Stand: 26.07.2013  0 Kommentare

Laut Einschätzung des World Gold Council (WGC) vom 25. Juli 2013 könnte die chinesische Nachfrage nach Gold in diesem Jahr auf 1.000 Tonnen ansteigen: ein Zuwachs von über 20 % gegenüber 2012. Damit würde China auf Jahresbasis erstmals Indien als größten Goldkonsumenten ablösen. Der WGC rechnet mit einer indischen Goldnachfrage von 850 Tonnen.

Steigende Schmuck- und Investmentnachfrage nach Gold in China

"Die chinesische Goldnachfrage wird 2013 voraussichtlich im Bereich von 950 bis 1.000 Tonnen liegen", sagt Michael Grubb, Managing Director für Investment beim World Gold Council und fährt fort:

"Auch eine Nachfrage von mehr als 1.000 Tonnen Gold liegt durchaus im Bereich des Möglichen."

Zunehmende Käufe seien sowohl beim Goldschmuck als auch beim Gold-Investment feststellbar, wobei die Schmucknachfrage das größere und die Investment-Nachfrage das schneller wachsende Segment darstelle.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hatten die physischen Auslieferungen an der Shanghai Gold Exchange bereits das Volumen des Gesamtjahrs 2012 erreicht, während der Aufschlag zum Goldpreis auf über 20 Dollar je Feinunze angestiegen war. Mit der Zulassung zweier ETFs durch die chinesische Regierung im Juni haben chinesische Anleger künftig auch die Möglichkeit, in physisch besicherte Goldfonds zu investieren.

Indiens Goldnachfrage bei 850 Tonnen

"Mit 850 Tonnen wird die indische Nachfrage nach Gold vermutlich am unteren Ende unserer früheren Erwartungen liegen", sagt Grubb.

Die indische Regierung ist bemüht, die Goldimporte zu drosseln, um negativen Auswirkungen auf das Leistungsbilanzdefizit und die Indische Rupie entgegenzuwirken.

Nachdem bereits die Importzölle für Gold auf 8 % angehoben und die Finanzierungsmöglichkeiten indischer Juweliere für Goldkäufe erschwert wurden, hat die Reserve Bank of India am 22. Juli festgeschrieben, dass 20 %, statt bisher 10 % der Goldimporte für den Export verwendet werden müssen. Von dieser Regelung sind vor allem diejenigen Juweliere betroffen, die Gold aus dem Ausland kaufen müssen, ihren Goldschmuck aber in erster Linie für den inländischen Markt herstellen.

Ein ungewollter Effekt der entschlossenen Maßnahmen von Regierung und Zentralbank ist die Verlagerung eines Teils der indischen Goldeinfuhren in die Illegalität, sprich: den Goldschmuggel.

Goldkäufe der Zentralbanken rückläufig

Die Zentralbanken werden nach Schätzungen des World Gold Council im Jahr 2013 ihre Goldreserven um insgesamt 400 Tonnen erhöhen und damit knapp 25 % weniger Gold kaufen als im letzten Jahr, das mit 532 Tonnen ein 48-Jahres-Hoch markierte.

Zu den Ländern, die ihre Goldbestände erhöhen, gehören laut aktuellen Zahlen des Internationalen Währungsfonds Russland, Kasachstan, Aserbaidschan, die Ukraine, Weißrussland und Griechenland.

Die Türkei war nach 11 Monaten ununterbrochener Goldkäufe im Juni erstmals wieder auf der Verkäuferseite zu finden. Mexiko, Serbien, Guatemala und Deutschland reduzierten ihre Goldbestände ebenfalls.

Die offiziellen chinesischen Goldreserven wurden zuletzt für das Jahr 2009 bekanntgegeben. Zahlreiche Analysten gehen davon aus, dass der Bestand von 1.054,1 Tonnen Gold oder 1,7 % der Devisenreserven Chinas nicht der aktuellen Realität entspricht.

Belege für diese Vermutungen existieren allerdings nicht.

Quellen: Reuters, Bloomberg

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