Stand: 28.11.2013  2 Kommentare

In einem Videobeitrag vom 21. November 2013 untersucht Peter Schiff die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Gold und Bitcoins. Der bekannte Fed-Kritiker und Gründer von Euro Pacific Capital hat zwar grundsätzlich Sympathie für die digital geschöpfte Währung; nicht zuletzt deshalb, weil sie sich der Kontrolle durch Notenbanken entzieht. Eine Art digitales Gold oder "Gold 2.0" erkennt Schiff in Bitcoins jedoch nicht. Dafür fehle ihnen die eine entscheidende Eigenschaft, die Gold zu legitimem Geld macht.

Gemeinsamkeiten von Gold und Bitcoin

Zunächst erläutert Schiff einige Gemeinsamkeiten Gold und Bitcoins. So müssen sowohl für die Förderung von Gold als auch für die Schöpfung von Bitcoins reale Ressourcen aufgewendet werden und es entstehen reale Kosten. Tatsächlich heißt der Prozess der Geldschöpfung bei Bitcoins sogar "mining ".

Eine zweite Gemeinsamkeit sei das begrenzte Angebot. Ebenso wie das Vorkommen von Gold endlich ist, sei auch die maximale Anzahl von Bitcoins begrenzt. Nachdem einmal 21 Millionen Einheiten der digitalen Währung geschöpft sind, lasse sich diese Geldmenge nicht mehr erhöhen.

Eine dritte Gemeinsamkeit sieht Schiff in der Teilbarkeit. Genau wie sich Gold in ganze, halbe, viertel oder zehntel Feinunzen aufteilen lässt, seien auch Bitcoins in kleineren Einheiten stückelbar.

Vorteile von Bitcoin gegenüber Gold

Als tatsächlich eingesetztes Zahlungsmittel seien die digitalen Bitcoins physischem Gold sogar überlegen. "Gold lässt sich nun einmal nicht einfach so über das Internet verschicken", sagt Schiff. Auch sei die Lagerung des Edelmetalls umständlicher und der Besitzer müsse sich gegen Diebstahl absichern.

Der entscheidende Vorteil von Gold gegenüber Bitcoin

Trotz der Gemeinsamkeiten mit Gold und trotz einiger Vorteile gegenüber dem Edelmetall, fehle der digitalen Währung die alles entscheidende Eigenschaft, um als legitimes Geld geeignet zu sein: der innere oder intrinsische Wert. Schiff versteht unter intrinsischem Wert von Gold seinen Gebrauchswert als Schmuck und als Objekt der Repräsentation, aus dem sich dann der Tauschwert des Edelmetalls natürlich entwickelt habe.

"Der Grund, warum Gold historisch überhaupt zu Geld werden konnte, war die Wertschätzung, die es als Rohstoff genoss. Gold war ein Luxusgut begehrt und auf der ganzen Welt bekannt. Jeder wollte es besitzen. Wenn Sie also irgendetwas brauchten, konnten Sie es mit Gold kaufen, denn selbst dann, wenn derjenige, der Ihre Zahlung akzeptierte, selbst gar kein Gold haben wollte, kannte er mit Sicherheit jemanden, der daran interessiert war."

Gold, erklärt Schiff, konnte sich im Wettbewerb zahlreicher Rohstoffe um den Status als Geld durchsetzen, weil es neben seiner Wertschätzung als Rohstoff andere Eigenschaften hatte, die es zur optimalen Wahl machte, darunter die Teilbarkeit und das begrenzte Angebot. Diese Eigenschaften zeichnen zwar auch Bitcoins aus, doch durch die Gemeinsamkeiten mit Gold werde nicht der intrinsische Wert von Gold repliziert.

"Bitcoins möchte niemand um ihrer selbst willen besitzen, sondern letztendlich nur, um sie später gegen die Dinge einzutauschen, die man eigentlich haben möchte. Gold hingegen werde begehrt, weil es selbst über einzigartige und nachgefragte Eigenschaften verfügt", sagt Schiff.

Bitcoin im Vergleich mit frühen Formen von Papiergeld

Um zu illustrieren, dass Bitcoins durch ihre grundsätzliche Eignung für den Zahlungsverkehr keinen intrinsischen Wert erhalten, vergleicht Schiff die digitale Währung mit frühen Formen von Papiergeld. Papiergeld sei ursprünglich nichts weiter gewesen als die schriftliche Bestätigung eines Goldschmieds, dass eine bestimmte Menge Gold bei ihm eigelagert wurde.

Diese Lagerempfangsscheine seien dann nach und nach als umlaufende Zahlungsmittel akzeptiert worden, weil man davon ausgehen konnte, dass das Gold, also das eigentliche Geld, tatsächlich vorhanden war und weil der Empfangsschein jederzeit eingetauscht werden konnte. Die Empfangsscheine seien von vielen verschiedenen Goldschmieden, aus denen sich dann Banken entwickelten, herausgegeben worden, denn die Banknoten waren, ebenso wie Bitcoins heute, im alltäglichen Zahlungsverkehr praktischer.

"Diese Entwicklung hat den Banknoten aber keinen intrinsischen Wert verliehen. Vielmehr blieb der Wert des Papiergelds an den intrinsischen Wert des physischen Goldes gebunden, durch das es gedeckt war.

Bitcoin im Vergleich mit heutigem Papiergeld

"Heute haben wir natürlich kein legitimes (also durch Gold oder einen anderen Sachwert gedecktes) Geld mehr, sondern ausschließlich Fiat-Geld. Kein realer Wert steht heute hinter dem US-Dollar", sagt Schiff und fährt fort:

"Wer nun aber nun denkt: ?Ok, der Dollar ist nicht gedeckt und Bitcoins sind nicht gedeckt. Was ist also der Unterschied??", der übersieht etwas Wesentliches. Der Dollar ist gesetzliches Zahlungsmittel in den USA. Andere Fiat-Währungen sind gesetzliches Zahlungsmittel in anderen Ländern. Selbst wenn ich keine Dollars haben will, akzeptiert die Regierung eben ausschließlich Dollars als Steuergeld. Sofern ich also nicht ins Gefängnis wandern will, muss ich also im Besitz von Dollars sein, um meine Steuern zu bezahlen."

"Nicht ins Gefängnis zu wandern, stellt für mich einen Wert dar", ergänzt Schiff, dessen Vater, Irwin Schiff, ein prominenter tax protester ist und derzeit eine dreizehnjährige Freiheitsstrafe wegen Steuerhinterziehung in Texas absitzt. "Obwohl der Dollar ebenso wie Bitcoins keinen intrinsischen Wert hat, gibt es doch einen legitimen Gebrauch des Dollars."

Bitcoin als reines Spekulationsobjekt

Der fehlende intrinsische Wert einerseits und der fehlende Status als gesetzliches Zahlungsmittel andererseits machen Bitcoin für Peter Schiff zu einem reinen Spekulationsobjekt mit ungewisser Zukunft.

"Niemand weiß, wie viel ein Bitcoin in einer Woche, in einem Jahr, in fünf Jahren oder in zehn Jahren wert sein wird. Vielleicht nichts. Das könnte sehr gut sein. Vielleicht kreiert jemand eine neue digitale Währung, die attraktiver ist als Bitcoins. Vielleicht kommt auch jemand auf die Idee, eine legitime, durch Gold gedeckte digitale Währung ins Leben zu rufen. Fakt ist: Niemand weiß es", sagt Schiff.

Gründe für die spektakuläre Preisentwicklung von Bitcoin

Die rasante Preissteigerung von Bitcoins ist für Schiff ein Indiz dafür, dass die Besitzer der digitalen Währung sie kaum als Zahlungsmittel einsetzen, sondern in der Hoffnung auf weitere Preissteigerungen horten. Für eine Verwendung als Zahlungsmittel sei der Preis derzeit ohnehin viel zu volatil.

"Die Leute werden durch spektakuläre Gewinnaussichten und eine gehörige Portion Aufmerksamkeit der Medien in diesen Markt gelockt. Irgendwann aber werden dieselben Leute Kasse machen wollen und sich reale Dinge mit den erzielten Gewinnen kaufen wollen. Wenn dieser Punkt erreicht ist, dann fällt der Boden aus dem Mark. Womit wir es zu tun haben, ist nicht ein Goldstandard 2.0, sondern eher eine Tulpenmanie 2.0", meint Schiff.

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Kommentare [2]
  • von Andrea | 24.08.2018, 13:26 Antworten

    Und recht hatte er. Aber auch das Papiergeld wird immer weniger wert, weil es nicht mehr real ist. Der ursprüngliche Gedanke dahinter stimmt nicht mehr, weil es so oft nur noch Zahlen auf dem Papier sind. Meiner Meinung nach müsste das Geld, das bei irgendjemandem auf dem Konto vorhanden ist auch tatsächlich in Gegenwert irgendwo gelagert oder im Umlauf sein. Billionen auf dem Kontoauszug ohne realen Gegenwert darf es nicht geben!!! Da schätze ich definitiv Gold und Silber. Das kann man anfassen. Genau so wird auch bezahlt: "Nur bares ist wahres" - so alt und doch so wahr.

  • von Goldwieder | 02.12.2013, 12:35 Antworten

    Virtuelles Geld eintauschbar gegen reales Geld eintuaschbar gegen Gold und Silber!
    Da nehme ich doch lieber Gold und Silber.
    Tulpenmanie 2.0 ist sicher nicht ganz falsch als Einschätzung!

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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"