Stand: 03.09.2015  1 Kommentare

Ein chinesischer Journalist wird von den Behörden des Landes beschuldigt, durch seine Berichterstattung Anleger verunsichert und dadurch den Börsencrash der vergangenen Woche ausgelöst zu haben. Der Mann wurde verhaftet und habe bereits "gestanden".

Der Journalist Wang Xiaolu, der für die chinesische Finanzzeitschrift Caijing tätig ist, soll durch das "Erfinden und Verbreiten falscher Informationen über die Wertpapier- und Terminbörsen" von China "Panik und Chaos" auf den Aktienmärkten des Landes ausgelöst haben. Er sei somit für das Börsenbeben Anfang der vergangenen Woche verantwortlich und deshalb am Wochenende festgenommen worden, wie die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Montag (31.08.15) berichtete.

Journalist "gesteht" die Verbreitung falscher Informationen

Dem Bericht zufolge habe der chinesische Journalist Wang auf der Basis von "Hörensagen und eigenen Spekulationen" unrichtige Berichte über die Entwicklungen an den chinesischen Aktienmärkten geschrieben und veröffentlicht. Der Journalist habe bereits gestanden, hieß es. Er gab laut Bericht außerdem zu, dass die von ihm verbreiteten falschen Informationen das Marktvertrauen der Anleger nachhaltig untergraben habe und dies sowohl dem Land als auch vielen Investoren großen Schaden zugefügt habe. Neben dem Journalisten Wang sind den Angaben zufolge zudem ein ranghoher Vertreter der Finanzaufsichtsbehörde sowie vier leitende Angestellte eines führenden Aktien-Brokers von China aufgrund ähnlicher Vorwürfe sowie wegen Verstößen gegen die Regeln der Aktienmärkte festgenommen worden.

Sollte ein Gericht die Vorwürfe, ob haltlos oder nicht, bestätigen, müssen die Männer höchstwahrscheinlich mit drakonischen Strafen rechnen. Denn am Montag vor einer Woche sind die chinesischen Aktienmärkte in heftige Turbulenzen geraten. Der Börsencrash ließ die Kurse in China an nur einem Tag um fast neun Prozent einbrechen und schwappte in der Folge auch auf andere Handelsplätze rund um den Globus über. Betroffen waren unter anderem auch der Deutsche Aktienindex Dax, der erstmals seit Januar wieder auf unter 10.000 Zähler abgerutscht war. Es wird davon ausgegangen, dass allein an diesem einen, mittlerweile Schwarzen Montag getauften, Handelstag weltweit ein Börsenwert von rund drei Billionen Dollar (2,6 Billionen Euro) vernichtet wurde.

Börsen in China weiter auf Talfahrt

Unterdessen setzt sich die Talfahrt der Börsen in China auch mehr als eine Woche nach dem Schwarzen Montag nahezu ungebremst fort. Am Mittwoch (02.09.15) sind alle wichtigen Aktienindizes an der Shanghaier Börse abermals um nahezu fünf Prozent abgeschmiert. Der wichtige Shanghaier Composite Index etwa notierte zum Auftakt des Handels nur noch knapp über der Marke von 3.000 Punkten und ist damit in den vergangenen zwei Monaten um rund 40 Prozent in den Keller gegangen.

Auch der deutsche Leitindex Dax ringt laut einem Bericht des Focus nach wie vor mit der psychologisch wichtigen Marke von 10.000 Zählern. Gegen Mittwochmittag hatte er bereits wieder Abschläge zu verzeichnen und notierte bei rund 9.970 Punkten. Auch der amerikanische Dow Jones sorgte für trübe Stimmung, nachdem er den August mit Punkteverlusten von mehr als sechs Prozent beendete und damit die schwächste Monatsbilanz seit mehr als 5 Jahren zu verkraften hatte. Am Dienstag, dem ersten Handelstag im September, verlor er abermals fast drei Prozent und notierte bei knapp über 16.000 Punkten.

IWF warnt vor Ansteckungsgefahren aus Asien

Aufgrund der nervösen Reaktionen auf den Börsen der Welt hat die Präsidentin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, inzwischen vor Ansteckungsgefahren gewarnt. Die jüngsten Schwankungen auf den Finanzmärkten der Welt zeigten, wie rasch die Risiken von einer Volkswirtschaft zur nächsten übergreifen könnten, sagte Lagarde laut einem Bericht der Bild vom Mittwoch (02.09.15). Es habe sich gezeigt, wie sehr Störungen auf einem Markt in Asien auf den Rest der Welt übergreifen könnten. Wörtlich sagte Lagarde demnach:

"Was sich in den vergangenen Wochen erwiesen hat, ist, wie sehr Asien im Zentrum der Weltwirtschaft steht".

 

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Kommentare [1]
  • von der Leo | 03.09.2015, 18:12 Antworten

    Oh nein, fangt ihr jetzt auch an wie die Blödzeitung und der restliche Westpropaganda? Fakt ist, dass er den Artikel tatsächlich geschrieben hat und einiges nicht wahr ist. Ob dieser Artikel nun für den Börsencrash verantwörtlich ist, ist doch irrelevant. Hier in Deutschland hätte dafür laut deutschen Aktiengesetzt ein paar Jahre sitzen müssen.

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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"