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Stand: 25.03.2025 von Jörg Bernhard
US-Dollar und Gold haben sich seit Jahresbeginn deutlich gegenläufig entwickelt. Lange Rede, kurzer Sinn: Man vertraut der Krisenwährung Gold und misstraut der Noch-Weltleitwährung Dollar. Dafür dürfte US-Präsident Donald Trump maßgeblich verantwortlich sein.
Eindeutiges Vertrauensvotum: Gold top, Dollar flop!

Trump-bedingte Dollarschwäche?

Seit dem Jahreswechsel hat sich z.B. der Dollarindex, der die US-Währung mit sechs anderen wichtigen Währungen vergleicht, um über vier Prozent verbilligt.

Auf den ersten Blick mag dieser Verlust so manchem Investor nicht sonderlich hoch vorkommen, an den Devisenmärkten kann man dies aber durchaus als „mittelschweres Erdbeben“ bezeichnen.

Nur zur Erinnerung: In den vergangenen beiden Jahren bewegte sich der Dollarindex in einer Bandbreite zwischen 99,578 und 110.18 Punkten – also zehn Prozent (siehe Chart).

Gold versus Dollarindex auf Sicht von 12 Monaten

Gold vs. DollarQuelle: TradingEconomics.com

Auf diese Talfahrt des US-Dollars reagierte der Goldpreis im selben Zeitraum mit einem Wertzuwachs in Höhe von über 15 Prozent. Donald Trumps Wahlmotto „Make America great again“ scheint bislang eher nicht aufzugehen.

Selbst in den USA missbilligt laut einer CNN-Umfrage eine Mehrheit von 61 Prozent der Befragten die von Trump beschlossenen Zölle gegen wichtige Handelspartner.

Im März rutschte bspw. der von der Uni Michigan entwickelte Index zum Konsumentenvertrauen auf den niedrigsten Stand seit November 2022 ab. Das Niveau von März 2024 wird damit sogar um über 27 Prozent unterschritten.

Das Risiko einer US-Rezession wird derzeit selbst von Trump nicht geleugnet. Man darf daher gespannt sein, wie sich die US-Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2025 entwickelt hat, nachdem für Q4 2024 noch ein Plus von 2,3 Prozent p.a. gemeldet worden war.

Laut einer von Trading Economics veröffentlichten Prognose soll sich das US-Wirtschaftswachstum in den ersten drei Monaten auf 0,9 Prozent p.a. verlangsamt haben und danach wieder anziehen. Die erste Schätzung soll am 30. April veröffentlicht werden.

Rezessionsgefahr durch inverse Zinsstruktur

Die Zinsstrukturkurve, insbesondere ihre Inversion, gilt als zuverlässiger Frühindikator für das Eintreten einer Rezession. In den USA sind die Renditen für Anleihen mit einer Restlaufzeit von bis zu sechs Monaten deutlich höher als für Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zwei bis sieben Jahren, was die Wahrscheinlichkeit einer Rezession erhöht.

Die US-Notenbank Fed hat im Rahmen der Entscheidung vom 19. März ihre Schätzungen für das US-Wirtschaftswachstum der Jahre 2025 (+1,7 Prozent), 2026 (+1,8 Prozent) und 2027 (+1,8 Prozent) gegenüber ihren vorherigen Prognosen nach unten revidiert und zudem die Inflationserwartung für 2025 (2,7 Prozent) und 2026 (2,2 Prozent) nach oben angepasst. Beides würde tendenziell für Gold sprechen.

Zumindest in den USA scheint das Vertrauen der Anleger in Aktien angesichts der Verluste wichtiger Indizes weniger ausgeprägt zu sein als das Interesse an Gold. Darauf deuten zum einen die in den vergangenen Wochen zu beobachtenden Goldzuflüsse in US-amerikanische ETFs zum anderen aber auch die deutlich gestiegenen US-Goldimporte aus London und der Schweiz hin.

Ausblick für die laufende Woche

Der Goldpreis fühlt sich oberhalb der Marke von 3.000 Dollar offensichtlich ausgesprochen wohl.

In den kommenden Handelstagen dürften sich die Marktakteure sowohl für die zahlreichen Statements diverser US-Notenbanker stark interessieren. Zugleich dürften aber auch wichtige US-Konjunkturindikatoren für ein hohes Maß an Spannung sorgen.

Am Mittwoch steht z.B. der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter zur Bekanntgabe an – ein anerkannte Frühindikator für die Konjunktur.

Am Donnerstag folgen dann noch die finalen Zahlen zum BIP-Wachstum in Q4, die US-Handelsbilanz für Februar und die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe.

Am Freitag dürften dann noch aktuelle Daten zur Inflation, zu den Einnahmen und Ausgaben der Privathaushalte sowie die endgültigen Zahlen zum Konsumentenvertrauen (Uni Michigan) für erhöhte Aufmerksamkeit sorgen.

Fazit: Da sich der Goldpreis in den vergangenen zwölf Monaten um fast 40 Prozent verteuert und damit die Rekordstände des Vorjahres deutlich nach oben geschraubt hat (aktuelle Goldrendite), kann zwar auf dem erhöhten Niveau eine technische Korrektur nicht ausgeschlossen werden, Anleger sollten dies aber nicht als Verkaufssignal interpretieren, da man auf lange Sicht eher mehr als weniger Gold als Vermögens-, Krisen- und Inflationsschutz besitzen sollte.

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Stand: 25.03.2025
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