Stand: 06.07.2018 von Egmond Haidt 6 Kommentare

Der steigende Dollar ist der einzige Belastungsfaktor für den Goldpreis. Dafür setzt der US-Dollar die Notierung des Goldpreis umso stärker unter Druck. Die Spekulanten wetten darauf, dass die Talfahrt beim Goldpreis anhalten wird.

Handelskrieg, Handelskrieg und noch einmal Handelskrieg – das ist das Top-Thema an den Börsen.

Er hat erhebliche Auswirkungen, weil sich die Perspektiven für die Weltwirtschaft, gerade für exportabhängige Länder, wie China und Deutschland, und damit den weltweiten Aktienmarkt zusehends eintrüben.

So hat zuletzt der Internationale Währungsfonds (IWF) die Prognose für das Wirtschaftswachstum Deutschlands für das Jahr 2018 von 2,5 Prozent auf 2,2 Prozent gesenkt – ich fürchte das wird nicht die letzte Reduktion sein.

Gleichzeitig gehen Investoren davon aus, dass die US-Wirtschaft am Besten durch den Handelskrieg durchkommen wird, weil die Nachfrage der Verbraucher 70 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht, und die Wirtschaft damit kaum am Welthandel hängt.

Daher kaufen Investoren praktisch jedes Mal, wenn US-Präsident Donald Trump mit Strafzöllen droht, oder neue ankündigt, oder China und die EU Gegenmaßnahmen ankündigen, Dollar, was ihn nach oben treibt.

Daher hat der Dollar gegenüber dem Euro seit Mitte April um 5,5 Prozent zugelegt. Im Gegenzug ist der Goldpreis abgerutscht, er notiert sogar um 6,7 Prozent unter dem damaligen Stand und damit in der Nähe des Elf-Monats-Tiefs.

Schauen Sie sich mal an, wie hoch die Korrelation zwischen dem Währungspaar Euro-Dollar und dem Goldpreis ist, nicht nur seit Mitte April, sondern in den vergangenen zwölf Monaten. In dem Umfeld muss man davon ausgehen, dass sich bei einem weiteren Anstieg des Dollarkurs die Korrektur beim Goldpreis ausweiten könnte.

Es sieht stark nach Manipulation aus

Goldpreis 24 Stunden in US-Dollar
Goldpreis 24 Stunden in US-Dollar

Man könnte sich allerdings auch die tägliche Entwicklung des Goldpreises anschauen und nur noch mit dem Kopf schütteln. Komischerweise gibt es praktisch an jedem Tag kurz nach dem Start des Börsenhandels in den USA um 9.30 Uhr Ortszeit (15.30 Uhr deutscher Zeit) einen Kursrutsch bei Gold, irgendjemand verkauft also jedes Mal kräftig Gold-Futures, völlig unabhängig davon, wie die physische Nachfrage nach dem Edelmetall ist.

Am Derivate-Markt kann man den Goldpreis innerhalb eines Augenblicks einfach nach unten drücken. Logischerweise geht die US-Börsenaufsicht diesem Treiben kaum nach, haben doch die USA und die US-Notenbank (Fed) keinerlei Interesse an steigenden Goldpreisen, würden sie doch den Wertverlust des Dollar widerspiegeln.

Spekulanten werden zusehends skeptischer für Gold

Nachdem der Goldpreis zuletzt auf das Elf-Monats-Tief gesunken ist, setzen Spekulanten darauf, dass die Talfahrt weitergeht. Zwar haben die Spekulanten in der Handelswoche, die am 26. Juni endete, die Zahl der Futures und Optionen auf steigende Kurse (Long) um 1.252 auf 99.685 aufgestockt.

Allerdings haben sie die Zahl auf sinkende Kurse (Short) um horrende 20.580 erhöht. Damit ist die Netto-Long-Position auf 4.186 kollabiert. Das war der niedrigste Wert seit Januar 2016. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass in der laufenden Handelswoche daraus eine Netto-Short-Position geworden sein dürfte. Damit würden Hedgefonds und andere Spekulanten mit mehr Kontrakten auf fallende als auf steigende Kurse setzen.

Ob das eventuell ein guter Kontraindikator sein könnte, und der Goldpreis damit bald deutlich nach oben drehen könnte, oder ob sich die Korrektur beim Goldpreis ausweitet, werden die nächsten Monate zeigen. Auf Euro-Basis ist der Goldpreis zuletzt in die Nähe des Sieben-Monats-Tiefs gesunken.

Dollar-Anstieg drückt Goldpreis auf Elf-Monats-Tief
Egmond Haidt - Nach der Bankausbildung und dem BWL-Studium begann Egmond Haidt im Jahr 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit dem Verkauf von BÖRSE ONLINE an den Finanzen Verlag im Januar 2013 arbeitet Egmond als freier Finanzjournalist und schreibt über Themen wie Wirtschaft, Aktien, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle. Seit der 2008er-Schuldenkrise beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Gold.
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Kommentare [6]
  • von Ilse Markwart | 13.07.2018, 12:09 Antworten

    Der Goldpreis wird die nächsten 36 Monate um 1250 $ seitwärts verlaufen

    • von Wolga66 | 13.07.2018, 18:03 Antworten

      In der Glaskugel oder im Kaffeesatz gelesen?
      Oder einfach nur nachgeplappert?

  • von blingbling | 09.07.2018, 15:59 Antworten

    liebe redaktion, wenn sie schon fortwährend meinen kommentar wegschneiden (nicht zensieren - wegschneiden), dann seien sie so gut und vermerken dies, damit es anderen lesern erleuchtet. vielen dank.

  • von Goldsammler | 06.07.2018, 17:19 Antworten

    Habe heute ein Kissen zwecks aussitzen gekauft. Nur die geduldigen gewinnen.

    • von Elke Hinrichsen | 13.07.2018, 12:10 Antworten

      Ein Kissen wird nicht reichen

  • von Bonnie | 06.07.2018, 10:04 Antworten

    Russland und China freuen sich.
    Im Westen allen voran Amerika wird der Crash noch gravierender ausfallen.
    Bin mal gespannt. Durch den Handelskrieg hat man ja noch eine Schippe oben auf gelegt.
    Macht weiter so.

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