Stand: 06.11.2013  0 Kommentare

Wie der Nachrichtendienstleister Bloomberg am 1. November 2013 berichtete, importierte China im September dieses Jahres (vor Abzug der Reexporte) 116,3 Tonnen Gold über Hong Kong. Die Nettoimporte (nach Abzug der Re-Exporte) lagen mit 109,4 Tonnen zum fünften Mal in Folge über 100 Tonnen. Damit bleibt die Volksrepublik auf Kurs, die Schätzungen des Word Gold Council von 1.000 Tonnen zu übertreffen.

Goldimporte September deutlich über Jahresdurchschnitt

Gegenüber den Nettoimporten von 110,2 Tonnen Gold im August waren die Einfuhren von 109,4 Tonnen im September um 0,73 % rückläufig, befanden sich aber zugleich 19,17 % über dem Jahresdurchschnitt. Von Januar bis September importierte C hina netto etwa 826 Tonnen Gold oder ca. 91,8 Tonnen pro Monat.

Rechnet man diesen Durchschnitt auf das Gesamtjahr hoch, ergeben sich Nettoimporte von über 1.100 Tonnen Gold, 10 % mehr als der World Gold Council in seiner allerdings nicht mehr tagesaktuellen Schätzung vermutet. Gemeinsam mit der chinesischen Goldminenproduktion von voraussichtlich ca. 440 Tonnen wird die (nicht staatliche) chinesische Gesamtnachfrage nach Gold voraussichtlich ca. 1.540 Tonnen betragen.

Die Summe aller privaten und staatlichen Goldbestände in China schätzte Bloomberg Industries jüngst auf 5.068,12 Tonnen.

Goldimporte über Hong Kong + x = ?

Die Daten zu chinesischen Goldimporten stammen vom Hong Kong Census and Statistics Department und erfassen nur die Einfuhren über die ehemalige britische Kronkolonie. China selbst veröffentlicht keine entsprechenden Handelszahlen. Die Nettoimporte sind also immer als Mindestwerte zu verstehen. Etwaige Einfuhren über andere Umschlagplätze bleiben unberücksichtigt. Seriöse Schätzungen über die Höhe solcher zusätzlichen Importe existieren nicht.

Wer stillt Chinas Goldhunger in der Zukunft?

Während sich die chinesische Nachfrage nach physischem Gold seit Monaten stabil zeigt, versiegt zunehmend die Quelle, die einen nach Meinung von Experten beachtlichen Teil diese Nachfrage im Jahr 2013 befriedigt hat: Gold aus physisch besicherten börsengehandelten Investmentprodukten wie ETFs.

Zu Beginn des Jahres lagen die Bestände der Goldfonds nach Informationen von Barclays Capital bei ca. 2.768 Tonnen und am 18. Oktober bei 2.027 Tonnen. Das Gros dieser Goldverkäufe fand jedoch in der ersten Jahreshälfte 2013 statt. Robin Bhar, Analyst bei der Société Générale sieht in den derzeitigen Verkäufen spekulativer ETF-Positionen "eher ein Tröpfeln als eine Flut."

Wenn sich das Angebot an neu gefördertem Minengold und recyceltem Altgold nicht dramatisch erhöht und sofern die Staaten mit den größten Goldreserven wie die USA, Deutschland und Italien sich nicht dazu entschließen, Gold zu verkaufen, könnte sich schon bald die Frage stellen: Wer deckt künftig die physische Nachfrage nach Gold in China und weltweit?

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