Stand: 05.10.2020 von Jörg Bernhard
Ronald-Peter Stöferle und Mark Valek von der Liechtensteiner Vermögensverwaltung Incrementum AG haben in der vergangenen Woche auf mehr als 60 Seiten aktuelle Charts zum Thema Gold zusammengestellt – getreu dem Motto: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“.
Aktuelles Chartbuch zur „In Gold we Trust- Studie 2020“

Kaufargumente für Gold in grafischer Form

Ende Mai wurde der mehr als 350 Seiten starke „In Gold We Trust-Report“ der Öffentlichkeit präsentiert. Die weltweit wahrscheinlich umfangreichste und kompetenteste Studie über den Krisenschutz Gold genießt in der Finanzwelt hohes Ansehen und erscheint mittlerweile in drei Sprachen: Deutsch, Englisch und Chinesisch.

In dem Werk beleuchten die Autoren die globale Entwicklung der Finanzmärkte aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln und erklären ausführlich, warum kein Anleger auf ein Goldinvestment verzichten sollte.

Und das Beste: Die XXL-Studie kann im Internet (www.ingoldwetrust.report) kostenlos abgerufen werden, was in den vergangenen Jahren ausgesprochen rege genutzt wurde. Laut Anlageprofi Stöferle haben 1,8 Millionen Personen die Analyse aus dem Jahr 2019 heruntergeladen.

Das Chartbuch ist in englischer Sprache verfasst, wobei reine Textseiten allerdings eindeutig in der Unterzahl sind. Besonders interessant: Auf Seite 55 und 56 findet man in komprimierter Form die Meinung der beiden Autoren, also die Quintessenz der Mega-Goldpreisstudie.

In acht Punkten haben sie ihre Einschätzung zur aktuellen Lage an den Finanzmärkten und den daraus resultierenden Perspektiven für den Goldpreis zusammengetragen:

  1. Gold wird sich in den nächsten Jahren als gutes Investment erweisen und in jedem Portfolio für Stabilität und Sicherheit sorgen. Außerdem sollen künftig neue Allzeithochs erzielt werden.

  2. Mit Blick auf das Geldsystem glauben die Autoren, dass in der globalen Geldordnung deflationäre Interpretationen enden werden und Gold als eine wichtige, staatenlose Reservewährung an Bedeutung gewinnen wird.

  3. Die Pandemie fungiert als Brandbeschleuniger einer überfälligen Rezession. Die Rettungspakete würden die Schuldentragfähigkeit vieler Staaten gefährden. Im Jahr 2020 werden die Schulden, den größten Anstieg in Friedenszeiten verzeichnen.

  4. Hinsichtlich der Inflationsgefahr befinden sich die Notenbanken in der Zwickmühle. Aufgrund der Schuldenlast können diese die aufkommende Inflation nicht ohne substanzielle Zinserhöhungen kontrollieren.

  5. Gegenwärtig erlebt die Wirtschaft die stärkste Abschwächung seit 90 Jahren. Portfolios sind weniger verwundbar, wenn diese um krisenresistente Anlageklassen ergänzt werden.

  6. Auf mittlere Sicht trauen die Vermögensverwalter aber auch Silber viel zu. Sie wären überrascht, wenn die nächsten zehn oder 20 Jahre nicht zu den besten der Geschichte zählen werden.

  7. Nach einem vierjährigen „Bärenmarkt“ stehen Minenaktien auf einem soliden Fundament. Die Unternehmen sind schlanker geworden, haben ihre Schulden reduziert und werden von einem steigenden Goldpreis profitieren.

  8. Hinsichtlich ihrer Goldpreisprognose für die nächsten zehn Jahre stellen Stöferle und Valek zwei Szenarien in Aussicht.

    • Erstens: Sollte die Inflation ähnlich stark ansteigen wie in den 70er-Jahren, sei bis 2030 ein Goldpreis von 8.900 Dollar realistisch.

    • Zweitens: Bei konservativer Kalibrierung des Bewertungsmodells reduziert sich das Kursziel auf immerhin 4.800 Dollar.

Nachfolgend finden Sie einige besonders interessante Charts, welche die positive Einschätzung der Analysten unterstützen.

Gold in Local Currency - Annual Performance in % 2020

Purchasing Power of Main Currencies Valued in Gold 1971 - 2020

BGMI - Bull Markets Index 1942 - 2020

Ausblick für die laufende Woche

Im September erzielte der Goldpreis zwar die schlechteste Monatsperformance seit fast vier Jahren, grundsätzlich sollten Anleger die jüngste Goldpreisschwäche jedoch als gesunde Korrektur ansehen Bei Preisen unter 1.900 Dollar sollten Investoren eher die langfristigen Chancen und weniger die Risiken weiterer Rückschläge sehen.

Im dritten Quartal erzielte das gelbe Edelmetall übrigens zum achten Mal in Folge ein Plus. Kaufargumente gibt es weiterhin en masse. Explodierende Schulden, negative Realzinsen, die zahlreichen geopolitischen Krisenherde, der ungewisse Ausgang der US-Präsidentschaftswahl sowie der drohend ungeordnete Brexit sprechen eindeutig gegen den Verkauf von Gold.

Wie lange die Korrekturphase andauern wird und wie tief der Goldpreis noch fallen kann, weiß natürlich kein Mensch. Seit Menschengedenken genießt Gold als „ewige Währung“ und Vermögensschutz über Generationen hohes Ansehen.

Daran dürfte sich auch in Zukunft höchstwahrscheinlich rein gar nichts ändern.

Autor: Jörg Bernhard
Freier Wirtschaftsjournalist
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von F.S | 05.10.2020, 18:04 Antworten

Danke Herr Bernhard , wie immer sehr sehr Hilfreich !

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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"