Stand: 09.10.2013  2 Kommentare

China importierte im August 131,374 Tonnen Gold über Hong Kong, berichtete Reuters am Dienstag, dem 8. Oktober 2013. Die Nettoimporte (Importe abzüglich Exporte) beliefen sich auf 110,505 Tonnen und lagen damit im vierten Monat in Folge über 100 Tonnen. Die Importzahlen wurden vom Hong Kong Census and Statistics Department bekanntgegeben. In China werden keine entsprechenden Handelsdaten veröffentlicht.

Konstant hohe Nachfrage nach Gold in China erwartet

Carsten Fritsch von der Commerzbank geht davon aus, dass die Goldimporte nach China auch in den kommenden Monaten über 100 Tonnen liegen werden. "Das sind sehr starke Zahlen", sagt er. "Die Nachfrage nach Gold bleibt hoch und gleicht die schwache Nachfrage im Westen aus." Gegenüber dem Vormonat waren die Nettoimporte in allerdings geringem Umfang rückläufig. Im Juli hatte die Volksrepublik 116,385 Tonnen Gold über Hong Kong eingeführt.

Der leichte Rückgang der Goldimporte könnte nach Einschätzung von Reuters eine Folge des Preisanstiegs im August sein. Das Jahr 2013 hat gezeigt, dass ein sinkender Goldpreis in China als Kaufgelegenheit begriffen wird, während die überwiegend kurzfristig und spekulativ agierenden Marktteilnehmer im Westen sogenanntes Papiergold - börsengehandelte Goldprodukte wie ETFs und Gold-Futures - bei Kursverlusten abstoßen.

Chinesische Konsumenten kaufen Gold vor allem in Form von Goldschmuck oder als langfristige Geldanlage in Form von Goldbarren und Goldmünzen. Steigt der Goldpreis, fällt die Kaufbereitschaft tendenziell zurückhaltender aus.

Goldimporte von Januar bis August steigen auf über 744 Tonnen

In den ersten acht Monaten dieses Jahres importierte China rund 745 Tonnen (744,818 t) Gold. Der World Gold Council geht davon aus, dass die Importe im Gesamtjahr 2013 zum ersten Mal im Bereich von 1.000 Tonnen liegen werden. Damit würde China das Nachbarland Indien als größten Goldimporteur ablösen. Von Januar bis August führte Indien aufgrund gestiegener Importzölle und restriktiver gesetzlicher Maßnahmen "nur" etwa 600 Tonnen Gold ein.

Neue Bestimmungen könnten zusätzliche Importe ermöglichen

Duan Shihua von Shanghai Leading Investment Management Ltd. vermutet, dass die hohe Nachfrage nach Gold in China dazu geführt hat, dass einige Banken ihr Limit der gesetzlichen Importquoten bereits erreicht haben.

Gegenwärtig sind nur neun chinesische Banken zur Ein- oder Ausfuhr von Gold berechtigt. Nach einem Plan der People's Bank of China können sich jedoch künftig auch Mitglieder der Shanghai Gold Exchange (die größte Edelmetallbörse des Landes) sowie Goldförderer mit einer jährlichen Kapazität von 10 Tonnen um Import- und Exportlizenzen bewerben.

Ein solcher Schritt würde die Goldimporte nach China voraussichtlich weiter beflügeln und eine Wiederholung der Situation im April dieses Jahres vermeiden. Damals konnte die hohe Nachfrage nach Gold nicht mehr aus den inländischen Lagerbeständen gedeckt werden. Wer Gold kaufen wollte, musste nach Hong Kong ausweichen.

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Kommentare [2]
  • von Ratschbumm | 27.10.2013, 00:43 Antworten

    Reuters.
    Logo dass hier völlig aus der Luft gegriffene Zahlen veröffentlicht werden. Weil nicht sein kann was nicht sein darf.
    Mangelnde Nachfrage im Westen lt. Commerzbank-Fritsch ?
    Möge er mir dann doch erklären warum bei Kleinstmengen von z.B. 100 Sovereign wochenlange Lieferzeiten bestehen.
    Indien zahlt zur Zeit pro Unze 100 $ Aufpreis bei sofortiger Lieferung.
    In China sind es 35 USD.
    So viel zur realistischen Darstellung Ihrer Informanten.

  • von Ratschbumm | 27.10.2013, 00:32 Antworten

    Die Gold-Importe Chinas in 2013 via Hong Kong entsprechen exaktder Differenz von 1200 metric ts, die die Bank of England zwischen den Bestandmengen Februar und Juni 2013 nicht erklären kann.

    Das Zentralbankgold westlicher Staaten inkl. der USA und Italiens (drittgrößter Bestand und BRD, zweitgrößter Bestand) hat längst den Weg nach Fernost angetreten. Der Rest sind Sprüche.

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