Stand: 26.05.2015  0 Kommentare

Die Chicago Mercantile Exchange (CME), Betreiberin der New Yorker Warenterminbörse COMEX, plant die Entwicklung eines europäischen Future-Kontrakts für Kunden in London. Es wäre eine direkte Herausforderung für den vom außerbörslichen Handel geprägten Goldmarkt in der britischen Hauptstadt.

Gold-Future für London nach New Yorker Vorbild

Sollte der Plan der CME Group Realität werden, hätten Marktteilnehmer in London künftig die Möglichkeit, einen 100-Unzen-Future-Kontrakt zu handeln, wie er heute schon an der New Yorker COMEX existiert. Pro Tag werden an der COMEX 15 bis 20 Million Unzen Gold umgesetzt, sodass der Future faktisch die Position einer globalen Benchmark innehat.

Das in den Futures repräsentierte Gold ist in die New Yorker Depots der COMEX "deliverable", also lieferbar. Ganz ähnlich könnte in einen "loco London"-Kontrakt gehandeltes Gold in Depots in der britischen Metropole überführt werden.

OTC-Handel ein Auslaufmodell?

Der Goldhandel in London findet bisher überwiegend otc (over the counter), also außerbörslich und direkt zwischen Handelspartnern wie Bullionbanken statt. Dieses System bietet größere Flexibilität bei der Preisgestaltung und Auslieferungsbestimmungen, doch mangelt es dem Verfahren an Transparenz. Nicht wenige Analysten und Marktteilnehmer halten den OTC-Handel deshalb für ein Auslaufmodell.

"Ob dies (Gold-Futures für London) nun die richtige Lösung ist oder nicht, in einem OTC-Umfeld so wir wie es gewohnt sind wird man nicht mehr lange operieren können" zitiert Reuters in einem aktuellen Artikel den Händler einer Bank.

Erst im März dieses Jahres war in London eine Ära des Goldhandels zu Ende gegangen, als das traditionelle Goldfixing per Telefonkonferenz durch den neuen LBMA-Goldpreis ersetzt wurde. Dieser wird allerdings wie zuvor das Fixing durch einige wenige Banken (Goldman Sachs, UBS, Barclays, HSBC, Bank of Nova Scotia und Société Generale) festgesetzt, mit dem Unterschied, dass das Telefon durch eine elektronische Plattform ersetzt wurde.

Keine "Kultur für Leverage" in Europa

Frei von Kritik ist allerdings auch der Handel mit Gold-Futures nicht. An der COMEX wie im Futures-Handel generell wird die Möglichkeit des Leveraging (Handeln mit Hebel) sehr stark genutzt. Um einen 100-Unzen-Gold-Kontrakt zu handeln, müssen Marktteilnehmer nur einen Bruchteil von dessen Wert in Dollar hinterlegen. Das Handelsvolumen übersteigt dadurch die Menge des tatsächlich lieferbaren Edelmetalls bei weitem, sodass sich Angebot und Nachfrage nach Futures vom physischen Goldmarkt weitgehend entkoppeln können.

Ross Norman, CEO des Goldhändlers Sharps Pixley, vermutet allerdings, dass es in London keine große Nachfrage nach Gold-Futures gibt: "Ich glaube, es gibt keine Kultur für Leverage in Europa. Einige Produzenten handeln Futures, aber keine Konsumenten", so der Experte.

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