| GOLD | 4.626,35 $/oz | 3.973,10 €/oz | 127,74 €/g | 127.738 €/kg |
| SILBER | 93,27 $/oz | 80,09 €/oz | 2,57 €/g | 2.574,95 €/kg |
Noch genießt Deutschland einen hervorragenden Ruf in Sachen Schuldentragfähigkeit. Mit einer Staatsverschuldung in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) von nur 62,4 Prozent liegt die Staatsschuldenquote weit unter dem EU-Durchschnitt. Doch das wird sich nun schnell ändern.

Das Risiko dabei ist, dass die mithilfe des alten Bundestages (#20) beschlossenen Mehrausgaben („zusätzlich“) das BIP nicht so stark anschieben wie erhofft oder nur ein Strohfeuer auslösen, da die meisten geplanten Staatsausgaben konsumtiver Natur sind (Rüstungsausgaben | Waffen sind nach der reinen Lehre Abschreibungs- und keine Investitionsgüter). Damit würde die Staatsschuldenquote steigen und es blieben zudem weniger Mittel für Zins- und Tilgungszahlungen.
Nach den USA droht auch Deutschland gemäß dem Finanzmarkt-Magazin Capital seine Topbonität bei internationalen Gläubigern einzubüßen: „Dies prognostiziert Moritz Kraemer, Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und langjähriger Chefanalyst für Länderratings bei der weltgrößten Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P). Deutschland habe lange von seinem Exportmodell gelebt, erklärt Kraemer – doch das sei jetzt vorbei. Hinzu komme der demografische Wandel. „Deutschland wird die Spitzenbewertung ,AAA‘ daher mittel- bis langfristig verlieren." Die Bundesrepublik ist eines von neun Ländern auf der Welt mit einer Höchstbewertung.“
Aber nicht nur das deutsche Geschäftsmodell und die ungünstige Demografie könnten zum Problem werden: Einige Ratingagenturen (z. B. die weltweit größten Fitch, S&P und Moody’s) haben sich zuletzt kritisch zur deutschen Haushaltspolitik geäußert, insbesondere im Zusammenhang mit der Lockerung der Schuldenbremse.
Die Schuldenbremse im deutschen Grundgesetz begrenzt neue Verbindlichkeiten des Bundes. In den letzten Jahren wurde sie jedoch durch Notlagenregelungen und Sonderfonds (z. B. Klimafonds, Bundeswehr-Sondervermögen) umgangen oder ausgeweitet.
Sondervermögen größtenteils neue Schulden:
Diese sind eigentlich außerbudgetäre Fonds, die oft Schulden aufnehmen, aber nicht im regulären Bundeshaushalt erscheinen. Das Bundesverfassungsgericht hat zwar kritisiert, aber Klagen gegen die Mega-Schulden-Sause rundum abgewiesen.
Folge:
Diese Unsicherheiten über die langfristige Haushaltsstabilität und den Umgang mit Verfassungsregeln führen dazu, dass Ratingagenturen Deutschlands Kreditwürdigkeit kritischer sehen oder bereits mit einem negativen Ausblick versehen haben. Klartext: Nun befindet sich auch Deutschland in Sachen Verschuldung auf der schiefen Ebene.
Problem für Europa:
Da Deutschland (aktuell) die größte Volkswirtschaft im Euroraum ist und sich die Gemeinschafts-währung Euro zu knapp 40 Prozent aus der ehemaligen D-Mark rekrutiert, droht das gesamte Schulden-Kartenhaus der Euro-Zone an Stabilitätzuverlieren (vergleichbar der ersten Euro-Schuldenkrise 2011?).
Nur mit dem Unterschied, dass Deutschland und auch Frankreich (zweitgrößte Volkswirtschaft im Euroraum) die Kreditschwächen der Euro-Peripherie auffangen und das Vertrauen der internationalen Kreditgeber wieder herstellen konnten.
Dies wäre bei einer erneuten Euro-Schuldenkrise, bei der neben Frankreich (was bereits der Fall ist) auch Deutschland im Fokus der Anleihegläubiger stehen würde, nicht mehr möglich.
Europa und Deutschland sind zudem mit einer Neuordnung der globalen Machtverhältnisse sowie der Transformation von einer westlich dominierten und regelbasierten Weltordnung hin zu einer machiavellistischen sowie imperialen Weltordnung konfrontiert – und möglicherweise durch bürokratische Hemmnisse á la EU-Parlament und EU-Kommission überfordert.
"Machiavellistisch“ bedeutet, dass jemand skrupellos, manipulativ und machtorientiert handelt, oft ohne Rücksicht auf Moral und Ethik. Der Begriff wurde von Niccolò Machiavelli, einem italienischen Politiker und Philosophen des 16. Jahrhunderts aus Florenz, geprägt.
Dass ausgerechnet der größte Handelspartner Deutschlands und militärische Beschützer unseres Landes, die USA, nun de facto konsequent auf Eigeninteresse zulasten Dritter (auch ehemaliger Verbündeter) umswitchen, macht die Lage aus Sicht der Ratingagenturen für den einstigen Schulden- und Industrie-Musterknaben nicht einfacher.
Für deutsche Edelmetallanleger nicht ganz uninteressant ist in diesem Zusammenhang auch die Frage, ob sich der Euro als Weltreservewährung behaupten und sogar gegenüber dem US-Dollar prosperieren kann, oder ob er zunehmend an Bedeutung verliert, wie die Bewertung gegenüber der Weltleitwährung in den letzten Jahren vermuten lässt:

Seit der ersten Eurokrise hat es die Gemeinschaftswährung trotz mannigfaltiger Bemühungen vonseiten der Europäischen Zentralbank (EZB) und diversen EU-Institutionen sowie Rettungsmechanismen (Stabilisierungsfonds etc.) nicht geschafft, ihre alte Stärke wiederzuerlangen.
Der Goldpreis in Euro notiert am frühen Montagnachmittag bei 2.796 Euro pro Feinunze (31,1g) und somit nicht weit entfernt von den zuletzt erreichten Allzeithöchstständen:

Durch die Euro-Abwertung gegenüber dem US-Dollar gibt es in den beiden Währungen signifikante Unterschiedein der Wertentwicklung:

Je schneller eine Währung abwertet, desto schneller steigt der Goldpreis in dieser Währung.
Diese Lücke könnte sich, wenn die Strategie Europas nicht aufgeht und die EU zunehmend zwischen die Fronten der militärisch überlegenen und rohstoffreichen Großmächte gerät, noch deutlich erweitern.
In dieser Woche stehen neben den Verhandlungen in Riad zwischen den USA, der Ukraine und Russland v. a. makroökonomische Daten im Fokus der Anleger. In Deutschland speziell die wichtigen Konjunkturindikatoren ifo-Index und GfK-Konsumklima sowie diverse Einkaufsmanager-Indizes in Deutschland, Europa und den USA.
Besonderes Augenmerk wird auf der Veröffentlichung der US-Konsumentenpreisinflation (PCE) am Freitag liegen.
Mitte kommender Woche steht am 2. April eine Eskalation im globalen Handelskrieg bevor, von der man nur hoffen kann, dass diese in der aktuellen KW 13 noch stark relativiert oder zumindest verschoben wird. Andernfalls wachen wir ab dem Mittwoch kommender Woche in einer neuen Ära des Welthandels auf (De-Globalisierung inkl. massiver Störungen von Lieferketten):
Die ab dem 2. April angekündigten Zölle von Präsident Trump fallen härter aus als zuvor angedroht, berichtet Bloomberg unter Berufung auf Berater des Präsidenten. Geplant sind sogenannte Gegenzölle auf Zölle, Abgaben, Umsatzsteuern und andere Handelshemmnisse dritter Staaten – auch gegen US-Verbündete. Beamte erklärten, dies sei eine deutliche Ausweitung der US-Zollpolitik, die erstmals massive Auswirkungen auf globale Lieferketten haben werde. Auch ganze Staatenverbünde wie die EU sollen betroffen sein. Weitere sektorspezifische Maßnahmen seien zwar nicht angekündigt, aber möglich. Trump wolle sofortige Wirkung ab dem 2. April erzielen, so die Zollbehörde. Staaten ohne Zölle gegen die USA und mit US-Handelsüberschuss seien nicht betroffen (Anzahl vernachlässigbar). Trump nennt den 2. April den "Liberation Day" der US-Wirtschaft.
Montag: Deutscher Einkaufsmanager-Index für März (Gesamt: 50,9 nach 50,4 | Service: 50,2 nach 51,1 | Industrie: 48,3 nach 46,5); Einkaufsmanager-Index Euroraum für März (Gesamt: 50,4 nach 50,7); Einkaufsmanagerindizes USA für März (Gesamt: 53,5 nach 50,4| Service: 54,3 nach 50,8| Industrie: 490,8 nach 51,7).
Dienstag: Ifo-Geschäftsklima-Index für Deutschland im März (10:00 Uhr | e: 86,8 nach 85,2); Verbrauchervertrauen USA v. Conference Board (CB) für März (15:00 Uhr MEZ | e: 94,02 nach 98,3)
Mittwoch: US-BIP-Schätzung (Atlanta Fed GDPNow) für Q1‘2025 (16:30 Uhr MEZ | e: -1,8 % nach -1,8 %).
Donnerstag: US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe KW 12 (e: 225k | KW 10: 223)
Freitag: GFK-Konsumklima Deutschland für April (8:00 Uhr | e: -22,2 nach -24,7), US-Konsumentenpreisinflation (PCE) für Februar (13:30 Uhr MEZ | eKernrate: 2,7 % nach 2,6 % | eGesamtrate: 2,5 % nach 2,5 %), Terminmarktdaten der US-Aufsichtsbehörde CFTC (COT-Report) für Gold, Silber & Co. (21:30 Uhr MEZ)
Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.
Meist werden nur die offiziellen Schulden bei bei den Banken etc. mit jetzt 2,6 Billionen benannt. Rechnet man die "stillen Schulden" aus Beamtenpensionen ua. hinzu da ist die Verschuldungsquote in der Größenordnung von Frankreich bzw. Italien! Gute Nacht!
Augen zu und durch? Wer seine goldenen Rettungsboote hat, sollte sich das Treiben vom Spielfeldrand und möglich weit weg von Deutschland ansehen.
Auf der einen Seite handfeste Schulden, auf der anderen Seite ein aufgeblasenes Pseudo-BIP mit z.B. massiv ausgeweiteter Kinderbetreuung und anderen Dingen, die früher nicht drin waren und auch nichts erwirtschaften, während reale Produktion abstürzt. Und die Schuldenquote ist sowieso nachhaltig geschönt.
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