Stand: 29.09.2017 von Egmond Haidt 10 Kommentare

Der Kursrückgang des Goldpreises hat sich beschleunigt. Dafür gibt es etliche Gründe. Die Korrektur bei der Notierung des Edelmetalls könnte sich ausweiten.

Kräftiger Druck auf den Goldpreis: Für Gegenwind sorgen die Steuerreform-Pläne von US-Präsident Donald Trump, wodurch die Wirtschaft kräftig angekurbelt werden soll. So will Trump die Unternehmenssteuern von 35 Prozent auf 20 Prozent senken. Gleichzeitig sollen die Unternehmen zu einem sehr günstigen Steuersatz, - der bislang noch nicht bekannt gegeben worden ist -, Geld aus dem Ausland repatriieren können. Zudem möchte Trump die Steuersätze für die privaten Haushalte künftig von sieben auf nur mehr drei eindampfen, sie sollen bei 12, 25 und 35 Prozent liegen.

Viele Details fehlen noch

Das Problem mit den Plänen ist allerdings einmal mehr, dass die Republikaner nicht gesagt haben, ab welchen Einkommensgrenzen die jeweiligen Steuersätze gelten sollen. Daher ist es unmöglich zu berechnen, wie stark die Entlastung für Unternehmen und private Haushalte und damit die Auswirkung auf die Wirtschaft insgesamt sein dürften. 

 Über derartige „Kleinigkeiten“ sieht der Finanzmarkt aber hinweg und treibt den Dollar kräftig nach oben. So ist der Dollar Index, der die Entwicklung des Dollar gegenüber sechs wichtigen Währungen, wie Euro, Yen, Schweizer Franken und britischem Pfund widerspiegelt, seit dem 8. September kräftig auf dem Weg nach oben. 

Zwei Tage vorher hatte sich Trump völlig überraschend mit den oppositionellen Demokraten auf das Aussetzen der Schuldenobergrenze bis zum 8. Dezember geeinigt, weshalb Investoren begonnen haben zu spekulieren, dass die Wahrscheinlichkeit deutlich steigt, dass Trump die Steuerreform durch den Kongress bringen könnte. 

Der kräftig steigende Dollar belastet den Goldpreis erheblich.

Hohe Unsicherheit belastet den Euro

Das Comeback des Dollar wird durch das Wahl-Beben in Deutschland zusätzlich angeheizt. Investoren befürchten, dass es Bundeskanzlerin Angela Merkel sehr schwer fallen dürfte, eine Regierungskoalition aus CDU/CSU, Grünen und FDP zu bilden. 

Dazu liegen die Positionen der CSU und der Grünen, gerade in der Einwanderungs- und der Umweltpolitik, viel zu weit auseinander. Durch das Wahl-Beben ist die politische Unsicherheit erheblich gestiegen, weshalb der Euro gegenüber dem Dollar deutlich unter Druck ist.

Steuerreform fällt kleiner aus als erwartet

Wegen der Aussicht auf die US-Steuerreform steigen zudem die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen kräftig, was den Goldpreis zusätzlich belastet. So sind die Zinsen auf 2,35 Prozent nach oben geschossen, nachdem sie am 7. November noch bei 2,04 Prozent gelegen hatten. 

Dabei können die Investoren weiterhin nicht einschätzen, wie groß die Steuerentlastungen tatsächlich sein könnten. Laut den Schätzungen des „Committee for a Responsible Federal Budget“ (CRFB), einem überparteilichen Thinktank, würden die Staatsschulden durch die Reform in den nächsten zehn Jahren um zusätzlich insgesamt 2,7 Billionen Dollar steigen, wobei das CRFB zugegeben hat, dass es aufgrund mangelnder Details zur Steuerreform praktisch unmöglich ist, genaue Zahlen zu errechnen. 

 Sollte der Wert tatsächlich bei 2,7 Billionen liegen, wären das im Schnitt aber nur 270 Mrd. Dollar pro Jahr. 

Bei einer für 2017 erwarteten Wirtschaftsleistung von rund 19,4 Billionen Dollar belief sich die Steuerentlastung damit aber auf lediglich 1,4 Prozent der Wirtschaftsleistung. Wenn man gleichzeitig berücksichtigt, dass die deutlich steigenden Zinsen die extrem hoch verschuldete Wirtschaft erheblich belasten werden, dürfte die Wirtschaft trotz der Steuerreform viel weniger angekurbelt werden, als viele Investoren derzeit erwarten.

Wird die Reform noch weiter eingedampft werden?

Anleger sollten zudem nicht übersehen, dass die Reform in den nächsten Monaten verwässert werden könnte, weil etliche Politiker von den Republikanern versuchen dürften, dass die Steuerausfälle und damit der Schuldenanstieg (Schulden der USA ) nicht ganz so groß sind, wie derzeit kolportiert. 

Anleger sollten den Dollar und die US-Zinsen weiter genau im Auge behalten. Von ihnen hängt ab, wie sich der Goldpreis in den nächsten Monaten entwickeln wird.

Comeback des Dollar drückt den Goldpreis deutlich
Egmond Haidt - Nach der Bankausbildung und dem BWL-Studium begann Egmond Haidt im Jahr 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit dem Verkauf von BÖRSE ONLINE an den Finanzen Verlag im Januar 2013 arbeitet Egmond als freier Finanzjournalist und schreibt über Themen wie Wirtschaft, Aktien, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle. Seit der 2008er-Schuldenkrise beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Gold.
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Kommentare [10]
  • von Goldmann | 02.10.2017, 09:45 Antworten

    Bei einer Nullzinspolitik der EZB ist Gold alternativlos !

    • von Hein | 02.10.2017, 18:24 Antworten

      Hi,
      Edelmetalle, wie Silber und Gold sind immer recht sicher.
      In Krisenzeiten kann man Silbermünzen gut als Zahlungsmittel einsetzen. Gold ist dann zu Wertvoll. Deshalb sehe ich Gold nur strategisch.
      Un Recht hast du natürlich. Die EZB ist ein Saustall, der nur dazu da ist die Kriesenländer durch Kauf ihrer Schrottanleihen zu finanzieren. Von den hunderten von Milliarden weden wir keinen Cent wieder sehen.
      Wie ein Loch im Wasser in das man ohne Ende Geld reinwerfen kann. Yachtbesitzer wissen wovon ich spreche.
      Griechenland, Portugal, Spanien, Italien bilden das Loch in dem unser Geld auf Nimmerwiedersehen verschwindet..

  • von Peter L ustig | 04.10.2017, 12:25 Antworten

    Momentan viel Trubel in der Weltgeschichte...der AMI stänkert offensiv mit KOREA;RUSSLAND;CHINA und etwas dezenter/verdeckter mit dem Rest der WELT,was zu allerlei BÖRSENSPRÜNGEN-oder ABSTÜRZEN führt/führen kann.
    Desweiteren wird in vielen europäischen Staaten große UNSICHERHEIT und ANGST der Bevölkerung durch ständige Attentate und Straftaten ( in den Gastländern) von "psychisch-gestörten-Traumatisierten-Amokläufern anderer Kulturen geschürt (welche ja "O-Ton der jeweiligen Regierungen" angeblich bereichernd sein sollen) und schaffen ein Klima des "Nicht-mehr-Wohlfühlens im eigenen Staat/Land".
    Zusätzlich die FAHRPLÄNE der jeweiligen REGIERUNGEN in den Ländern, welche ohne jegliche Zustimmung des Volkes ohne Rücksicht auf Verluste durchgedrückt werden und Machterhalt mittels verdeckt manipulierter Wahlen stattfindet, wobei echte demokratisch gewählte Oppositionsvertreter nicht geduldet werden und der ständigen Diffamierung durch Staatsregierung-Alt und Presse/MEDIEN/TV ausgesetzt sind !
    Konstruktive KRITIKER sind in diesen SYSTEMEN der eüropäischen Staaten nicht erwünscht, statdessen werden Rudeltiere welche mit den Wölfen heulen protegiert (egal,welch Unsinn diese zuvor begangen hatten), damit noch mehr DESTABILISIERUNG voranschreiten kann !!!
    Man kann ja schon anhand des Beispiels in Spanien/Catalonien sehen , wie weit die sogenannte "PSUDODEMOKRATIE" europaweit vorangeschritten ist...die FRATZE der DIKTATUR hat vielerlei Gesichter...und dies in EUROPA weitverbreitet.
    Nur sehen will das anscheinend niemand und dies schon seit vielen Jahren!
    Man könnte es tatsächlich "DESTRUKTIONSAKTIVISMUS" bezeichnen !!!

    Es bleibt zu beobachten, welche Wellenbewegungen dabei die Edelmetalle noch durchlaufen werden...eines ist jedoch gewiss:
    ...man wird Geduld haben müssen, bis der Kurs sich vom "Keller in den Himmel" bewegt, denn ein Zusammenbruch der "SCHEINWELT mit nicht vorhandenen Gegenwerten" ,wo die "AUF-PUMP-GESELLSCHAFT" zuhause ist, wird in naher Zukunft allen ignorantischen "WEGSCHAUERN" und "BETRIEBSBLINDEN" auf lange Sicht das "finanzielle Genick" brechen.

    • von Eric | 07.10.2017, 09:48 Antworten

      "Echte demokratisch gewählte Oppositionsvertreter nicht geduldet werden" Was ist das denn für ein Stuss?? Wenn Du damit AfD und noch weiter rechts stehende "Opposition" meinst, dann werden die von mir ganz sicher auch nicht geduldet. Gruß von einem durch "Lügenpresse" total manipuliertem Unkundigen.

      • von Peter L ustig | 07.10.2017, 13:20 Antworten

        ...na denn, willkommen in der "Welt derjenigen" welche in allen Belangen Toleranz predigen, einfordern und vorbeten, jedoch selbst keinerlei Toleranz/Akzeptanz, gegenüber Individuen mit anderen Meinungen/Sichtweisen, ihr Eigen nennen können und unbequeme empirische Fakten/existente Tatsachen ausblenden und sich diese lieber "schönlügen"...nur weil es nicht in deren persönliches Political-Corectness-Mainstream-Weltbild passt !

        Jeder sollte seine eigene Meinung / Sichtweise haben dürfen und diese , solange wie das noch nicht verboten und mit Verhaftung und Knast verfolgt wird, auch frei äußern dürfen.

        Meinungsdiktat und Zensur gibt es ja systembedingt mitlerweile derzeitig leider schon zu genüge hierzulande.

        Gruß zurück sendet Ihnen ein SYSTEMKRITIKER von vielen.

        • von Eric | 08.10.2017, 16:52 Antworten

          Na, Du Systemkritiker, darfst doch deine Meinung (=alles Zensur hier") gerne haben. Hab ich überhaupt nix gegen. Und hier kommt auch keiner in den Knast deswegen.
          Nur: Ich teile diese deine Meinung überhaupt nicht.

          Was Meinungsdiktat oder Zensur angeht: Da empfehle ich dir mal einen Besuch in Nordkorea oder der Türkei.
          Im übrigen ist diese Ansicht (= "Systempresse/Zensur") komischerweise meist immer verknüpft mit Hetze gegen Ausländer, oder einem verschrobenen ewiggestrigen Nationalismus. Trump lässt grüssen.

          Toleranz gegen Menschen anderer Herkunft hat aber nichts mit "empirischen Fakten" zu tun, sondern Toleranz hat man, oder nicht.

  • von bling bling | 06.10.2017, 17:02 Antworten

    ...nur nicht den scheindemokraten (,die das gold und die immobilien besteuern werden).

    • von Peter L ustig | 07.10.2017, 12:49 Antworten

      ...and that's the reality !

  • von blo-rakane | 07.10.2017, 20:14 Antworten

    Bravo..besser kann man es nicht auf den Punkt bringen. Und zu Eric, würde Ich anraten, Fakten nicht zu negieren. Selbst das BVG hat z.B. im Fall von Nikolaus Brender (ehm. ZDF-Chefradakteur) festgestellt, dass die Politik zu viel Einfluss in den öffentlich-rechtlichen Medien hat. D.h. ,dass durch die Politik subtil über die öffentlich-rechtlichen Medien sowie Springer/Bertelsmann &Co. der ahnungslose Konsument einer Suggestion unterzogen wird.Zum Bsp. wird nur die AFD. mit dem Zusatz „rechts-popolistische...“ belegt. Das ist aus meiner Sicht eindeutig eine Wertung , was nicht die Aufgabe der Medien sein kann. Nur zur Erinerung, wir hatten einen Bundeskanzler ( Kurt-Georg Kiesinger CDU) der früher in der NSDAP war.

    • von bling bling | 09.10.2017, 18:41 Antworten

      danke für den hinweis.

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