Stand: 24.04.2015  0 Kommentare

Die Deutsche Bank muss eine Rekordstrafe in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar an amerikanische und britische Aufsichtsbehörden bezahlen. Die Bank habe jahrelang den Libor Zinssatz zu ihren Gunsten manipuliert.

Jahrelang haben Mitarbeiter der Deutschen Bank den Londoner Interbanken-Zinssatz Libor (London Inter Bank Offered Rate) zu ihren Gunsten manipuliert. Jetzt muss die Bank die höchste Geldbuße berappen, die bisher für die Manipulation des Libor fällig wurde. Die Rekordstrafe beläuft sich auf 2,5 Milliarden Dollar, wie die Financial Times (Registrierung erforderlich) am Donnerstag (23.04.15) berichtete.  

Deutsche Bank zahlt Rekordstrafe über 2,5 Milliarden Dollar

Den Angaben zufolge ist die Deutsche Bank das siebte Finanzinstitut, das im Zusammenhang mit der Manipulation des Libor zur Kasse gebeten wird. Sie muss jetzt die Rekordstrafe von 2,5 Milliarden Dollar berappen. Das zuvor höchste Bußgeld, das im Zusammenhang mit der Manipulation des Libor verhängt wurde, belief sich auf 1,5 Milliarden Dollar und wurde im Jahr 2012 gegen die Schweizer UBS Bank verhängt.

Die weltweiten Ermittlungen zur Manipulation des Libor durch amerikanische und britische Aufsichtsbehörden befinden sich bereits im siebten Jahr. Der Libor ist ein wichtiger Interbanken-Zinssatz, auf den sich weltweit rund 350 Billionen Dollar Schulden stützen, angefangen von Studentenkrediten bis hin zu komplizierten Finanzprodukten.

Manipulation des Libor für finanziellen Vorteil

Laut Bericht räumte die Deutsche Bank am Donnerstag ein, dass ihre Mitarbeiter bei der Manipulation des Londoner Libor sowie dessen Pendants in Brüssel und Tokio, Euribor und Tibor, beteiligt gewesen seien.

Mindestens 29 Mitarbeiter der Bank in Frankfurt, New York, London und Tokio seien in die Manipulation verwickelt gewesen, darunter auch hochrangige Manager. Ein Sprecher der Finanzbehörde in New York (Department of Financial Services - DFS) sagte den Angaben zufolge:

"Mitarbeiter der Deutschen Bank haben an der breit angelegten Manipulation der Benchmark-Zinssätze zu ihrem finanziellen Vorteil teilgenommen."

Die Deutsche Bank wurde angewiesen, mehrere hochrangige Mitarbeiter zu entlassen, darunter zwei Finanzdirektoren aus Frankfurt und London sowie sechs Geschäftsführer von Filialen in London.

Rekordstrafe muss an vier Behörden in USA und London bezahlt werden

Die jetzt verhängte Rekordstrafe von 2,5 Milliarden Dollar muss an unterschiedliche Behörden in unterschiedlicher Höhe entrichtet werden. So gehen 775 Millionen Dollar an das US-Justizministerium, 800 Millionen Dollar an die US-Aufsichtsbehörde für den Warenterminhandel (CFTC), 600 Millionen Dollar an die New Yorker Finanzbehörde DFS und 227 Millionen britische Pfund (rund 340 Mio. Dollar) and die britische Finanzaufsichtsbehörde (Financial Conduct Authority - FCA).

Bereits Ende des Jahres 2013 hatte die Deutsche Bank wegen ähnlicher Vorwürfe von der Europäischen Kommission eine Geldstrafe über 725 Millionen Dollar aufgebrummt bekommen.

Deutsche Bank führt Ermittler in die Irre

Über die empfindliche Geldstrafe hinaus musste die Deutsche Bank zudem herbe Kritik einstecken. Die Deutsche Bank habe die Ermittlungen verschleppt und die Behörden dabei mehrfach in die Irre geführt, hieß es. Das habe insbesondere eine höhere Geldstrafe an die  britische Finanzaufsicht FCA nach sich gezogen. Demnach sagte ein FCA-Sprecher:

"Die Versäumnisse der Deutschen Bank wurden dadurch verstärkt, dass sie uns mehrfach in die Irre geführt haben."

Die Bank habe sich viel zu viel Zeit gelassen, um wichtige Dokumente bereitzustellen und habe einschlägige Systeme und Kontrollmechanismen nur schleppend verbessert, sagte der Sprecher.

Hat die Deutsche Bank auch Devisenmärkte manipuliert?

Neben den bereits gezahlten und zu zahlenden Geldstrafen wegen der Manipulation des Libor laufen derzeit auch noch Ermittlungen der US-Staatsanwaltschaft und US-Aufsichtbehörden zur Rolle der Deutschen Bank bei der mutmaßlichen Manipulation der internationalen Devisenmärkte.

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