Stand: 07.03.2018 von Florian Grummes 3 Kommentare

Aufgrund der unglaublichen Kurssteigerungen sind die Krypto-Währungen und insbesondere der Bitcoin in aller Munde. Zwar scheiden sich nach wie vor die Geister an den neuen digitalen Währungen, gleichzeitig macht sich aber zunehmend die Erkenntnis breit, dass es sich hier um einen technologischen Durchbruch handelt, dessen Ausgang und Folgen wir heute noch gar nicht abschätzen können.

In jedem Fall sollten Anleger sich mit dieser neuen Anlageklasse objektiv und unvoreingenommen auseinander setzen, schließlich dürfte es sich bei der Blockchain- und Krypto-Technologie um einen Quantensprung für die Menschheit handeln, welcher mittel- und längerfristig die Dezentralisierung von Macht und Kontrolle, und damit möglicherweise auch ein faires und transparentes Geldsystem mit sich bringen könnte.

Krypto-Währungen sind eine neue eigenständige Anlageklasse

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Wer das Internet in den neunziger Jahren verteufelte, muss heute einsehen, dass die Dezentralisierung von Wissen und Information nicht zu stoppen war. Ähnlich wird es vermutlich mit den Krypto-Währungen laufen, wobei ebenso wie bei der „New Economy Blase“ am Ende der laufenden Spekulationsblase die große Mehrheit der Coins und Tokens wertlos ausgebucht werden wird.

Mit mittlerweile über 1.500 verschiedenen Krypto-Währungen besteht aber die berechtigte Hoffnung, dass sich im Laufe der Zeit durch den freien Wettbewerb die Besten durchsetzen werden.

Gleichzeitig werden Gold und die Edelmetalle durch die neuen Krypto-Währungen natürlich nicht ersetzt werden. Vielmehr sind Edelmetalle und Krypto-Währungen als zwei unterschiedliche Assetklassen zu betrachten, die beide ihre Berechtigung im Vermögensmix bzw. im Portfolio haben.

Während Edelmetalle mit mindestens 10% Gewichtung für Sicherheit und Stabilität sorgen, bieten die spekulativen Krypto-Währungen als Technologie-Investment grundsätzlich die Chance am technologischen Fortschritt zu profitieren.

Bitcoinpreis in US-Dollar Tageschart

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Nach einem epischen bzw. parabolischen Anstieg, ausgehend von rund 160 US-Dollar im Herbst 2015 bis auf fast 20.000 US-Dollar am 17.Dezember 2017 stecken der Bitcoin und damit auch so ziemlich alle anderen Krypto-Währungen (Altcoins) in einer Korrektur, deren Ende bislang noch nicht absehbar ist. Nach einem ersten Crash (minus 70%) und einem Tief bei 6.000 US-Dollar konnten sich die Bitcoin-Notierungen seit Anfang Februar nicht nur bis auf knapp 11.800 US-Dollar erholen, sondern sich damit in gerade einmal vier Wochen auch fast verdoppeln.

Im großen Bild stellt sich jedoch die Frage, ob der scharfe siebenwöchige Rücksetzer zwischen Mitte Dezember und Ende Januar tatsächlich ausreicht, um die vorangegangenen extreme Spekulationswelle vollständig zu bereinigen.

Die Erfahrung lehrt, dass es eher untypisch wäre, wenn der Bitcoin jetzt sofort wieder auf neue Hochs durchstartet. Vielmehr sollte zumindest eine mehrmonatige und verwirrende Konsolidierung eingeplant werden.

Kurzfristig ist der Bitcoin zum Wochenauftakt erneut an der Marke von 11.800 US-Dollar gescheitert und damit aus einem bärischen Keil nach unten ausgebrochen. Damit bleibt der übergeordnete Abwärtstrendkanal intakt. Solange sich die Notierungen aber oberhalb von 9.200 US-Dollar halten können, ist die Marktlage mehr oder weniger neutral.

Auf der Oberseite müssten die Bullen über die Widerstandszone 11.800 – 12.200 US-Dollar ausbrechen, um den Chart zu ihren Gunsten drehen und neues Anstiegspotential zu eröffnen.

Angesichts einer überkauften Stochastik, eines Doppeltops bei 11.800 US-Dollar  sowie der Tatsache, dass das 38,2%-Fibonacci Retracement der bisherigen Korrektur bei 11.300 US-Dollar nach wie vor nicht nachhaltig zurückerobert werden konnte, stehen die Chancen dafür auf Sicht der kommenden Tage und evtl. auch Wochen jedoch nicht all zu gut. Zwischen 9.280 US-Dollar und 11.800 US-Dollar bleibt die Lage vorerst neutral, wobei aktuell ein Rücksetzer in Richtung der 50-Tagelinie (10.185 US-Dollar) als auch bis zur psychologischen Unterstützung um 10.000 US-Dollar am wahrscheinlichsten ist.

Handelsempfehlung

Mit Blick auf den intakten Abwärtstrendkanal als auch auf die überkaufte Lage auf dem Tageschart gibt es aktuell keinen Grund, den Bitcoinpreisen hinterherzulaufen. Vielmehr gilt es jetzt geduldig auf größere Rücksetzer und eine überverkaufte Lage zu warten.

Wer im Sektor überinvestiert ist und nicht mehr ruhig schlafen kann, sollte seine Position unbedingt auf ein erträgliches Maß zurückstutzen, denn die Möglichkeit, dass sich der gesamte Sektor bereits in einem mehrmonatigen „Krypto-Winter“ befindet, ist trotz der zuletzt gezeigten Stärke nicht vom Tisch.

Bitcoin – Überkauft und im Abwärtstrendkanal
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
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Kommentare [3]
  • von Hans-Halidin Polky | 12.04.2018, 13:51 Antworten

    Der Bitcoin als Standard dürfte nicht überlebensfähig sein, da es schnellere Coins gibt. Ich finde dass der ebitcoin an seine Stelle treten sollte. Dieser kann bis zu 255 Zahlungen in eins abwickeln und die Transaktionszeit ist nur wenige Minuten...

  • von bling bling | 07.03.2018, 18:17 Antworten

    nach diesel-gate coin-gate?

  • von Fritz | 07.03.2018, 15:45 Antworten

    Hallo Florian, ausgezeichneter Artikel, ich bin der bescheidenen Meinung, dass Du absolut recht hast.

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