Stand: 26.06.2018 von Jörg Bernhard 2 Kommentare

Die Liechtensteiner Incrementum AG versucht, Licht ins Dunkel der Kryptowährungen zu bringen. Im Juni erschien die dritte Ausgabe des crypto research report. Sie erstreckt sich über 50 Seiten und ist in deutscher und englischer Sprache erhältlich.

Mehr Durchblick in der Kryptowelt

Interessierte Anleger können die Publikation auf www.cryptoresearch.report kostenlos herunterladen oder als Newsletter abonnieren. Im ersten Kapitel haben die beiden Autoren Demelza Kelso Hays und Mark J. Valek in der Juni-Ausgabe die folgenden drei Kernpunkte ausgewiesen.

  • Zum einen merken sie an, dass mittlerweile auch Investmentbanken das Geschäft mit Kryptowährungen aufnehmen möchten.
  • Zum anderen weisen sie darauf hin, dass die US-Wertpapieraufsicht SEC rund um den „ICO-Wahn“ die Regulierung verschärfen möchte.
  • Außerdem widmen sich die Experten der Tatsache, dass die Krypto-Märkte nach wie vor von Kleinanleger-Sentiment und Spekulation dominiert werden und sogenannte „Wale“ aufgrund von Liquiditätsengpässen einen massiven Einfluss auf den Markt ausüben.

Hinsichtlich der aktuellen Kursentwicklung des Bitcoin wird konstatiert, dass weiterhin ein „Kryptowinter“ drohe und ein Fall auf bis zu 2.500 Dollar nicht auszuschließen sei. Beim Krypto Hedgefonds Pantera Capital Management gehe man hingegen davon aus, dass bei 6.500 Dollar der Boden gefunden wurde und der Bitcoin wieder in den Aufwärtstrend wechseln werde.

Für Hays und Valek steht aber fest, dass die Märkte unberechenbar seien und der Kryptomarkt eine hohe Volatilität aufweise.

Investmentbanken möchten „mitmischen“

Obwohl digitale Währungen schon immer auch in Zusammenhang mit „Betrug“ und „Kriminalität“ gebracht worden sind, scheint ihr Boom unaufhaltsam zu sein.

Diverse Investmentbanken wie zum Beispiel Goldman Sachs haben ihre anfängliche Scheu vor diesen „Investmentmöglichkeiten“ mittlerweile abgelegt und bauen entsprechende Abteilungen bzw. Geschäftsbereiche auf –  höchstwahrscheinlich weniger aus Altruismus (Kundenwunsch erfüllen), sondern eher aus Profitstreben.

Auch JP Morgan scheint nach anfänglicher Opposition gegenüber dem Bitcoin seine Meinung geändert zu haben und den Einstieg zu planen.

In mehreren Kapiteln berichten die Autoren aber auch über das verstärkte Interesse staatlicher Institutionen wie Notenbanken oder der Wertpapieraufsicht SEC an Kryptowährungen.

Für institutionelle Investoren ist vor allem eines wichtig: Rechtssicherheit.

Es gibt weiterhin Betrügereien wie „Spoofing“, wo durch strategisch gesetzte Kauf- bzw. Verkaufsaufträge, die kurz vor Ausführung wieder gelöscht werden, Preise manipuliert werden.  In diesem Zusammenhang wird auch das sogenannte „Wash-Trading“ genannt, bei dem Marktakteure ihre eigenen Orders erfüllen, um die Preise in die gewünschte Richtung zu treiben.

Für technologieaffine Leser hat der aktuelle Report ebenfalls einiges zu bieten. In dem Kapitel über die Konsens-Mechanismen erhalten sie zum Beispiel eine diesbezügliche Übersicht und werden zudem über das Problem „byzantinischer Generäle“ informiert.

Für Nicht-Informatiker relativ schwere (weil komplexe) Kost stellt auch die Abhandlung über die Zukunft von Blockchain 3.0 dar.

Dass der Wunsch nach Alternativen zu den herkömmlichen Fiat-Währungen (ungedeckt) durchaus berechtigt ist, wird in dem Kapitel über Währungswettbewerb und digitales Geld klargestellt.

Großen Raum nehmen dabei die Ausführungen über die „Entstaatlichung von Währungen“ des 1992 verstorbenen Nobelpreisträgers Friedrich von Hayek und ein Interview mit dessen Neffen Richard Zundritsch ein, der als Finanzberater in der Schweiz arbeitet und als ausgewiesener Kenner von Hayeks Werken gilt.

Marktüberblick Kryptowährungen

Anzahl digitaler Währungen 1.586
Anzahl Marktplätze 11.222
Marktkapitalisierung 251,462 Mrd. Dollar
Umsatz vergangene 24 Std. 15,441 Mrd. Dollar
Bitcoin-Marktanteil 42,00%
Quelle: coinmarketcap.com; Stand: 25.06.18

Ausblick für die laufende Woche

Die zunehmende Angst vor einem globalen Handelskrieg hat dem Goldpreis bislang kein zusätzliches Nachfrageinteresse beschert. Weder der markante Rückschlag an den internationalen Aktienmärkten noch die Beruhigung an der „Zinsfront“ hat dem Gold in höhere Regionen verholfen. Als Belastungsfaktor wurde hingegen der starke Dollar ins Feld geführt.

So markierte zum Beispiel der Dollarindex, der die US-Währung mit einem Korb aus sechs wichtigen Währungen vergleicht, in der vergangenen Woche den höchsten Stand seit elf Monaten. Doch so richtig überzeugen, kann dieses Verkaufsargument allerdings nicht.

Hauptverantwortlich für die enttäuschende Entwicklung des Goldpreises dürfte vor allem die Entwicklung an den Terminmärkten gewesen sein. Laut dem am Freitagabend veröffentlichten Commitments of Traders-Report der US-Aufsichtsbehörde haben in der Woche zum 19. Juni sowohl große als auch kleine Terminspekulanten ihren Optimismus wieder einmal zurückgefahren.

Incrementum AG : Crypto Research Report - Studie zu Bitcoin & Co.
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt.
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Kommentare [2]
  • von Mr. Silver | 26.06.2018, 17:29 Antworten

    Für was für einen Text hier Leute Geld verdienen. Wer heute Geld in Krypto investiert hat eine 97 % Chance sein Geld zu verlieren. In ein paar Jahren wird das bezahlen mit Kryptowährung sicherlich stärker vertreten sein. Doch welche Währung dann die Kryptowährung sein wird, steht in den Sternen. Bitcoin ist nur was für harte Zocker. Es gibt aber eine Hauptbewegung und die ist abwärts. Es gibt immer ein paar Schwingungen nach oben, doch der große Trend bleibt abwärts. Die Big Player verkaufen und zählen Ihre Millionen und freuen sich über jeden naiven Anleger der 6000 Dollar für einen Bitcoin bezahlt.

  • von D | 26.06.2018, 12:49 Antworten

    Guter Artikel!

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