Stand: 05.10.2017 von Egmond Haidt 2 Kommentare

Der Kurs von Bitcoin hat ein glänzendes Comeback gefeiert. Inzwischen beschäftigt sich selbst der Internationale Währungsfonds (IWF) intensiv mit dem Thema. Der Aufstieg von Bitcoin dürfte weitergehen.

In der Nähe des tiefsten Niveaus seit Mitte August notiert der Goldpreis: Für Druck sorgen vor allem die Hoffnung der Investoren auf eine US-Steuerreform und die anhaltende Verschärfung der Geldpolitik durch die US-Notenbank (Fed).

Das treibt den Dollar und die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen nach oben, während der S&P500 von einem Rekordhoch zum nächsten läuft. Im Gegenzug hat der Goldpreis deutlich Gegenwind. Umso mehr gilt es in den nächsten Wochen darauf zu achten, wen US-Präsident Donald Trump als möglichen Nachfolger von Fed-Chefin Janet Yellen vorschlagen wird.

Weil durch die Steuerreform die US - Staatsschulden noch stärker steigen würden als ohnehin schon, kann Trump eigentlich nur auf jemanden setzen, der für sehr niedrige Zinsen steht und in der nächsten Krise viel mehr Geld drucken wird als jemals zuvor.

Chinesen stemmen sich gegen Handelsverbot

Der Bitcoin-Kurs, hat zuletzt zwar ein wenig korrigiert, gegenüber dem Tief von Mitte September steht aber dennoch ein Plus von 40 Prozent zu Buche.

Das ist umso bemerkenswerter, weil die chinesischen Handelsplattformen auf Druck der Regierung Ende Oktober den Bitcoin-Handel einstellen müssen. Bislang ist der Handel aber nicht eingebrochen, sondern hat sich nur auf Peer-to-Peer-Marktplätze, wie LocalBitcoins verlagert, wo potenzielle Käufer und Verkäufer direkt miteinander handeln.

Goldman denkt über Einstieg in den Bitcoin-Handel nach

Dass Bitcoin weiterhin Potenzial bietet, darauf deuten die neuesten Pläne von Goldman Sachs hin. Während Jamie Dimon, der Chef von JP Morgan, Bitcoin als „Betrug“ bezeichnet hat und dafür von Bitcoin-Fans scharf kritisiert worden ist, denkt Goldman über den Einstieg in den Handel mit Kryptowährungen nach.

Immerhin ist das Interesse von institutionellen Investoren an Kryptowährungen, wie Bitcoin oder Ether, in den vergangenen Monaten rasant gestiegen. Laut Schätzungen haben inzwischen mehr als 70 Hedgefonds in Kryptowährungen investiert.

Bitcoinkurs Bitcoinpreis 1 Jahr

Allein dass Goldman darüber nachdenkt, treibt das Interesse der Investoren an Bitcoin & Co. nach oben. Goldman dürfte schon bald in den Bereich einsteigen, gerade weil das Handelsvolumen in anderen Vermögensklassen, wie Aktien, oder Anleihen wegen der extrem niedrigen Volatilität deutlich gesunken ist.

Was gibt es da besseres für Goldman als einen Bereich, wie Bitcoin, der eine hohe Volatilität hat? Bleibt eigentlich nur die Frage, wann Dimon eine Kehrtwende einleitet und ebenfalls in den Bereich einsteigt.

Aufstieg von Bitcoin bereitet dem IWF Kopfzerbrechen

Die stark zunehmende Bedeutung von Bitcoin wird auch dadurch untermauert, dass sich der Internationale Währungsfonds (IWF) intensiv mit dem Thema beschäftigt. Laut einem Papier würden Kryptowährungen bislang noch keine Herausforderung für Fiat-Währungen und Notenbanken darstellen, weil die Kryptowährungen zu volatil und zu riskant seien und die Technologie noch nicht skalierbar sei.

Allerdings könnten diese Probleme gelöst werden. „Es ist noch nicht lange her, da haben Experten argumentiert, dass PCs niemals den Durchbruch schaffen würden, und dass Tablets lediglich als teure Kaffeetabletts zum Einsatz kommen würden. Es könnte daher nicht clever sein, virtuelle Währungen abzutun“, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde auf einer Konferenz der englischen Notenbank (BoE) Ende September in London.

Verbraucher könnten Kryptowährungen den Fiat-Währungen vorziehen

Menschen aus Ländern, mit schwachen Institutionen und fallenden Währungen könnten verstärkt auf Kryptowährungen statt auf den Dollar, oder den Euro setzen.

Warum sollten die Verbraucher Kryptowährungen den Fiat-Währungen vorziehen?

„Weil es eines Tages einfacher und sicherer sein könnte, als Scheine anzunehmen, besonders in abgelegenen Gegenden. Und weil virtuelle Währungen tatsächlich stabiler werden könnten“, sagte Lagarde. „Bürger könnten eines Tages Kryptowährungen vorziehen, weil sie die gleichen Kosten und Bequemlichkeiten wie Bargeld bieten.“

Der Transfer würde schnell von statten gehen, während es keinen Intermediär gebe, der die Konten und Identität überprüfe. Langfristig setze ein derartiges System „ein Fragezeichen hinter das Mindestreserve-System, wie wir es heute kennen.“

Bitcoin trotzt allen Widerständen
Egmond Haidt - Nach der Bankausbildung und dem BWL-Studium begann Egmond Haidt im Jahr 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit dem Verkauf von BÖRSE ONLINE an den Finanzen Verlag im Januar 2013 arbeitet Egmond als freier Finanzjournalist und schreibt über Themen wie Wirtschaft, Aktien, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle. Seit der 2008er-Schuldenkrise beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Gold.
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Kommentare [2]
  • von karl langenfeld | 06.10.2017, 17:12 Antworten

    fantastisch

  • von bling bling | 06.10.2017, 17:13 Antworten

    die ganzen schurken (-staaten) müssen sich dann auch keine sorgen um eingefrorene konten machen. bei einer scheidung könnte es allerdings kompliziert werden.

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