| GOLD | 4.319,09 $/oz | 3.750,40 €/oz | 120,58 €/g | 120.578 €/kg |
| SILBER | 69,41 $/oz | 60,27 €/oz | 1,94 €/g | 1.937,73 €/kg |
Am 22. Mai 2010 wurde erstmals eine reale Ware mit Bitcoin bezahlt. Vor 15 Jahren zahlte Laszlo Hanyecz für zwei Pizzen 10.000 Bitcoin. Für die Pizzeria wäre dies ein perfekter Deal, falls sie die Kryptowährung noch nicht verkauft haben sollte, schließlich wären die Bitcoins aktuell über 980 Millionen Euro wert. Damals waren es lediglich 41 US-Dollar bzw. knapp 33 Euro.
In den Jahren 2024 und 2025 gab es vier wichtige Ereignisse, die den Bitcoin-Preis stark anstiegen ließen: Am 10. Januar genehmigte die US-Wertpapierbehörde SEC die ersten Spot-Exchange-Traded-Funds (ETFs) auf die mit großem Abstand wichtigste Kryptowährung der Welt.
Damit konnten erstmals auch US-Anleger in ETFs investieren, die nicht durch Bitcoin-Futures, sondern durch „echte Bitcoins“ (physisch, nicht synthetisch) gedeckt sind.
Zuvor war dies lediglich über den „gebührenträchtigen“ Grayscale Bitcoin Trust möglich, der ursprünglich als geschlossener Fonds konzipiert wurde und nicht zum Börsenhandel zugelassen war. Dessen Initiatoren haben vor einem US-Gericht gegen die Us-Börsenaufsichtsbehörde SEC geklagt und ihre Zulassung als ETF erstritten.
Viele Besitzer des Grayscale Bitcoin Trust schichteten in die sieben neuen und vor allem kostengünstigeren Bitcoin-ETFs um.
Wie die Einführung von physischen ETFs knappe Vermögenswerte verteuern kann, war bereits 20 Jahre vorher zu beobachten: Am 18. November 2004 erblickte in den USA mit dem SPDR Gold Shares der erste physisch besicherte Gold-ETF das „Licht der Finanzwelt“.
Seither hat sich das gelbe Edelmetall von 442 USD-Dollar auf 3.250 US-Dollar pro Feinunze (31,1g | 99,99 Prozent Feingehalt) mehr als siebenfacht, was auch auf den weltweiten Nachfrageboom bei Gold-ETFs zurückzuführen war.
Ein weiteres Top-Event fand am 20. April 2024 statt. An diesem Tag wurde nämlich das vierte Bitcoin-Halving seit Bestehen der Kryptowährung vollzogen.
Nach der Erzeugung von jeweils 210.000 Transaktions-Blöcken erfolgt meist nach ungefähr vier Jahren eine Halbierung (Halving) der Belohnung für das Erstellen eines neuen Blocks.
Nach über 840.000 Blöcken sank diese von ursprünglich 50 Bitcoins auf aktuell nur noch 3,125 Bitcoins. Dadurch ist gewährleistet, dass sich die Zahl neuer Bitcoins im Laufe der Zeit sukzessive verknappt.
Im Zuge des vierten Bitcoin-Halving sank die Zahl neuer Bitcoins von 900 auf ca. 450 pro Tag, wobei die maximal mögliche Anzahl umlaufender Bitcoins durch den Algorithmus auf 21 Millionen begrenzt wurde (siehe Grafiken).
Nach dem jüngsten Halving kann man dem Bitcoin übrigens eine höhere Seltenheit attestieren als Gold(auch wenn der Vergleich zwischen einem physischen Vermögenswert und einem rein digitalen Vermögenswert hinkt).
Mit der Kennzahl Stock-to-Flow-Ratio, lässt sich diese Seltenheit messen. Sie bringt nämlich zum Ausdruck, um welchen Faktor die weltweiten Bestände von Gold oder Bitcoins die jährlichen Fördermengen jeweils übertreffen.
Beim Bitcoin beläuft sich dieser Wert auf über 115 während bei Gold auf Basis der für 2024 geförderten Goldmengen das Maß für Seltenheit mit 59 deutlich niedriger ausfällt.


Trotz aller Ähnlichkeiten gibt es zwischen dem traditionellen und dem digitalen Gold frappierende Unterschiede.
Auch der Umstand, dass sich beide Assets (im Gegensatz zu Fiat-Währungen) weder auf Knopfdruck noch unbegrenzt oder gar kostengünstig vermehren lassen, sprechen für ein Investment.
Dieses ist aber keineswegs frei von Risiken. Bei physischem Gold gab es mit Blick auf dessen Preis zwar noch nie einen Totalverlust zu beklagen, falsches Verwahren (Diebstahl, Raub) oder ein theoretisch mögliches Verbot von Goldbesitz stellen aber durchaus ein hypothetisches Verlustrisiko dar.
Bei der Verwahrung von Bitcoins gilt zudem die Regel „Not your keys, not your coins“.
Zugriff auf die Kryptowährung hat man nur, wenn man im Besitz des privaten Schlüssels ist.
Kryptoexperten gehen davon aus, dass auf einen nicht unerheblichen Teil aller jemals erstellten Bitcoins nicht mehr zugegriffen werden kann, weil der Schlüssel verloren wurde.
Den dritten Kursschub erlebte der Pionier unter den dezentralen Digitalwährungen ab dem 5. November 2024, als klar war, dass Donald J. Trump eine zweite Amtszeit bekommt. Im Wahlkampf hatte Trump große Hoffnungen geschürt, Bitcoin als Währungsreserve signifikant auszubauen und somit zu größerer globaler Bedeutung als Reservewährung zu verhelfen.
Viele Bitcoin-Investoren gehen davon aus, dass sich die Digitalwährung neben Gold weltweit als Reservewährung etablieren kann.
Bislang steckt diese Entwicklung jedoch noch in den Kinderschuhen und auch Trump hat sein Versprechen relativiert, die Anschaffung weiterer Bitcoin über die bislang im Zuge von Beschlagnahmungen in Besitz genommenen Bitcoin vorzunehmen.
Dennoch knackte der Bitcoin-Kurs einen Monat nach seiner Wiederwahl als "POTUS" (President of the United States) erstmals in seiner Geschichte die Marke von 100.000 US-Dollar.
Seinen bisherigen Rekordpreis erreichte Bitcoin just am Bitcoin-Pizza-Day (22. Mai 2025) bei ca. 111.888 US-Dollar.
Nach einer heftigen Korrektur, die den Kurs am 9. April 2025 bis auf 74.570 UD-Dollar drückte, steht der Kurs aktuell nahe seiner Höchstkurse bei über 110.900 US-Dollar.
Die „One Big Beautiful Bill“ ist ein von der republikanischen Partei (GOP) unter der Führung von Präsident Donald J. Trump vorgeschlagenes Gesetzespaket. Es zielt darauf ab, umfangreiche Änderungen in der Steuerpolitik, der Sozialhilfe und anderen Bereichen vorzunehmen. Das Paket wird als „Reconciliation Bill“ bezeichnet, was bedeutet, dass es das Budget für das kommende Jahr festlegt, die Schuldenobergrenze anhebt und nicht durch einen Filibuster im Senat blockiert werden kann.
Das überparteiliche U.S. Congressional Budget Office (CBOT) schätzt, dass sich durch die Mehrkosten des Gesetzes mit dem blumigen Namen das Staatsdefizit in den kommenden 10 Jahren um weitere 4 bis 5 Billionen US-Dollar ausweiten könnten.
Dadurch werden die Anleihegläubiger der USA immer nervöser, da sich die Staatsverschuldung bereits in Richtung 37 Billionen US-Dollar entwickelt und das Haushaltsdefizit sich in Folge des Gesetzespaketes in Richtung 9 Prozent des Haushaltes entwickeln könnte. Darüber hinaus drohen droht die hohe Verschuldung die zinsausgaben auf über 30 Prozent des Gesamthaushaltes explodieren zu lassen.
In der Folge zeigt Bitcoin, dass es sich, ähnlich wie Gold, als vertrauenswürdige Währungsalternative zum US-Dollar etabliert, was die aktuellen Rekordwerte mit erklärt.
Darüber hinaus laufen Initiativen im US-Kongress, die Bedeutung Bitcoin alsReservewährung auszubauen.
Fazit: Sicheres und fachgerechtes Verwahren ist bei Goldmünzen und Goldbarren deutlich einfacher zu bewerkstelligen, als beim "digitalen Gold" Bitcoin. Wer Gold oder den Bitcoin kaufen möchte, sollte sich über die jeweiligen Chancen und Risiken bewusst sein und ihr Funktionsprinzip im Grundsatz verstanden haben.
Trotz vielfältiger ideologischer Differenzen zwischen Gold- und Bitcoin-Haltern sollte eine Mischung aus beiden Währungen (zzgl. anderer Edelmetalle, wie z. B. Silber), die außerhalb des FIAT-Geld-Systems eine echte Alternative zum ungedeckten "Papiergeld" bieten, nicht grundsätzlich abgelehnt werden.
"physischer Bitcoin"... da musste ich doch lachen!
Ansonsten aber vielen Dank für den informativen Artikel.
Also iShares hat ja sicherlich irgendwo Gold oder Ansprüche auf irgendwo gelagertes Gold.
Und nun haben sie auch was? Und wo wird das gelagert? In einer W...W...Wall-E? What?
Und das solls 2100...40 (?) noch geben? Warte (wait...loading...) - irgendwo liegt hier noch eine 5 1/4 Zoll Floppydisk herum. Den dazugehörigen Apple IIe hab ich zerlegt als die NASA händeringend nach alten Chips suchte (auch etwas wert).
So long...