Stand: 25.06.2015  7 Kommentare

Lange wurde gemunkelt und spekuliert. Jetzt ist die Katze aus dem Sack. China wird eigene Referenzpreise für Gold in seiner Landeswährung Yuan ermitteln und damit in direkte Konkurrenz mit dem Londoner Goldmarkt treten.

Die Spekulationen haben ein Ende. China wird in naher Zukunft mit einem eigenen System zur Ermittlung der Referenzpreise für Gold in seiner Landeswährung Yuan an den Start gehen. Mit diesem Schritt wird die Shanghaier Goldbörse in direkte Konkurrenz mit dem Londoner Goldmarkt treten.

China will eigene Referenzpreise für Gold in Yuan ermitteln

In einem weiteren wichtigen Schritt, seinen Einfluss auf die globalen Finanz-,Devisen- und Goldmärkte auszubauen, will China einen auf seine Landeswährung Yuan lautenden globalen Referenzpreis für Gold ins Leben rufen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters am frühen Mittwochmorgen (24.06.15) berichtet, hat die Shanghaier Goldbörse (Shanghai Gold Exchange - SGE) bereits "vor einigen Wochen" ein Dossier mit entsprechenden Details sowie Regeln und Vorschriften, die bei der Ermittlung der globalen Referenzpreise für Gold in Yuan gelten sollen, an die Zentralbank von China (People's Bank of China - PBOC) übermittelt.

Beobachter gehen laut Bericht davon aus, dass die PBOC nun "jederzeit" ihre Zustimmung zu den Plänen geben könnte. Die PBOC unterstütze die Ermittlung globaler Referenzpreise für Gold in der chinesischen Landeswährung Yuan, hieß es.

Referenzpreise für Gold in Yuan ist direkte Konkurrenz für London

Analysten gehen bereits seit längerem davon aus, dass China ein eigenes System zur Ermittlung globaler Referenzpreise für Gold in Yuan entwickeln will. Dies wäre ein Schritt, mit dem die SGE in direkte Konkurrenz mit dem Londoner Goldmarkt treten würde. Bislang konnte jedoch über den Zeitpunkt, wann dies geschehen würde, lediglich spekuliert werden.

Umso überraschender kommt dieser Schritt - beziehungsweise dessen Ankündigung - nun zu einem denkbar bemerkenswerten Zeitpunkt. Denn erst Anfang dieser Woche wurde erstmals eine chinesische Bank direkt bei der Ermittlung der globalen Referenzpreise am Londoner Goldmarkt (LBMA Goldpreis) beteiligt.

15 Banken aus China bei Ermittlung der Referenzpreise in Yuan beteiligt

Sobald die SGE die offizielle Einwilligung der PBOC erhält, wird sie sich daran machen müssen, neben chinesischen Banken auch internationale Geldhäuser für die Ermittlung der Referenzpreise für Gold in Yuan zu gewinnen.

Den Angaben zufolge wird erwartet, dass bereits 15 große chinesische Banken Interesse anmelden werden und von Anfang an bei der Ermittlung der Referenzpreise für Gold in Yuan mit dabei sein werden. Allein diese Zahl übertrifft bereits die insgesamt 10 Banken, die derzeit bei der Ermittlung vom LBMA Goldpreis in London beteiligt sind.

Referenzpreise für Gold in Yuan bald führend?

Sollten sich die neuen Referenzpreise für Gold in Yuan in naher Zukunft etablieren - der Start des neuen Systems wird für Ende dieses Jahres erwartet - könnte China damit beginnen, Anleger und Händler zu verpflichten, die örtlich ermittelten Referenzpreise in Yuan zu verwenden.

Ein solcher Schritt würde die bisherigen, seit fast 100 Jahren am Londoner Goldmarkt ermittelten, globalen Referenzpreise für Gold nahezu bedeutungslos für den chinesischen Markt werden lassen.

Zur Erinnerung: China ist der größte Goldproduzent der Welt, und nach Indien der zweitgrößte Goldkonsument. Jetzt könnte das Reich der Mitte die ersten Schritte eingeleitet haben, auch bei der Preisfindung für das gelbe Edelmetall führend zu werden.

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Kommentare [7]
  • von Peter Wörle | 02.07.2015, 07:59 Antworten

    Es wird Zeit, daß den Preistreibern mal einer in die Suppe spuckt, denn Gold ist derzeit voll überbewertet. London wird auf dauer ihre selbst gemachte Unantastbarkeit verlieren und mit Riesenverlusten bezahlen.
    Der politisch unverfälschte Goldpreis wird dann noch etwa bei 60 % des heutigen Wertes gehandelt werden.

    • von Ralf Schäfer | 10.07.2016, 15:30 Antworten

      genau das Gegenteil ist meiner Meinung nach richtig.
      1.China würde ja schlechter dastehen ,wenn dadurch der Preis
      niedriger als vorher wäre.SO blöd sind die nun wrklich nicht.
      2.Die an der Preisfindung beteiligten Parteien haben allesamt ein großes Interesse ,daß der Goldpreis niedrig ist. Weil er ziemlich genau zeigt was durch das ganze Geldgedrucke mit den Währungen passiert : Sie werden immer weniger wert.

      deshalb und weil China sein Gold lieber teurer verkaufen möchte ,glaube ich .daß der wahre Goldpreis eher höher liegt als momentan.

  • von Gorach Tamil | 30.06.2015, 18:42 Antworten

    Die Spekulationen haben ein Ende. China wird in naher Zukunft mit einem eigenen System zur Ermittlung der Referenzpreise für Gold in seiner Landeswährung Yuan an den Start gehen. Mit diesem Schritt wird die Shanghaier Goldbörse in direkte Konkurrenz mit dem Londoner Goldmarkt treten.

  • von Rekuci99 | 28.06.2015, 08:55 Antworten

    Einen Goldwert-Schock wird das wohl kaum sofort auslösen. Vielmehr sollte man gespannt sein, ob der neue Akteur hiermit zum eigenen Vorteil manipulieren wird, oder mit seiner bisher fehlenden Komponente für eine gerechtere Bewertung nutzen möchte. Meiner Meinung nach beides, indem sämtliche chinesischen Rohstoffe indirekt höher fixiert werden können, ihrem tatsächlichen Wert entsprechend. Ich liebe diese Chinesen.

  • von Rudolf Elchbarsch | 27.06.2015, 23:59 Antworten

    Ich habe schon länger gewusst, dass China Gold hat. Aber dass sie es auch haben war mir nicht bekannt. Die Chinesen sind halt nicht bloß Schlitzaugen, sondern auch Schlitzohren. Wir werden sehen, wie steif die Sache wird. Grüße aus Stuttgart Euer Rudolf.

  • von ramses der vierte | 27.06.2015, 23:52 Antworten

    Schöner Artikel und gut.

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