Stand: 01.05.2013 von © Gold.de Redaktion 0 Kommentare

"Showdown - Der Kampf um Europa und unserer Geld": So heißt das neu erschienene Buch des bekannten Börsenexperten Dirk - "Mr. Dax" - Müller. Im Interview mit Dr. Bernhard Jünemann, dem Chefreporter des DAF (Deutsches Anleger Fernsehen), äußert sich der Finanzfachmann in eindeutigen Worten zur Entwicklung der wirtschaftlichen Situation Griechenlands in den vergangenen fünf Jahren: "Wir sehen seit 2008 eine gezielte Destabilisierung des Landes mit dem Ziel, Griechenland aus dem Euro und Europa herauszubrechen", sagt Müller, der das Thema in seinem Buch genauer unter die Lupe genommen hat.

Kampf Russlands und der USA um griechisches Gas

Von der europäischen Öffentlichkeit weitgehend ignoriert, finde seit Jahren ein Machtkampf um die enormen Gasreserven Griechenlands im östlichen Mittelmeer statt. Diese entsprechen in etwa den Gasvorkommen in Libyen und seien groß genug, um die Europäische Union auf Jahrzehnte zu versorgen.

Hauptkonkurrenten im Kampf um das griechische Gas seien Russland und die USA. "Amerikanische Firmen bemühen sich aggressiv um Förderrechte während wir (Europäer) noch nicht einmal wissen, dass diese Gasfelder existieren", stellt Müller fest. Dabei sei gerade das griechische Gas geeignet, dem Land wieder auf die Beine zu helfen, wenn es gemeinsam mit den europäischen Partnern gefördert würde.

Der Euro ist die vollkommen falsche Währung

Die rigiden Sparkonzepte für Griechenland und andere europäische Länder hingegen hält Müller für "dramatisch fehlaufgestellt" und gänzlich ungeeignet, die Krise nachhaltig zu lösen. Statt Sparprogrammen sei eine Unterstützung der Konjunktur notwendig.

Auch die Rolle des Euro sieht der Finanzexperte kritisch: "Wir haben eine vollkommen falsche Währung". Was Europa brauche, seien nationale Währungen und den Euro als länderübergreifende Abrechnungswährung. In einem solchen System, wie es die EU mit dem ECU vor der Euro-Einführung schon einmal hatte, ließen sich viel eher verschiedene nationale Interessen miteinander vereinbaren. Dasselbe erfolgversprechende Konzept werde zurzeit auch von Ländern in Asien und Südamerika aufgegriffen.

Geld müsste aktiviert und in Sachwerte umgewandelt werden

Um die finanziellen Voraussetzungen für konjunkturelle Unterstützungen zu schaffen, muss nach Ansicht Müllers das Geld der Bürger und insbesondere der Versicherungen aktiviert und in Sachwerte umgewandelt werden. Staatlich garantierte Fonds würden bei einem solchen Vorgehen die notwendige Sicherheit gewährleisten.

Als sinnvolles Beispiel einer konjunkturellen Unterstützung nennt Müller Infrastrukturprogramme zur Umsetzung der geplanten Energiewende. Dadurch würde Volksvermögen in Form von realen Werten geschaffen, während im Moment die Bemühungen um Schuldenschnitte sowie Inflationsbestrebungen eher darauf gerichtet seien, Geldvermögen zu vernichten.

20 % physische Edelmetalle gehören ins Depot

Auf die Frage, wie sich die Börsen in diesem Jahr entwickeln werden, antwortet Müller, der DAX sei derzeit so unkalkulierbar und von Ängsten und Hoffnungen getrieben, dass es unmöglich sei, eine seriöse Prognose abzugeben.

Er empfiehlt Anlegern, ihre Strategie so auszurichten, dass sie für alle Eventualitäten gut gewappnet sind. In jedem Fall gehöre ein "gerüttelt Maß" (etwa 20 %) an physischen Edelmetallen ins Depot und auch Cash, eventuell sogar in der Form von Geldscheinen, um im Falle eines Kontenzugriffs nach zyprischem "Vorbild" auf der sicheren Seite zu sein.

Aktien sollten abgesichert werden

Bei der Aktienauswahl empfiehlt "Mr DAX ", eher auf stabile, große Titel zu setzen als auf kleine Zocker- und Turnaround-Werte. Als Beispiele nennt er Versorger und bilanzstarke Unternehmen wie Cisco Systems. Auch Apple sei nach den deutlichen Kursrückgängen der letzten Monate wieder ein Kauf. Das Unternehmen sei eine "Cash-Cow " und werde auch bei verstärktem Konkurrenzdruck mit Sicherheit weiter Geld verdienen.

Eine Absicherung von Aktien (gemeint sind Verkaufs-Optionsscheine und Put-Optionen) hält Müller angesichts der viel diskutierten Horrorszenarien (Inflation, abstürzende Aktienkurse, massive Vermögensverluste) für sinnvoll, auch wenn Anleger dadurch geringe Abschläge bei der Rendite hinnehmen müssen.

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