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Stand: 08.12.2025 von Jörg Bernhard
Kryptowährungen wie der Bitcoin werden häufig als „digitales Gold“ bezeichnet. Bei PAX Gold und Tether Gold trifft dies in besonders hohem Maße zu, da sie mit physischem Gold hinterlegt sind und mittlerweile milliardenschwer sind.
Digitale Gold-Token im Check: Gold-Alternative oder Risiko?

Vorteile gegenüber physischem Gold und ETCs

Im Drei-Billionen-Dollar-Kryptomarkt kommt Tether Gold mit fast 1,6 Mrd. Dollar auf Rang 45 und PAX Gold mit mehr als 1,4 Mrd. Dollar auf Rang 49 (siehe Tabelle). Damit zählen sie zu den wichtigsten Vertretern des sogenannten „tokenisierten Goldes“. Das Grundprinzip ist bei beiden gleich: Ein Token entspricht einer Feinunze (31,1 Gramm) physischem Gold. Dieses Gold liegt nach Angaben der Emittenten in Tresoren - bei PAX Gold vor allem in LBMA-zertifizierten Lagerstätten und bei Tether Gold in Schweizer Tresoren. Beide Token können zudem in Bruchteilen gehandelt werden, was Anlegern den Erwerb von Gold bereits mit kleinen Beträgen ermöglicht.

Zwei Gold-Token mit milliardenschwerem Marktwert

NamePreis USDMarktwert USDUmsatz (24 h) USD
Tether Gold4.2081.589 Mio.16,22 Mio.
PAX Gold4.2191.433 Mio81.200
Quelle: Coinmarketcap.com; Stand: 08.12.25 (12.30 Uhr)

Rechnet man die Umlaufmenge in physisches Metall um, repräsentieren die beiden Gold-Kryptos zusammen mehr als 22 Tonnen Gold – ein digitaler Goldschatz, der über Blockchain-Technologie (Ethereum) verwaltet wird.

Für Anleger entsteht dadurch eine interessante Mischung aus klassischem Edelmetall und moderner Tokenisierung.

Außerdem wird das digitale Gold außerhalb des Bankensektors gelagert, was im Falle einer Finanzkrise Vorteile mit sich bringt. Fehlende Regularien und Aufsichtsbehörden können sich im Gegenzug allerdings als Nachteil erweisen.

Besonders interessant: Sollte sich der Trend zu digitalem Gold verstärken, könnte dies die Goldnachfrage und den Goldpreis weiter nach oben treiben.

Digitale Gold-Token bieten gegenüber physischem Gold und börsengehandelten ETCs einige klare Vorteile. Sie sind hochgradig teilbar und ermöglichen Investitionen im Gramm- oder sogar Milligramm-Bereich. Die Verwahrung ist unkompliziert, da weder Tresorkosten noch Lageraufwand oder Versandrisiken in Rechnung gestellt werden. Zudem lassen sich die Token weltweit in wenigen Minuten über die Blockchain übertragen, was eine Flexibilität bietet, die mit physischem Gold kaum erreichbar ist. Auch die Transparenz ist höher: Die Blockchain zeigt jederzeit die Menge der ausgegebenen Token und ihre Besitzerstruktur. Darüber hinaus fallen keine laufenden Verwaltungskosten an, wie sie bei vielen Gold-ETCs oder auch bei Goldbarren bzw. Goldmünzen (Lagerkosten) üblich sind.

Risiken auf keinen Fall ausblenden

Trotz dieser Vorteile sind goldgedeckte Token nicht frei von Risiken. Anleger tragen ein Kontrahentenrisiko, da sie darauf vertrauen müssen, dass der Herausgeber das versprochene Gold tatsächlich hält und im Ernstfall aushändigt. Auch regulatorische Risiken spielen eine Rolle, denn staatliche Vorgaben für Krypto-Assets können sich schnell ändern oder verschärfen.

Dazu kommt die Gefahr von Hackerangriffen: Wird eine Blockchain, Wallet oder Börse angegriffen oder geht der private Schlüssel verloren, ist der Zugriff auf die Token unwiederbringlich verloren.

Technische Probleme wie Smart-Contract-Schwachstellen oder Blockchain-Ausfälle können den Zugang bzw. Handel zusätzlich erschweren. Schließlich bleibt die Abhängigkeit von Drittparteien bestehen, da Einlösung und Transfer letztlich über die Infrastruktur des Emittenten erfolgen müssen.

Fazit: Wer ultimativen Krisenschutz sucht, findet ihn nicht in Papiergold oder Gold-Token, sondern in echten Goldmünzen und -barren, die unabhängig von Strom, Internet und Drittparteien funktionieren – und damit im Ernstfall unschlagbar bleiben.

Ausblick für die laufende Woche

Vor der Fed-Entscheidung am Mittwoch bewegt sich der Goldpreis oberhalb von 4.200 Dollar seitwärts. Grundsätzlich darf man gespannt sein, ob die altbewährte Krisenwährung noch eine Jahresendrallye starten wird. Derzeit deutet einiges darauf hin, dass Gold in diesem Jahr die beste Performance (aktuell: + 60 Prozent) seit 1979 erzielen wird.

In den kommenden Handelstagen dürften sich die Marktakteure vor allem für die weiteren Zinsperspektiven stark interessieren. Laut FedWatch-Tool des Terminbörsenbetreibers CME Group beläuft sich die Wahrscheinlichkeit für eine Zinsreduktion um 25 Basispunkte aktuell auf über 87 Prozent.

Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.

Von besonderem Interesse dürften aber auch die Vorhersagen der Fed hinsichtlich wichtiger Konjunkturindikatoren sowie die Pressekonferenz mit Fed-Chef Jerome Powell sein. Je „taubenhafter“ die Kommentare ausfallen, desto besser für den Goldpreis. Nach der diesjährigen Rallye darf man nun gespannt sein, wohin die Reise im kommenden Jahr wohl gehen wird.

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Stand: 08.12.2025
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von Anonymisiert | 12.12.2025, 09:31 Uhr Antworten

Welcher Emittent ist auf Dauer uneingeschränkt vertrauenswürdig: Keiner ! Auch heute absolut solide erscheinende Firmen und Institutionen können irgendwann in eine Schieflage kommen - durch falsche Entscheidungen oder auch unverschuldet. Es hat ja gerade im neuen Jahrtausend schon genug Riesenpleiten gegeben. Gerade, wenn Finanzdienstleister mit geringen Margen auszukommen scheinen, sind sie vielleicht nicht so krisenfest.

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