemerkbar machen und auch das Thema Inflation werde verstärkt ins Bewusstsein der Investoren zurückkehren.

Der Anstieg des Goldpreises von 2001 bis 2011 habe sich parallel zu einer fallenden Inflation entwickeln können. Nun, da die Leitzinsen auf der ganzen Welt auf Rekordtiefstände gefallen sind und alle Zentralbanken gleichzeitig eine ultra-lockere Geldpolitik betreiben, sei eine steigende Inflation früher oder später unausweichlich.

"In den nächsten 20 Jahren wird es für Zinsen und für Inflation nur eine Richtung geben: nach oben", sagt Bensimon. "In den 70er Jahren waren es hohe Inflationsraten, die einem Anstieg des Goldpreises von 35 Dollar auf 850 Dollar ermöglicht haben. In der Zukunft werden nicht nur die preistreibenden Kräfte der 2000er Jahre, sondern auch die der 70er Jahre den Goldpreis nach oben katapultieren", so der Experte.

Kommentar zum Artikel schreiben
Sicherheitsfrage: wie viele Münzen sehen Sie?
Fragen über Fragen
Ich stimme zu, dass mein Kommentar zur Veröffentlichung auf gold.de gespeichert wird. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per Mail an [email protected] widerrufen.
Hier finden Sie unsere Datenschutzerklärung.

Copyright © 2009-2018 by Gold.de - Alle Rechte vorbehalten

Konzept, Gestaltung und Struktur, sowie insbesondere alle Grafiken, Bilder und Texte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Missbrauch wird ohne Vorwarnung abgemahnt. Alle angezeigten Preise in Euro inklusive MwSt. (mit Ausnahme von Gold), zzgl. Versandkosten, sofern diese anfallen. Verfügbarkeit, Abholpreise, Goldankauf und nähere Informationen über einzelne Artikel sind direkt beim jeweiligen Händler zu erfragen. Alle Angaben ohne Gewähr. Sie betrachten die Seite: Gold.de - Gold und Silber kaufen im Preisvergleich

Handcrafted with in Baden-Württemberg, Germany