Stand: 26.02.2013  0 Kommentare

Gold.de Rezension – "Schwarzbuch Gold" von Brigitte Reisenberger und Thomas Seifert

Seit Jahren fluten die Zentralbanken die Finanzmärkte mit aus dem Nichts erschaffenen Papiergeld, Sie erzeugen damit schlicht und einfach Inflation, weil diesem Geld keine entsprechenden Werte gegenüberstehen. In der Folge steigen allein schon deswegen die Preise insbesondere von Rohstoffen, die mit dem besonders intensiv inflationierten Dollar bezahlt werden müssen. Das ist ein einfacher und überhaupt nicht neuer wirtschaftlicher Zusammenhang.

Schwarzbuch Gold Buchrezension
Eckdaten zum Buch
Genre: Sachbuch (240 Seiten)
Autor: Reisenberger, Seifert
Sprache: Deutsch
Verlag: Deuticke Verlag
ISBN-10: 3552061746
ISBN-13: 978-3552061743
Auflage: 1. Auflage (08/2011)
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Weil aber Edelmetalle und insbesondere Gold darüber hinaus Vermögenswerte bei Inflation bewahren können, entsteht zusätzliche Nachfrage, was neben einigen anderen Faktoren den Goldpreis mit in die Höhe treiben muss. Und je höher der Goldpreis, umso attraktiver wird die Ausbeutung auch komplizierter Fundstellen des Edelmetalls.

Die beiden Autoren des "Schwarzbuches Gold" sehen darin einen "neuen Goldrausch", was schon deshalb ein ziemlicher Unfug ist, weil man früher vom Goldrausch in ganz anderen Zusammenhängen sprach. Obwohl dieses Buch durchaus lesenswert ist und eine Reihe von interessanten Informationen enthält, besitzt es eine für Mainstream-Journalismus geradezu typische Ausrichtung. Die Autoren stellen mit einer gewissen moralischen Anmaßung Zusammenhänge her, die es so gar nicht gibt.

Wenn auch nicht direkt, so aber dennoch eindeutig genug unterstellen sie Menschen, die ihr sauer verdientes Vermögen vor den Machenschaften der Gelddrucker und Staatsbankrotteure retten wollen, nicht nur Gier nach Gold. Schlimmer noch: Wer Gold kauft muss sich nach der Sichtweise der Autoren dieses Buches eigentlich auch für Umweltzerstörungen und Verarmungen in den Förderländern verantwortlich fühlen. Denn, so jedenfalls die bemerkenswerte Logik der Autoren, wenn es keine Käufer geben würde, müsste man schließlich auch kein Gold schmutzig fördern.

In dieser Sichtweise unterteilen die Autoren ihr Werk in zwei grundsätzliche Teile. Zunächst wird auf etwas mehr als vierzig Seiten der angeblich "neue Glanz des Goldes" beschrieben. Sie streifen dort in aller Kürze die Entwicklung der Finanzkrise, erklären mehr oder weniger dürftig den Goldstandard, kommen zur Einigung von Bretton Woods (1944) und ihrem Scheitern (1971), streifen kurz den LTCM-Crash, diskutieren die Rolle Chinas im Zusammenhang mit dem Goldpreis und erwähnen neben einigen anderen Themen auch noch die merkwürdigen Goldpreisdrückungen vor einigen Jahren.

Das alles wird in einem Tempo abgearbeitet, das wenig zum Verständnis der Zusammenhänge beiträgt, sondern nur das Thema Gold irgendwie abhandelt. Denn eigentlich geht es in diesem Buch hauptsächlich um die sogenannten Verlierer des von den Autoren ausgemachten "neuen Goldrausches". Dazu besuchen sie Länder und Orte, wo sich bedeutende Förderstätten von Gold befinden. Wenn man diese einzelnen Reportagen liest, muss man den Eindruck gewinnen, dass die Goldförderung überall und immer fürchterliche Folgen für die dort ansässigen Menschen hat.

Dabei geht es einerseits um die harten Arbeitsbedingungen unter Tage und andererseits um die Vergiftung von Menschen und Umwelt (insbesondere des Trinkwassers) durch die Methoden der Goldgewinnung mit Zyanid oder Quecksilber sowie die Vertreibung von Bauern durch Minen-Unternehmen und korrupte Regierungen. So beklagenswert diese Zustände auch sind, so unzulässig ist es, den Goldkäufern dafür eine Mitschuld zuzuschieben.

Die Autoren machen sich für ihre Reportagen auf den Weg nach Südafrika, Ghana, Indien (als Goldkonsument) und China, nach Kambodscha und Rumänien sowie zu einigen anderen Standorten. Was sie von dort (mit Ausnahme von Indien) jeweils berichten, ist von den schmutzigen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt eigentlich immer dasselbe. Dennoch enthalten diese Berichte aber auch zahlreiche Informationen über die Umstände, Probleme und Techniken der Goldförderung.

Ob man aus diesen Texten nun generell schließen muss, dass die Goldförderung immer und überall so schmutzig abläuft, kann man natürlich nicht überprüfen, wenngleich sich dieser Eindruck aufdrängt und es wohl auch soll.

Der Film zum Schwarzbuch Gold


Autor: R. Manthey
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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"